Steven Soderberghs vielschichtiger und starbesetzter Hollywood-Essay über Leben und Filmen in L.A. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz19/z0319518/b150x150.jpg Voll Frontal

Filmdetails

Voll Frontal

Steven Soderberghs vielschichtiger und starbesetzter Hollywood-Essay über Leben und Filmen in L.A.


Voll Frontal
Start: 03.07.2003

Originaltitel: Full Frontal

Komödie / Drama

USA 2002
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12 Jahre

David Duchovny
Nicky Katt
Catherine Keener

Regie: Steven Soderbergh
Verleih: Buena Vista

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Humor
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Spannung
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Inhalt

Filmjournalist Carl (David Hyde Pierce) hat ein Drehbuch geschrieben, das vom Spannungsverhältnis zwischen Schauspieler und Reporter handelt. Diva Francesca (Julia Roberts) und Nachwuchsstar Calvin (Blair Underwood) sollen die Hauptrollen spielen, doch es kommt zu Spannungen zwischen den Stars. Auch in Carls Privatleben läuft manches nicht nach Plan: Seine Frau Lee (Catherine Keener) will die Scheidung, während Schwägerin Linda (Mary McCormack) ein etwas seltsames Verhältnis mit einem Produzenten (David Duchovny) eingeht.

Steven Soderberghs "Leben und Filmen in L.A.": ein gerade mal 2 Mio. Dollar teurer, mit wackeliger Digicam gefilmter "Film über Filme, für Leute, die Filme lieben". David Fincher und Brad Pitt haben Gastauftritte.


Kritik

Voll Frontal

Der am meisten schuftende Regisseur des Showbiz: Binnen nicht einmal 24 Monaten brachte Steven Soderbergh mit "Erin Brockovich", "Traffic" und zuletzt "Ocean's 11" gleich drei grundsätzlich verschiedene Boxoffice-Schwergewichte an den Start. Seinem Bedarf nach Entspannung (der zweideutige Originalslogan für "Full Frontal" lautet: "Everybody needs a release.") kam der Erfolgsregisseur jetzt mit dem Sequel zu seinem Debüt "Sex, Lügen und Video" aus dem Jahr 1989 nach. Mit einem Minibudget von zwei Mio. Dollar und Megastar Julia Roberts als Zugpferd vor der Digitalkamera realisierte er laut Eigenzitat einen "Film über Filme für Leute, die Filme lieben". Das Mainstreampublikum klammert der Regisseur bereitwillig aus: Die große Masse wird sein etwas manieriertes Experiment vermutlich als unzugänglich und prätentiös empfinden.

Soderbergh selbst liebt die Filme der Nouvelle-Vague-Vertreter Jean-Luc Godard und Francois Truffaut, deren Erzählstil und visueller Umsetzung er sich hier verbunden zeigt. So beginnt der intellektuellste unter Hollywoods Erfolgsregisseuren seine Versuchsanordnung mit dem Film-im-Film "Rendezvous", in dem Julia Roberts eine Journalistin spielt, die einen schwarzen Filmstar (Blair Underwood darf sich einen rapartigen Diskurs über Rassendiskriminierung im Filmbusiness von der Seele reden) für ein Magazinporträt begleitet. Einzig diese sich durch den gesamten Film ziehenden Filmszenen wurden im regulären 35mm-Format aufgenommen. Der Rest dieses vielschichtigen Hollywood-Essays über Leben und Filmen in L.A. nahm Soderbergh mit einer Digitalkamera auf. Das Gros der Bilder fällt somit bewusst hässlich aus: grobkörnig, unterbelichtet, verwackelt und unscharf. Der starke Kontrast fungiert als Fingerzeig für die Trennung zwischen filmischer Illusion und scheinbarer Realität. Neben Roberts und Underwood, die Doppelrollen innehaben als "Rendezvous"-Figuren sowie als Schauspieler dieser Rollen, umfasst das Ensemble David Pierce Hyde als neurotischer Journalist Carl, der seinen Job verliert; Catherine Keener als seine am Rande der Hysterie existierende (Karriere-)Frau Lee, die eine Affäre hat und sich scheiden lassen will; Mary McCormack als ihre als Masseuse tätige Schwester Linda auf der Suche nach dem richtigen Mann; Nicky Katt als diktatorischer Schauspieler, der in dem Theaterstück "The Sound and the Führer" Hitler verkörpert und David Duchovny als Produzent mit ausgefallenen sexuellen Bedürfnissen. Am emotional interessantesten sind die Probleme zwischen dem Ehepaar, die vor der Hollywoodkulisse der exzessiven Eitelkeiten als voyeuristischer Seelenstriptease ausgerollt werden. Das Drehbuch von Schriftsteller/Poet Coleman Hough webt ein interessantes Beziehungsnetz, das die Figuren bei der Geburtstagsparty von Produzent Gus schließlich zusammenbringt. Die Story um Zugpferd Roberts, die bereits in Robert Altmans Hollywood-Satire "The Player" auftrat, reflektiert in einem "Art imitates Life"-Moment ihr Privatleben, ohne dass dies eine besonders große Wirkung zeitigen würde. Als sie selbst treten Brad Pitt und David Fincher auf, während Terrence Stamp zweimal kurz als seine Filmfigur aus "The Limey" ins Bild kommt. ara.

Voll Frontal

Darsteller:  David Duchovny   als Bill/Gus
  Nicky Katt   als Hitler
  Catherine Keener   als Lee
  Mary McCormack   als Linda
  David Hyde Pierce   als Carl
  Julia Roberts   als Catherine/Francesca
  Blair Underwood   als Nicholas/Calvin
  Enrico Colantoni   als Arty/Ed
  Erika Alexander   als Lucy
  Tracy Vilar   als Heather
  Brandon Keener   als Francescas Assistent
  Jeff Garlin   als Harvey, Probably
  David Alan Basche   als Nicholas' Agent
  Nancy Lenehan   als Frau im Flugzeug
  Brad Rowe   als Sam Osbourne
  David Fincher   als Regisseur
  Jerry Weintraub   als Jerry
  Eddie McClintock   als David
  Meagen Fay   als Diane
  January Jones   als Tracy
 
Regie:  Steven Soderbergh  
Drehbuch:  Coleman Hough  
Produzent:  Gregory Jacobs  
  Scott Kramer  
Ausf. Produzent:  Bob Weinstein  
  Harvey Weinstein  
Kamera:  Steven Soderbergh  
Schnitt:  Sarah Flack  
Musik:  Jacques Davidovici  
Ton:  Paul Ledford  
Casting:  Debra Zane  

"Ocean's Twelve" mit allen Stars

Clooney, Roberts & Pitt: Bald wieder vereint?

Clooney, Roberts & Pitt: Bald wieder vereint?

Das Who-is-who der Hollywood-Stars traf sich 2001 zu Steven Soderberghs Rat-Pack-Remake "Ocean's Eleven": George Clooney, Brad Pitt, Julia Roberts, Matt Damon und Andy Garcia machten die Gaunerkomödie zum absoluten Kino-Highlight. Kein Wunder, dass nach Matt Damon nun auch Regisseur Soderbergh mit einer Fortsetzung liebäugelt:

"Wir können einen noch besseren Film als 'Ocean's Eleven' machen. Ich habe schon jede Menge Ideen im Kopf, auch wenn das alles noch nicht besonders konkret ist. Auf jeden Fall werden wir in Europa drehen, und zwar mit allen Schauspielern aus dem ersten Teil."

Der einfallsreiche Arbeitstitel: "Ocean's Twelve". Wer nun mit einer weiteren Multimillionen-Dollar-Produktion rechnet, der irrt. Denn Soderbergh kennt sich auch bestens mit Low-Budget-Projekten aus, wie er bei "Full Frontal" bewies: Beim Dreh gab's weder Make-up, Garderobe noch Fahrdienst - die Darsteller mussten selbst Hand anlegen. Für "Ocean's Twelve" hat der Ex-Independent-Star einen ebenso ungewöhnlichen Plan:

"Ich werde ein Sequel machen, das billiger als der erste Teil wird. Die Darsteller mussten damals schon Kürzungen bei der Gage hinnehmen, diesmal werden sie komplett umsonst spielen. Und keiner von ihnen hat dagegen protestiert."

Kein Wunder, denn Soderbergh ist in Hollywood nach Hits wie "Erin Brockovich", "Ocean's Eleven" und "Traffic - Macht des Kartells" der Mann der Stunde. Auch sein Remake von Andrei Tarkowskis epochalem "Solaris" überschütten die Kritiker bereits mit Vorschusslorbeeren. Den Sci-Fi-Klassiker gibt's bei uns Anfang Februar zu sehen.

Star

David Duchovny

* 07.08.1960

Star

Catherine Keener

Ihre "ménage à trois" mit John Malkovich und Cameron Diaz in "Being John Malkovich" (1999) gehört zu den unvergesslich skurrilen Szenen...

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