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Drama/Komödie - Deutschland 2010 96 Min. - Verleih: Constantin Start: 22.04.2010
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| Vincent leidet am Tourette-Syndrom. Als seine Mutter stirbt, will er ihr ihren letzten Wunsch, einmal noch das Meer zu sehen, erfüllen. Mit ihrer Asche in einer Bonbondose flieht er aus seinem Pflegeheim und macht sich im von der Heimleiterin geklauten Auto auf den Weg nach Italien. Begleitet wird er von illustrer Gesellschaft, einer magersüchtigen jungen Frau und einem Zwangsneurotiker. Verfolger lassen nicht lange auf sich warten: Die Heimleiterin und Vincents Vater setzen alles daran, den Ausreißer zu stellen. Beginn eines turbulenten Abenteuers. |
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KRITIK
Drei junge Psychiatrie-Patienten brechen aus der Klinik aus und starten eine abenteuerliche Reise ins wirkliche Leben.
Geistiges Anderssein ist ein heikles Filmthema, auch wenn Barry Levinsons "Rainman" mit Dustin Hoffman als Autist eine Bresche schlug. Psychiatrie-Patienten oder Menschen in Therapie haftet trotz allem oft noch ein "Makel" an. Den wischt Ralf Huettner in dieser Tragikomödie leichtfüßig weg. Gleich um drei Psychiatrie-Patienten geht es hier, der Hauptfigur Vincent, einem an Tourette erkrankten jungen Mann, einer renitenten Magersucht-Patientin und einem Zwangsneurotiker. Sie hauen gemeinsam einfach ab aus der Klinik, schnappen sich das Auto der Therapeutin und fahren gen Süden, ein Trio mit Macken.
Hauptdarsteller Florian David Fitz schrieb das Drehbuch und schafft es, nach einem anfänglichen kurzen Schockmoment Interesse beim Zuschauer zu wecken. Das Tourette-Syndrom äußert sich durch motorische und verbale Tics, wie unkontrollierte Bewegungen und Geräusche, oft Flüche und obszöne Bemerkungen. Der exzessive Ausbruch von Vincent bei der Beerdigung der Mutter bringt den Vater und Lokalpolitiker dazu, ihn in die nächstbeste Klinik zu stecken. Der Fluchtversuch passt ihm überhaupt nicht in den Wahlkampf-Plan und mit der Therapeutin folgt er den Flüchtigen, die ihn immer wieder austricksen.
Ralf Huettner verknüpft die Zutaten des klassischen Roadmovies mit denen eines Vater-Sohn-Konfliktes und fährt auf beiden Gleisen gut, auch wenn die Überzeichnung der erwachsenen Charaktere überflüssig ist, wie auch deren Zusammenstoß mit der italienischen Polizei. Huettner respektiert die Figuren, ohne auf ihre Kosten Lacher einzufahren, die Ausreißer sind liebenswerte Außenseiter, Florian David Fitz - weit weg vom Macho Dr. Marc Meier in der Arzt-Serie "Doctor's Diary" oder vom erfolgreichen Werbefuzzi in "Männerherzen" - zeigt sich sensibel und verletzbar, dickköpfig um Akzeptanz kämpfend. Karoline Herfurth überzeugt als junge Frau, die sich vor der Wirklichkeit in Magersucht flüchtet und Johannes Allmayer läuft als nerviger Zwangsneurotiker zu Hochform auf. Streckenweise erinnert "vincent will meer" im Mix aus Traurigkeit und Heiterkeit etwas an "Knockin' on Heaven's Door", nicht nur wegen des beliebten Filmtopos Meer als Sehnsuchtssymbol. mk.
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| STAR

KAROLINE HERFURTH
Tief verwurzelt
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Sie war Girlie, Schülerin und Prinzessin. Im Drama "Im Winter ein Jahr" beweist Karoline Herfurth, wie gut komplexe Frauenrollen zu ihr passen. mehr |
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