Originaltitel: Cast Away
USA 2000
Tom Hanks
Helen Hunt
Nick Searcy
Regie: Robert Zemeckis
Verleih: Paramount
Chuck Noland ist FedEx' Spezialist für Problemfälle. Auf dem Weg zu einem neuen Auftrag stürzt sein Flugzeug ab und Nolan strandet als einziger Überlebender auf einer einsamen Insel. Dort muss sich der Mann, für den die schnelle Abwicklung von Problemen alles bedeutete, beim Kampf ums Überleben an einen neuen Rhythmus gewöhnen. Nach vier Jahren wird er gerettet, doch wird er sich wieder an die Zivilisation gewöhnen können?

Über einen Zeitraum von 18 Monaten in zwei Teilen chronologisch gedreht (dazwischen realisierte Robert Zemeckis Dreh und Fertigstellung von "Schatten der Wahrheit"), erzählt die erste Zusammenarbeit des Regisseurs mit Tom Hanks seit ihrem Oscar-Abräumer "Forrest Gump" erneut die Geschichte einer unglaublichen emotionalen Reise eines Jedermanns. Und doch könnten die beiden Filme unterschiedlicher kaum sein, denn die moderne Robinsonade entzieht sich den gängigen Erzählkonventionen der Hollywood-Manufaktur: Allein auf sich gestellt und nahezu ohne Dialog, fällt Tom Hanks die schwierige Aufgabe zu, dem körperlichen und spirituellen Wandel eines auf einer winzigen Ozeaninsel gestrandeten Mannes Ausdruck zu verleihen. Ein künstlerisches und kommerzielles Risiko, das schon vor dem US-Start belohnt wurde: Hanks wurde von den New Yorker Kritikern zum besten Schauspieler des Jahres gewählt.
Gemäß ihres Gump-Credos vom Leben als Pralinenschachtel, deren Inhalt man nicht ahnen kann - in diesem Fall zweifelsohne in einem FedEx-Karton verpackt (das hemmungslose Product Placement lässt dem Film bisweilen den Ruch eines Infomercials anhaften) - schicken Zemeckis und Hanks den FedEx-Systemingenieur Chuck Noland auf eine Reise mit ungewissem Ausgang, bei der nur die Liebe zur Frau seines Lebens dem Helden Halt in den verzweifeltesten Stunden gibt. Anders als bei "Forrest Gump" nutzt Zemeckis, ohnehin der ungekrönte König des ebenso virtuosen wie schamlosen Manipulationskinos, allerdings nicht jede sich ihm bietende Möglichkeit, dramatische und emotionale Höhepunkte aufeinanderzutürmen. Im Gegenteil: Im Namen der Authentizität unterspielt er die Momente, mit denen man beim Publikum punktet, hebt hingegen vermeintlich Nebensächliches aber hervor. Die eine oder andere big scene spart Zemeckis gar komplett aus. Nicht gerade ein klassischer Ansatz, aber ein interessanter allemal. Angenehm nüchtern und mit einem Hang zum Fragmentarischen - gleichzeitig aber auch mit der gewohnten technischen Brillanz - dokumentiert der Regisseur in seinem gewagtesten Film den Leidensweg eines modernen Mannes, dessen ganzes Leben auf Effizienz und die schnelle Abwicklung von Problemen aufgebaut ist.
Aus vier verschieden gewichteten Teilen setzt sich "Verschollen" zusammen: die Zeit vor dem Flugzeugabsturz, die ersten Wochen auf der einsamen Insel, der Abschied von der Insel, die Zeit nach der Rettung. Knapp skizziert, lernt man Chuck Noland kennen als Mann, der immer auf dem Sprung ist und sogar Weihnachten mit seiner Verlobten (Helen Hunt in einer kleinen, aber schön realisierten Rolle) ausfallen lässt, um für seinen Auftraggeber in entlegenen Erdwinkeln als Troubleshooter zu fungieren. Auf dem Weg stürzt das Flugzeug ab - eine standesgemäß fulminant umgesetzte Sequenz mit unerwartetem "Titanic"-Touch - und Chuck strandet auf einer winzigen, unbewohnten Insel. Fortan ist Tom Hanks völlig auf sich allein gestellt, denn die Kamera weicht ihm für den Rest der Spielzeit nicht von der Seite. Er meistert seine Aufgabe, kann den Film aber trotz seiner Tour de Force nicht von dem Hauptmanko eines Superstarvehikels befreien: Wenn der Gestrandete versucht Kokosnüsse zu öffnen (komisch), angeschwemmte FedEx-Pakete aufsammelt (rührend), das Eiland erkundet (spannend) oder sich mit dem wenigen vorhandenen Werkzeug selbst einen Zahn zieht (unerträglich), dann ist es doch stets mehr Tom Hanks und weniger der FedEx-Mann Chuck Noland, den man da bei der Sisyphus-Arbeit des täglichen Überlebens betrachtet. Dass man dem Geschehen dennoch fasziniert bis zurück aufs amerikanische Festland folgt, wo Noland nach vier Jahren Isolation mit der größten Enttäuschung seiner Odyssee konfrontiert wird, ist Indiz genug für die Qualität eines Films, dem man auch einen Volleyball ("Wilson") als Konversationspartner und einen mitleidsvollen Walfisch bereitwillig abkauft. Denn die philosophische Mär über den wahren Wert von Liebe, Leben und Zeit, inklusive angedeuteter Konsumkritik, trifft in einer Zeit der ständigen Beschleunigung einen Nerv und gibt Anlass für Selbstreflexion und Diskussion. Und dafür lohnt es sich allemal, 30 Kilo runterzuhungern. ts.
| Darsteller: | Tom Hanks | als Chuck Noland | |
|---|---|---|---|
| Helen Hunt | als Kelly Frears | ||
| Nick Searcy | als Stan | ||
| Chris Noth | als Jerry Lovett | ||
| Lari White | als Bettina Peterson | ||
| Geoffrey Blake | als Maynard Graham | ||
| Jenifer Lewis | als Becca Twig | ||
| Michael Forest | als Pilot Jack | ||
| Viveka Davis | als Pilotin Gwen | ||
| Christopher Kriesa | als Pilot Kevin | ||
| Regie: | Robert Zemeckis | ||
| Drehbuch: | William Broyles jr. | ||
| Produzent: | Steve Starkey | ||
| Tom Hanks | |||
| Robert Zemeckis | |||
| Jack Rapke | |||
| Koproduzent: | Steven J. Boyd | ||
| Ausf. Produzent: | Joan Bradshaw | ||
| Kamera: | Don Burgess | ||
| Schnitt: | Arthur Schmidt | ||
| Musik: | Alan Silvestri | ||
| Produktionsdesign: | Rick Carter | ||
| Jim Teegarden | |||
| Stefan Dechant | |||
| Elizabeth Lapp | |||
| Kostüme: | Joanna Johnston | ||
| Ton: | William B. Kaplan | ||
Judi Dench, Brad Pitt, Tim Robbins, Naomi Watts - jeder dieser Namen verspricht großes Kino. Für "The Corrections" sollen alle vier zusammen vor der Kamera stehen.
In den Bergen Hollywoods kursiert das Gerücht von einem hochkarätigen Staraufgebot: der Bestseller "The Corrections" soll mit Judi Dench, Brad Pitt, Tim Robbins und Naomi Watts verfilmt werden.
Oscar-Preisträgerin Judi Dench ist für die Rolle der einsamen Enid Lambert vorgesehen. Während ihr Mann Alfred zunehmend an Parkinson erkrankt, führen ihre drei erwachsenen Kinder ein eigenes Leben und lassen sich kaum noch blicken. Enid beschließt, ihre Familie für ein letztes gemeinsames Weihnachtsfest zusammenzuführen.
Der Part des ältesten Sohns Gary geht an Oscar-Kollege Tim Robbins. Gary, früher ein erfolgreicher Geschäftsmann, will sich und seiner Frau nicht eingestehen, dass er an Depressionen leidet. Brad Pitt spielt seinen Bruder Chip, der vor kurzem von der Universität gefeuert wurde, und Naomi Watts verkörpert Denise, das Nesthäkchen der Familie Lambert. Denise hat sich gerade nach einer unglücklichen Ehe in eine Affäre mit einem verheirateten Mann gestürtzt.
Jonathan Franzens Bestseller soll von David Hare adaptiert werden, der das Drehbuch zu "The Hours" geschrieben hat. Robert Zemeckis, der für "Verschollen" mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, führt Regie, die Produktion übernimmt Scott Rudin. Wann die erste Klappe fallen wird, steht noch nicht fest. Um die Chancen auf einen Oscar zu erhöhen, ist ein Starttermin im Winter 2005 geplant.
Mit dem modernen Simplicissimus und uramerikanischen "Forrest Gump" schuf er eine Kinofigur von mythischen Ausmaßen, die schnell sprichwörtlich wurde...
Im bodenständigen Charakter-Match ist Oscar-Preisträgerin Helen Hunt nicht zu schlagen. Jack Nicholson und Mel Gibson, Kevin Spacey und Richard...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
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