Schlagersängerin Bonnie, durch Tingel-Frust in der Psychiatrie gelandet, lernt dort vier Mitpatienten kennen, deren größter Traum ein Bandauftritt ist... http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto23/09230306/b150x150.jpg Verrückt ist auch normal

Filmdetails

Verrückt ist auch normal

Schlagersängerin Bonnie, durch Tingel-Frust in der Psychiatrie gelandet, lernt dort vier Mitpatienten kennen, deren größter Traum ein Bandauftritt ist...


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Inhalt

Bonnie Bergmann, als Schlagersängerin ein klassisches "One Hit Wonder", kommt mit ihrem mangelnden Erfolg und der daraus resultierenden Tingelei über Betriebsfeiern und Kaffeefahrten nicht zurecht. Nachdem sie bei einem Wutanfall einen Pianisten verletzt hat, wird sie ins psychiatrische Landeskrankenhaus eingewiesen. Ihre "affektive Psychose" soll vier Wochen lang behandelt werden. Bonnie lernt vier Patienten kennen, die mit ihr eine Rockband gründen wollen. Doch bis zum ersten gemeinsamen Auftritt ist es ein langer Weg.


Kritik

Verrückt ist auch normal

Die "Normale" unter "Irren", die sich letztendlich auch als auf iher Art "normal" entpuppen - Vivian Naefe siedelt ihre Tragikomödie irgendwo zwischen "Einer flog über das Kuckucksnest" und der bei Sat 1 viel beachteten (aber nur mäßig erfolgreichen) Serie "Die Anstalt" an. Allerdings liefern die Regisseurin und ihre beiden Autoren Michael Illner und Alfred Roesler-Kleint alles andere als eine Kopie ab. "Verrückt ist auch normal" sitzt weit mehr zwischen allen Genre-Stühlen als die oben genannten Produktionen.

Mal Komödie, mal Tragödie, mal Sozialstudie, mal Märchen: In 90 Fernsehminuten wird hier einiges geboten, der Zuschauer findet viel Stoff zum verarbeiten. Ein großer Wurf ist den Verantwortlichen dieser Produktion der Westdeutschen Universum-Film dabei mit der Besetzung der im Mittelpunkt stehenden Anstalts-Rockband gelungen. Lucas Gregorowicz, Hansa Czypionka und Heinrich Schmieder spielen sensibel und ohne Übertreibungen ihre Parts als psychisch Kranke. Dieter Pfaff liefert eine glaubwürdige Interpretation des nicht psychisch Kranken, aber auf den Tod wartenden Pluto. Sie machen auch in den Konzertszenen als Musiker eine gute Figur. Auch Gruschenka Stevens kann die facettenreiche Rolle der Bonnie ausfüllen, wobei man als Zuschauer sogar darüber hinweg sieht, dass deren Wandlung vom flippig-aggressiven (Ex-)Schlagerstar zur verantwortungsbewussten Mutter etwas arg schnell abgehandelt wird. Auch die Tatsache, dass die Musikinstrumente der Band illegal aus einem Lastwagen "besorgt" werden, dieses Delikt jedoch gänzlich unentdeckt bleibt, ist eher unrealistisch. Dieses Handlungselement wird jedoch so charmant in den Gesamzusammenhang eingewoben, dass man es spätestens nach einigen Minuten vergessen hat.

Die an einigen Stellen etwas vorhersehbare Handlung macht man mit gelungenen Dialogen und vielen liebevollen Detail-Einfällen mehr als wett. So erscheint dem schizophrenen Kiesmond, dargestellt von Czypionka, in Momenten des Zweifels der leibhaftige Brian Jones, früh verstorbener Gitarrist der Rolling Stones. Christof Wackernagel wartet in seiner Nebenrolle als schüchtern-vergeistigter Musiktherapeut Dr. Honig mit deutlichen Reminiszenzen an seinen Auftritt im Kino-Hit "Der bewegte Mann" auf. Am beeindruckendsten gelingt Naefe jedoch das Ende des Films, der zunächst zielsicher auf ein klassisches "Happy End" zusteuert. Die dann erfolgende Wendung und die Schlussbilder entlassen den Zuchauer in einer nachhaltig bedrückenden Stimmung. "Verrückt ist auch normal" zeigt spätestens hier, dass er sich nicht in die Reihe der "leichten" Primetime-Unterhaltung eingliedern lassen will und kann. jl.

Verrückt ist auch normal

Darsteller:  Gruschenka Stevens   als Bonnie
  Dieter Pfaff   als Pluto
  Hansa Czypionka   als Kiesmond
  Lucas Gregorowicz   als Plischka
  Heinrich Schmieder   als Rufus
  Caroline Schreiber   als Thekla
  Katharina Eyssen   als Roxy
  Johann Adam Oest   als Mielke
  Nicholas Bodeux   als Bohne
  Christof Wackernagel   als Dr. Honig
  Rudolf Kowalski   als Prof. Hubschmitt
  Ulrike Bliefert   als Elisabeth Bergmann
  Renata do Rego   als Lilly Bergmann
  Hildegard Kuhlenberg   als Dr. Ruhnke
 
Regie:  Vivian Naefe  
Drehbuch:  Michael Illner  
  Alfred Roesler-Kleint  
Produzent:  Norbert Sauer  
Kamera:  Peter Döttling  
Schnitt:  Sandy Saffeels  
Musik:  Dieter Schleip  
Produktionsdesign:  Egon Strasser  
Kostüme:  Annegret Stößel  
Ton:  Wolfgang Wirtz  
Casting:  An Dorthe Braker  

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Dieter Pfaff

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Hansa Czypionka

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