Imelda Staunton
Philip Davis
Daniel Mays
Regie: Mike Leigh
Verleih: Concorde
In den 50er Jahren kümmert sich die Hausfrau Vera Drake (Imelda Staunton) aufopfernd um die kranke Mutter, ihre zwei Kinder und obendrein fast die gesamte Nachbarschaft, während ihr Mann Frank (Adrian Scarborough) das Kraftfahrzeuggeschäft leitet. Was weder er noch die Kinder ahnen: Wenn es die Situation erfordert, nimmt Vera schon mal kostenfrei die eine oder andere Abtreibung vor und ist sogar im Laufe der Zeit ziemlich gut darin geworden. Als das Gesetz ihre Fährte aufnimmt, sind die Folgen für alle dramatisch.
Ein Goldener Löwe war der gerechte Ausgleich für Mike Leigh und sein neuestes Sozialdrama, nachdem Cannes ihm in diesem Jahr die kalte Schulter zeigte.
Emotionales Drama um eine Hausfrau und Mutter, die als Engelmacherin im London des Jahres 1950 illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der Justiz gerät.
Vera Drake (Imelda Staunton), eine unscheinbare Hausfrau Mitte 40, kümmert sich liebevoll um ihren Mann, die Kinder und die kranke Mutter. Außerdem arbeitet sie in der Fabrik und verdient sich noch nebenbei ein wenig Geld mit Putzen. Dennoch führt die eingespannte Frau eine erfüllte Ehe und strahlt trotz des stressigen, grauen Alltags immer gute Laune aus.
Was jedoch niemand weiß: Sie nimmt illegale Abtreibungen vor, ohne einen Penny zu verlangen. Als ein Mädchen nach einer dieser "Operationen" fast stirbt, dauert es nicht mehr lange bis zur Verhaftung.
Emotionales Drama vom Repräsentanten des britischen Sozialrealismus Mike Leigh. Er besticht durch Genauigkeit der Milieuschilderung und akribische Detailversessenheit und schweißt die Darsteller zu einem ausgezeichneten Ensemble zusammen. Kameramann Dick Pope unterstreicht mit atmosphärischer Lichtsetzung den Kammerspielcharakter des konventionellen, aber überzeugenden Werkes.
| Darsteller: | Imelda Staunton | als Vera Drake | |
|---|---|---|---|
| Philip Davis | als Stan Drake | ||
| Daniel Mays | als Sid Drake | ||
| Alex Kelly | als Ethel Drake | ||
| Peter Wight | als Inspektor Webster | ||
| Adrian Scarborough | als Frank Drake | ||
| Heather Craney | als Joyce Drake | ||
| Sally Hawkins | als Susan | ||
| Eddie Marsan | als Reg | ||
| Ruth Sheen | als Lily | ||
| Helen Coker | als Polizistin | ||
| Martin Savage | als Sergeant Vickers | ||
| Sinead Matthews | als junge Frau | ||
| Fenella Woolgar | als Susans Vertraute | ||
| Jim Broadbent | als Richter | ||
| Lesley Sharp | als alte Bekannte | ||
| Regie: | Mike Leigh | ||
| Drehbuch: | Mike Leigh | ||
| Produzent: | Simon Channing Williams | ||
| Alain Sarde | |||
| Koproduzent: | Georgina Lowe | ||
| Ausf. Produzent: | Gail Egan | ||
| Robert Jones | |||
| Duncan Reid | |||
| Kamera: | Dick Pope | ||
| Schnitt: | Jim Clark | ||
| Musik: | Andrew Dickson | ||
| Produktionsdesign: | Eve Stewart | ||
| Ed Walsh | |||
| Kostüme: | Jacqueline Durran | ||
| Ton: | Tim Fraser | ||
| Casting: | Nina Gold | ||
Auf der diesjährigen Biennale in Venedig ist das britische Drama "Vera Drake" mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden.
In "Vera Drake" widmet sich Mike Leigh einmal mehr mit Humor und Sozialkritik den Nöten der englischen Arbeiterklasse. Zuletzt war der Festivalveteran in Venedig mit seinem Oscar-nominierten "Topsy-Turvy" 1999 zu sehen, mit "High Hopes" gewann er 1988 den FIPRESCI-Preis. Am Wochenende durfte Leigh den Goldenen Löwen für "Vera Drake" von Sophia Loren entgegennehmen. Hauptdarstellerin Imelda Staunton erhielt die begehrte Coppa Volpie als beste Schauspielerin.
Bei der Verleihung der Preise am Samstag Abend wurde außerdem Javier Bardem für seine Rolle in "Mar adentro" ausgezeichnet. Die Jury unter Vorsitz von John Boorman belohnte Regisseur Alejandro Amenabar für die Geschichte eines querschnittsgelähmten Spaniers mit einen Silbernen Löwen. Den Spezialpreis für die beste Regie erhielt der Südkoreaner Kim Ki-Duk für seine Liebesgeschichte "Bin jip".
Die Trophäe in der Sektion Orizzonti ging an "Les petits fils" von Ilan Duran Cohen, eine besondere Erwähnung erhielt hier "Vento di terra" von Vincenzo Marra.
In der Sektion Corto Cortissimo wurde Kamel Cherifs "Signe d'appartenence" mit dem Leone d'Argento Citroen Corto Cortissimo-Award ausgezeichnet, eine besondere Erwähnung ging an "The Carpenter and his Clumsy Wife" von Peter Foott. Den UIP-Award für den besten Kurzfilm erhielt Steve Hudsons für "Goodbye". Den Marcello-Mastroianni-Preis für die beste schauspielerische Nachwuchsleistung bekamen Marco Luisi und Tommaso Ramenghi für "Lavorare con lentezza".
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