Originaltitel: Vanity Fair
Großbritannien/USA 2004
Reese Witherspoon
Eileen Atkins
Jim Broadbent
Regie: Mira Nair
Verleih: Universum
Im England des frühen 19. Jahrhunderts träumt die in Waisenhäusern aufgewachsene Rebecca Sharp (Reese Witherspoon) vom gesellschaftlichen Aufstieg. Ihre Anstellung als Gouvernante auf dem Anwesen des exzentrischen Sir Pitt Crawley (Bob Hoskins) ist da ein guter Anfang, zumal sie sich schnell mit dessen Tochter anfreundet und schließlich gar den Sohn des Hauses ehelicht. Als der in den Krieg zieht, ist Rebecca schon auf der nächsten Sprosse und macht dem Adeligen Marquis von Steyne (Gabriel Byrne) schöne Augen. Doch wer hoch hinaus will, kann auch tief fallen ...
Mira Nair, Regisseurin von "Monsoon Wedding", knöpft sich einen Roman von William Makepeace Thackeray vor und seziert in einem recht modern wirkenden Kostümszenario mit reger Starbeteiligung die Riten und Mechanismen der Upper Class ihrer Wahlheimat Großbritannien.
Opulente Verfilmung des Literaturklassikers von "Moonsoon Wedding"-Regisseurin Mira Nair.
Die englische Vollwaise Becky (Reese Witherspoon), Tochter eines verarmten britischen Künstlers und einer französischen Sängerin, ist zwar mittellos, aber gebildet und mit unbeirrbarem Aufstiegswillen gesegnet. Im Haushalt des Landadeligen Sir Pitt Crawley (Bob Hoskins) findet sie als Erzieherin eine Anstellung.
Dort erobert sie sowohl das Herz der exzentrischen Erbtante Mathilda (Eileen Atkins) als auch das des Sohnes Rawdon (James Purefoy), den sie wenig später heimlich heiratet.
In ihrer neuen Heimat London muss sie sich hingegen mit der Herablassung der blasierten Adelsgesellschaft und insbesondere der von George (Jonathan Rhys-Meyers), Ehemann ihrer Jugendfreundin Amelia (Romola Garai), auseinandersetzen.
Doch mit Charme, Gewitztheit und einer gewissen Missachtung der Konventionen behauptet sich die schöne Aufsteigerin selbst in diesem Löwenkäfig und bringt schließlich auch den mächtigen Marquis von Steyne (Gabriel Byrne) dazu, Tür und Geldbeutel für sie zu öffnen. Doch nach dem Höhenflug folgt der tiefe Fall.
Opulente Kulissen und die atemberaubend farbenfrohen Kostüme aus indischer Seide von Kostümbildnerin Beatrix Aruna Pasztor sind neben Reese Witherspoons charmanter Darbietung die auffallendsten Attribute von Mira Nairs Gesellschaftsdrama. Die indische Regisseurin wagt sich mit "Vanity Fair", das auf dem Romanklassiker "Jahrmarkt der Eitelkeiten" von William Makepeace Thackeray basiert, an einen Literaturklassiker heran. Neben Witherspoon standen unter anderem die britischen Schauspieler Eileen Atkins, Jim Broadbent, Gabriel Byrne und Jonathan Rhys-Meyers vor der Kamera.
| Darsteller: | Reese Witherspoon | als Rebecca Sharp | |
|---|---|---|---|
| Eileen Atkins | als Miss Matilda Crawley | ||
| Jim Broadbent | als Mr. Osborne | ||
| Gabriel Byrne | als The Marquess of Steyne | ||
| Romola Garai | als Amelia Sedley | ||
| Bob Hoskins | als Sir Pitt Crawley | ||
| Rhys Ifans | als William Dobbin | ||
| Geraldine McEwan | als Lady Southdown | ||
| James Purefoy | als Rawdon Crawley | ||
| Jonathan Rhys Meyers | als George Osborne | ||
| Douglas Hodge | als Pitt Crawley | ||
| Natasha Little | als Lady Jane Sheepshanks | ||
| Tony Maudsley | als Joseph Sedley | ||
| Regie: | Mira Nair | ||
| Drehbuch: | Matthew Faulk | ||
| Mark Skeet | |||
| Julian Fellowes | |||
| Produzent: | Janette Day | ||
| Donna Gigliotti | |||
| Lydia Dean Pilcher | |||
| Koproduzent: | Jane Frazer | ||
| Ausf. Produzent: | Howard Cohen | ||
| Pippa Cross | |||
| Jonathan Lynn | |||
| Buchvorlage: | William M. Thackeray | ||
| Kamera: | Declan Quinn | ||
| Schnitt: | Allyson C. Johnson | ||
| Musik: | Mychael Danna | ||
| Produktionsdesign: | Maria Djurkovic | ||
| Nick Palmer | |||
| Lucinda Thomson | |||
| Sam Stokes | |||
| Kostüme: | Beatrix Aruna Pasztor | ||
| Ton: | Drew Kunin | ||
| Casting: | Mary Selway | ||
Seit Jahren führen Kostümfilme die Kinozuschauer in die Vergangenheit. Hochgetürmte Frisuren, gepuderte Perücken und wallende Reifröcke sind für die wenigen Stunden auf der Kinoleinwand so wunderbar romantisch.
In "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst spielen Kostüme die Hauptrolle (Foto: Sony Pictures)
Der Klassiker stammt aus dem Jahr 1939: "Vom Winde verweht" mit Clark Gable und Vivien Leigh. Vor dem Hintergrund des amerikanische Bürgerkriegs sprüht der Film vor Drama und Romantik.
Seitdem haben wir vor allem Jane Austen die verträumte Vorstellung des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Die Traumfabrik hat ihre Bücher in wunderbare Filme wie "Emma" mit Gwyneth Paltrow, "Sinn und Sinnlichkeit" mit Emma Thompson und "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightley verwandelt. Alle drei Dramen durften sich über Oscar-Nominierungen freuen. Emma Thompson nahm sogar für das Drehbuch einen Goldjungen entgegen.
Dass Historienfilme immer wieder mit Auszeichnungen rechnen dürfen, zeigte auch "Shakespeare in Love". Gleich siebenmal wurde der Film von der Academy geehrt. Gwyneth Paltrow angelte sich die goldene Statue als beste Hauptdarstellerin und Dame Judi Dench nahm mit nur einem achtminütigen Auftritt als Königin Elizabeth den Oscar als beste Nebendarstellerin mit nach Hause.
Der Spitzenreiter ist aber "Vom Winde verweht". Das Drama wurde 1939 mit acht Goldstatuen ausgezeichnet und dann gibt es da natürlich noch den großen Erfolgshit von 1997, "Titanic", mit elf Oscars geehrt - wenn man das Drama, das 1919 spielt, noch zu den Kostümfilmen zählen will. Historienfilme berühren also nicht nur das Kinopublikum, sondern auch die Kritiker. So ist es nicht verwunderlich, dass das Genre auch weiterhin Furore macht.
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