Nathalie Kelley
Nick Eversman
Max Riemelt
Regie: Andy Fetscher
Verleih: Summiteer (Studiocanal)
Vier junge Touristen aus aller Welt, US-Amerikaner Denis, seine venezolanische Freundin Lucia, Französin Marie und ihre japanische Freundin Juna, suchen auf ihrem Berlin-Trip den besonderen Kick und lassen sich von Kris in einer nächtlichen, illegalen Tour durch den Berliner Untergrund lotsen. Das abenteuerliche Urban Exploring durch ein jahrzehntelang verfallenes Stollensystem wird zum Albtraum, als sich erst Kris schwer verletzt und sie in die Fänge eines ehemaligen DDR-Grenzaufklärers geraten, der dort als Kannibale haust.

Robuster deutsch-amerikanischer Survival-Reißer, der im klaustrophobischen Berliner Untergrund-Labyrinth alle Register des knallharten Horror und Splatter zieht.
Für Andy Fetschers ersten Kinofilm - "Bukarest Fleisch" startete nur auf DVD - fand der Deutsch-Rumäne nicht nur Max Riemelt als Spitze eines internationalen Cast, sondern auch zahlreiche bekannte Vorbilder, wenn er quasi einen Hinterwald-Horror unter Tage nach allen geläufigen Regeln der Slasher-Kunst veranstaltet.
Den letzten Schrei für abenteuerhungrige Touristen nutzt der weitgehend auf englisch gedrehte Abstieg in ein unterirdisches Tunnelsystem unter der Hauptstadt für einen Thrill-Ride zwischen Spaß und Entsetzen, den vier junge Menschen aus aller Welt unter kundiger Leitung von Kris (Riemelt) begehen. Der führt sie halblegal in das seit vielen Jahrzehnten verfallene Labyrinth, erzählt haarsträubende Legenden vom Odin Volk, der Reichsflugscheibe und lotst sie, wenn schon nicht in den Führer-Bunker, so doch in den Fahrer-Bunker. Es ist ein Trip in deutsche Geschichte zwischen verbotener Nazi-Wandmalerei, Zwangsarbeiter-Schlafplätzen, Stasi-Schießständen und der Sektorengrenze. Und einen politischen Subtext hat Fetscher auch durchaus im Sinn. Aber er vergisst nicht sein Unterhaltungsprogramm, das - ganz wie der Sound - stets in die Vollen geht und alle Register des Spannungskinos zieht, womit sich diverse Déjà-vus einstellen.
Die Gruppe will das Spezialprogramm - und bekommt es auch: Als Kris abstürzt und mit gebrochenem Bein liegen bleibt, erscheint ein redseliger Zausel (Neandertaler-Visage Klaus Stiglmeier aus "Bang Boom Bang" ist ein lebender Spezialeffekt) als Retter in der Not. Er stellt sich als ehemaliger DDR-Grenzaufklärer namens Armin heraus, ein Armeeveteran mit Spezialausbildung, der sich in den Stollen als Selbstversorger eingerichtet hat.
Nun beginnt ein "Texas Chainsaw Massacre"-Szenario, wie es unlängst erst "Hell" heraufbeschworen hat - nur dass sich "Urban Explorer" derben Splatter traut. Denn Armin ist plakativ dem Wahnsinn verfallen, will sein Land verteidigen und geht als Kannibale unbarmherzig auf Menschenjagd. Anleihen bei "Descent" und "Wolf Creek" runden den Survival-Slasher ab, der fulminant alles herausholen will, was klischeelastig gerät, aber den Thrill punktgenau abliefert und - neben absurd komischen Volten - ziemlich maliziöse wie robuste Genre-Rohkost ist. Dieser bisweilen ohne Drehgenehmigung an Originalschauplätzen gefilmte Terror unter Tage hat ein hartgesottenes Konzept: Wer wissen will, wie man einem Afghanen das Hemd auszieht, erhält eine unvergessliche Antwort.
tk.
| Darsteller: | Nathalie Kelley | als Lucia | |
|---|---|---|---|
| Nick Eversman | als Denis | ||
| Max Riemelt | als Kris | ||
| Catherine De Léan | als Marie | ||
| Brenda Koo | als Juna | ||
| Carlo Degen | als Kellner | ||
| Andreas Wisniewski | als Neo-Nazi 1 | ||
| Sascha Marten | als Neo Nazi 2 | ||
| Klaus Stiglmeier | als Armin | ||
| Adolfo Assor | als Mann in U-Bahn-Station | ||
| Johannes Klaußner | als Mann in U-Bahn | ||
| Tim Holzapfel | als Kind 1 | ||
| Ron Holzapfel | als Kind 2 | ||
| Karen Matting | |||
| Insa Matting | als Kind 3 | ||
| Johannes Matting | als Kind 4 | ||
| Regie: | Andy Fetscher | ||
| Drehbuch: | Martin Thau | ||
| Produzent: | Oliver Thau | ||
| Ausf. Produzent: | Martin Hellstern | ||
| Felix Wendlandt | |||
| Kamera: | Andy Fetscher | ||
| Schnitt: | Andy Fetscher | ||
| Musik: | Steven Schwalbe | ||
| Robert Henke | |||
| Produktionsdesign: | Boguslaw Nobel-Nobielski | ||
| Kostüme: | Dorota Budna | ||
| Ton: | Christian Schossig | ||
| Casting: | Monika Mikkelsen | ||
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