Vor den Augen der entsetzten Kriminalrätin Prohacek springt eine junge Polizistin in die Tiefe. Sie war Mitglied eines Trauerkreises, in den sich auch die Ermittlerin einschleusen lässt. Prohacek entdeckt, dass sich hinter der Einrichtung eine auf Provision basierende systematische Abzocke verbirgt. Eine kurz zuvor erschossene Frau war ebenfalls Mitglied des "Lebenskreises". Die Tatwaffe stammte aus der Asservatenkammer. Die Spur führt ins Landgericht.

Meistens reibt sich Eva Maria Prohacek ja im Kampf gegen die "Großkopfeten" auf. Diesmal aber widmet sich die interne Ermittlerin der Münchener Polizei einem Phänomen, das tagtäglich viele Menschen viel Geld kostet: weil sie Mitglied so genannter Schenkkreise sind. Die funktionieren nach dem Schneeballsystem: Eine zentrale Figur überredet gutgläubige Zeitgenossen, ihr eine bestimmte Summe zu schenken. Die anderen müssen nun ebenfalls Menschen finden, die mitmachen, und auf diese Weise zieht die Aktion Kreise. Allerdings profitieren nur die ersten Mitglieder. Um noch in der zehnten Generation der geworbenen Teilnehmer in den Genuss des Geldsegens zu kommen, müssten sich theoretisch mehrere Millionen Menschen beteiligen.
Geschickt verpackt Regisseurin Isabel Kleefeld, die das Drehbuch gemeinsam mit Oliver Pautsch schrieb, diesen Teil der Handlung in einen packenden Krimi. Der Film beginnt, wie sich das gehört, mit einem Mord: Eine Frau wird im Wald erschossen. Kurz darauf gibt es eine zweite Tote: Vor den Augen der entsetzten Kriminalrätin (Senta Berger) springt eine junge Polizistin vom Dach eines Hauses in die Tiefe. Sie hatte beschlagnahmtes Geld gestohlen, wollte es aber später zurückzahlen. Ein Anhänger am Hals der Frau bringt Prohacek auf die Spur: Die Tote war Mitglied eines Trauerkreises, in den sich auch die Ermittlerin einschleusen lässt. Das fällt ihr nicht schwer, schließlich hat sie vor einigen Jahren ihren Sohn verloren. Sie entdeckt, dass sich hinter dem humanistischen Motto der Einrichtung "Lebenskreis" in Wirklichkeit eine auf Provision basierende systematische Abzocke verbirgt. Auch die eingangs erschossene Frau war Mitglied des Trauerkreises. Die Tatwaffe stammte wie das unterschlagene Geld aus der Asservatenkammer. Der Fall scheint gelöst, doch Prohacek glaubt nicht an einfache Lösungen. Tatsächlich findet sich eine Spur, die ausgerechnet ins Landgericht führt.
Am Ende geht es also doch wieder um die großen Tiere, und selbstredend hat sich auch Prohacek-Chef Claus Reiter (Gerd Anthoff) die Finger schmutzig gemacht. Dass Kleefeld, für ihren Eifelkrimi "Arnies Welt" mit einem Adolf Grimme Preis ausgezeichnet, die Kriminalrätin diesmal überwiegend unter gewöhnlichen Sterblichen ermitteln lässt, gereicht dem Film aber mitnichten zum Nachteil, zumal auf diese Weise Prohaceks private Seite wieder stärker zum Tragen kommt. Auch ihr Kollege Langner (Rudolf Krause) darf ein bisschen Privatleben genießen und sich in eine Kollegin vergucken. Kleefeld inszeniert den Film ohnehin überaus dicht, konzentriert sich dabei aber voll und ganz auf ihre vorzüglichen Darsteller. "Unter Verdacht" bleibt auch weiterhin eine der besten Krimi-Adressen am Wochenende. tpg.
| Darsteller: | Senta Berger | als Dr. Eva-Maria Prohacek | |
|---|---|---|---|
| Rudolf Krause | als André Langner | ||
| Gerd Anthoff | als Dr. Claus Reiter | ||
| Maren Kroymann | als Richterin Ursula Wellerhoff | ||
| Monika Baumgartner | als Hildegard Dietz | ||
| Johanna Gastdorf | als Heidi Renzinger | ||
| Sissy Höfferer | als Mechthild Brinkmann | ||
| Katharina Schubert | als Petra Fröhlich | ||
| Kathrin von Steinburg | als Sabine Dietz | ||
| Victoria Trauttmansdorff | als Dorothee | ||
| Silke Nikowski | als Inge | ||
| Katja Lechthaler | als Brigitte | ||
| Eckhard Preuß | als Gerald Meuser | ||
| Miriam Smolka | als Veronika Meuser | ||
| Vanessa Sigl | als Vivian Meuser | ||
| Alexander Held | als Dr. Robert Mertens | ||
| Hubert Mulzer | als Joachim Aichhammer | ||
| Gerhard Acktun | als Staatsanwalt | ||
| Dieter Fernengel | als Georg Griesser | ||
| Gerhard Polacek | als Olaf Kammermeier | ||
| Regie: | Isabel Kleefeld | ||
| Drehbuch: | Isabel Kleefeld | ||
| Oliver Pautsch | |||
| Produzent: | Mario Krebs | ||
| Kamera: | Bernd Fischer | ||
| Musik: | Manu Kurz | ||
| Produktionsdesign: | Christian Kettler | ||
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