Zum ersten Mal müssen Dr. Eva Maria Prohacek und André Langner im Ausland ermitteln. Sie werden nach Italien geschickt, um den Tod eines deutschen Mitarbeiters der EuroBordac, Thorsten Brenner, zu untersuchen. EuroBordac ist die Grenzschutzorganisation der EU im Mittelmeer, eingerichtet, um Europa vor dem Strom der Bootsflüchtlinge aus Afrika zu bewahren. Der angeblich tödlich Verunglückte ist der Sohn des Ex-Polizeipräsidenten von München, abgeordnet vom bayerischen Innenministerium zum Dienst bei der EuroBordac in Italien. Die EU-Organisation mietet Küstenwachschiffe des italienischen Grenzschutzes an, der wiederum zum Militär gehört. Damit ist die Basis für einen der Konflikte der Geschichte gelegt: Zivile Polizei gegen Militär, Interne Ermittlung gegen geheimdienstähnlichen Grenzschutz.
Fahim, ein Schleuser, kassiert die Passagiere seines Seelenverkäufers ab, während im Hintergrund sein Helfer Bestechungsgeld an Militärpolizisten bezahlt. Zu den Passagieren gehört die Journalistin Hajaya. Sie hat eine Kamera dabei und filmt die armselige Truppe von Menschen mit ihren wenigen Habseligkeiten und den ebenso kärglichen Vorräten, die mit ihr den Kontinent verlassen wollen und teuer dafür bezahlen. Kahfee, eine junge Schwarzafrikanerin, hat die "Gebühr" für ihre kleine Tochter Amina nicht, Hajaya handelt mit dem Schleuser und hilft ihr aus.
Die gefährliche Fahrt mit dem Ziel Italien beginnt, während dort, in einem Ort an der Mittelmeerküste, Prohacek und Langner ankommen, um im Fall Brenner zu ermitteln. Bald schon finden sie Hinweise darauf, dass Thorsten Brenner nicht, wie behauptet, alkoholisiert über Bord des Patrouillenboots gefallen und ertrunken ist. Und gleich beim ersten "Besuch" der Münchner Ermittler auf dem Boot des Grenzschutzes, wo Brenner seinen Unfall hatte, werden sie - ganz gegen den Willen des Kapitäns - Zeugen, wie brutal die Besatzung gegen Flüchtlinge vorgeht. Das Boot, mit dem Kahfee, Amina und Hajaya unterwegs sind, wird weit vor der Küste aufgebracht, leckgeschlagen, die Grenzschützer werfen allen Besitz und Proviant der Flüchtlinge ins Wasser und lassen das demolierte Boot einfach treiben. Prohacek und Langner können nicht fassen, was sie gesehen haben, doch Kapitän und Mannschaft sind unbeeindruckt. Sie streiten ab, dass es Übergriffe gebe. Sie, die die "Drecksarbeit" machen müssen für die EU, wollen sich kein schlechtes Gewissen machen lassen von Leuten, deren Staat von dieser "Drecksarbeit" profitiert und sie mit finanziert.
Bald verstricken sich der Fall der Flüchtlinge und die Ermittlungen um Thorsten Brenner immer mehr. Die italienische Polizei mauert, das Militär erst recht, das Innenministerium in München dito, aber wie immer lassen Prohacek und Langner nicht locker: Thorsten Brenner ist ermordet worden, vermutlich, weil er die Übergriffe der Grenzschützer nicht stillschweigend akzeptieren wollte.
Inzwischen wird das Boot mit den hilflosen Afrikanern von einem italienischen Fischer gerettet, der folgerichtig zum Dank für diese Rettungsaktion vom Staat ins Gefängnis gesteckt wird und seine Fischereilizenz verliert. Prohacek will unbedingt Hajaya finden, die sie im Flüchtlingsboot hat filmen sehen, sie hofft auf Beweismaterial. Nach einer Odyssee durch mehrere Lager stößt Langner auf die erschöpften Flüchtlinge. Einer von ihnen wird bei einem Fluchtversuch erschossen, Kahfee ist schwer erkrankt und stirbt, weil die Lagerbeamten keinen Arzt rufen. Hajaya will Prohacek aber erst helfen, wenn den Flüchtlingen geholfen wird. Eva setzt alle Mittel ein, die ihr zur Verfügung stehen. Aber wird das reichen?
Der dominierende Konflikt des Films ist der Umgang der europäischen Staaten mit den Bootsflüchtlingen aus Afrika - die Skrupellosigkeit, Gleichgültigkeit, die Rücksichtslosigkeit und Heuchelei, mit der die Allianz der Besitzenden den Besitzlosen gegenübertritt. Wer nichts hat, hat auch kaum Menschenrechte. Die nicht am Mittelmeer gelegenen Staaten unterstützen die drakonischen Abwehrmaßnahmen der Mittelmeerstaaten gerne mit Geld, Personal und Politik, weil dann auch weniger Flüchtlinge über diese Staaten ins eigene Land kommen.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Senta Berger | als Dr. Eva-Maria Prohacek | |
|---|---|---|---|
| Gerd Anthoff | als Dr. Claus Reiter | ||
| Rudolf Krause | als André Langner | ||
| Harald Schrott | als Johannes Stiegler | ||
| Jürgen Schornagel | als Heinrich Brenner | ||
| Tobias Oertel | als Harry Mosbach | ||
| Giorgio Lupano | als Francesco Basani | ||
| Sarah Masuch | als Hajaya Afsatu | ||
| Leonardo Nigro | als Giancarlo Mancini | ||
| Emilio De Marchi | als Marcello Caponatti | ||
| Tony Mpoudja | als Ernesto Vetta | ||
| Dayan T. Kodua | als Kafhee | ||
| Regie: | Aelrun Goette | ||
| Drehbuch: | Don Schubert | ||
| Aelrun Goette | |||
| Martin Muser | |||
| Produzent: | Mario Krebs | ||
| Kamera: | Matthias Fleischer | ||
| Schnitt: | Monika Schindler | ||
| Musik: | Sebastian Pille | ||
| Produktionsdesign: | Christian Kettler | ||
| Ton: | Michael Mladenovic | ||
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