Liebe zu Zeiten der Bankenkrise. Christoph Hochhäusler analysiert an Hand eines Beziehungsdramas den Zustand unserer (Geld-)Gesellschaft. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto10/11100255/b150x150.jpg Unter dir die Stadt

Filmdetails

Unter dir die Stadt

Liebe zu Zeiten der Bankenkrise. Christoph Hochhäusler analysiert an Hand eines Beziehungsdramas den Zustand unserer (Geld-)Gesellschaft.


Unter dir die Stadt
Start: 31.03.2011

Drama / Lovestory

Deutschland 2010
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Nicolette Krebitz
Robert Hunger-Bühler
Mark Waschke

Regie: Christoph Hochhäusler
Verleih: Piffl

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Inhalt

Eine Begegnung auf einer Vernissage weckt das Begehren von Roland Cordes, allmächtiger "Banker des Jahres". Svenja, die Frau eines seiner Angestellten, hat es ihm angetan. Doch so leicht lässt sie sich nicht erobern. Eine Herausforderung für den Finanzhai, der gewohnt ist, seinen Willen zu bekommen. Cordes befördert Svenjas Mann und schickt ihn auf einen hoch dotierten Risikoposten nach Indonesien. Freie Bahn also, aber für Svenja bedeutet die Affäre nichts, während Cordes sein Herz verloren hat.


Kritik

Unter dir die Stadt

Liebe zu Zeiten der Bankenkrise. Christoph Hochhäusler analysiert an Hand eines Beziehungsdramas den Zustand unserer (Geld-)Gesellschaft.

Hochhaustürme, die an Manhattan erinnern, aber in Mainhattan, sprich Frankfurt stehen. Dunkle Gewitterwolken ziehen sich über der Metropole zusammen. Die Zeichen stehen auf Sturm. In den Straßen rackern sich die Menschen für ein paar Euro ab, hoch oben in den Wolkenkratzern, hinter riesigen Panoramafenstern, in sterilen Luxus-Büros werden die großen Deals gemacht. Ums Big Business geht's in Christoph Hochhäuslers "Unter dir die Stadt" und um die Liebe, die hier eher als Lust und Leidenschaft ins Spiel kommt.

Roland Cordes, gespielt von Robert Hunger-Bühler, Schweizer wie Geld-Guru Josef Ackermann, ist "Banker der Jahres". Er jongliert mit Millionen, ist gewohnt seinen Willen zu bekommen. Apathisch versinkt Gattin Claudia (Corinna Kirchhoff) in der gemeinsamen Luxusvilla zwischen Sofakissen. Svenja, (Nicolette Krebitz) die Frau eines Angestellten, weckt derweilen das Begehren des Finanzhais. Deren unliebsamer Ehemann Oliver (Mark Waschke), soeben von Hamburg herbeordert, muss weg, wird hinaus- und hinaufbefördert. Nach Indonesien soll er, die dortige Filiale auf Vordermann bringen. Sein Vorgänger wurde entführt, ermordet, aber das braucht der hoffnungsvolle Nachwuchsbanker ja nicht wissen.

Biblischen Ursprungs ist die Geschichte, die sich Hochhäusler ("Falscher Bekenner") und sein Koautor Ulrich Peltzer ausgedacht haben. Wie König David geht Cordes vor, um seine Batseba zu erobern, der Mann wird einfach in den Krieg geschickt. Denn in der Liebe sind alle Mittel erlaubt. Doch Svenja spielt nicht mit. "Das alles bedeutet nichts", sagt sie. Der Luxus reizt sie, der heiße Sex im Hotelzimmer vielleicht, das Prickeln des erotischen Abenteuers. Aber Cordes will sie besitzen, zeigt Gefühle und hat damit schon verloren.

"Unter dir die Stadt" ist ein gestyltes Beziehungsdrama, dessen Härte und Kälte sich in der Architektur widerspiegelt: Glastürme in die man hineinschauen, aber nicht vordringen kann. Kalt, blau, abweisend sind die Bilder Bernhard Kellers ("Polar"), der seine Kamera zur sphärischen Musik Benedikt Schiefers mit traumwandlerischer Sicherheit durch Räume und Straßenschluchten schweben lässt. Die Personen gehen zueinander auf Distanz, im Auto, selbst im Bett - nur um dann tierisch übereinander herzufallen. Krebitz raucht, versteckt ihre Augen hinter riesigen Sonnenbrillen, Hunger-Bühler blickt verloren. Love is a battlefield. So ist der Film, der beim Festival de Cannes Premiere feierte, eher klassische Tragödie, als tragische Liebesgeschichte. "Es geht los!", entfährt es Svenja zum Ende des Films als sie wieder einmal aus einem Hotelzimmer nach unten schaut. Menschen rennen schreiend vorbei. Die Bankenkrise? Die Revolution gar? Kino am Puls der Zeit. geh.

Unter dir die Stadt

Darsteller:  Nicolette Krebitz   als Svenja Steve
  Robert Hunger-Bühler   als Roland Cordes
  Mark Waschke   als Oliver Steve
  Corinna Kirchhoff   als Claudia Cordes
  Van-Lam Vissay   als Andrew Lau
  Wolfgang Böck   als Werner Löbau
  Paul Faßnacht   als Hermann Josef Esch
  Oliver Broumis   als Uwe Maas
  Robert Schupp   als Frank Kressnick
  André Dietz   als Stefan Scharf
  Michael Abendroth   als Hartmut John
  Johannes Kiebranz   als Gordon Parker
  Klaus Zmorek   als Markus de Hadlen
  Alexandra Finder   als Britta Lau
  Alexandra von Schwerin   als Dr. Silbereisen
  Heike Trinker   als Marianne Suhren
  Angelika Bartsch   als Annika Lebert
  Piet Fuchs   als Jens Janssen
  Stefan Gebelhoff   als Headhunter
  Antje Lewald   als Ulrike Krantz
  Stefan Preiss   als Stefan Krantz
  Viola Pobitschka   als Constanze Lehmann
  Oliver Broumis   als Maas
  Nadja Stübiger   als Uta Simon
  Frank Voß   als Richard Carsten
 
Regie:  Christoph Hochhäusler  
Drehbuch:  Christoph Hochhäusler  
  Ulrich Peltzer  
Produzent:  Bettina Brokemper  
Kamera:  Bernhard Keller  
Schnitt:  Stefan Stabenow  
Musik:  Benedikt Schiefer  
Produktionsdesign:  Tim Pannen  
Kostüme:  Birgit Kilian  
Maske:  Astrid Weber  
Ton:  Michael Busch  
  Rolf W. Hapke  
Casting:  Ulrike Müller  

Star

Nicolette Krebitz

Mit ihrer natürlichen Darstellungsweise, den ausdrucksstarken Augen und ihrem überzeugenden mimischen Spiel ist die 1971 in Ost-...

Star

Mark Waschke

Deutscher Schauspieler. Er machte sich als Mitglied der Berliner Schaubühne einen Namen, wurde mit Paul Newman verglichen, gab den...

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