Nicolette Krebitz
Robert Hunger-Bühler
Mark Waschke
Regie: Christoph Hochhäusler
Verleih: Piffl
Eine Begegnung auf einer Vernissage weckt das Begehren von Roland Cordes, allmächtiger "Banker des Jahres". Svenja, die Frau eines seiner Angestellten, hat es ihm angetan. Doch so leicht lässt sie sich nicht erobern. Eine Herausforderung für den Finanzhai, der gewohnt ist, seinen Willen zu bekommen. Cordes befördert Svenjas Mann und schickt ihn auf einen hoch dotierten Risikoposten nach Indonesien. Freie Bahn also, aber für Svenja bedeutet die Affäre nichts, während Cordes sein Herz verloren hat.

Liebe zu Zeiten der Bankenkrise. Christoph Hochhäusler analysiert an Hand eines Beziehungsdramas den Zustand unserer (Geld-)Gesellschaft.
Hochhaustürme, die an Manhattan erinnern, aber in Mainhattan, sprich Frankfurt stehen. Dunkle Gewitterwolken ziehen sich über der Metropole zusammen. Die Zeichen stehen auf Sturm. In den Straßen rackern sich die Menschen für ein paar Euro ab, hoch oben in den Wolkenkratzern, hinter riesigen Panoramafenstern, in sterilen Luxus-Büros werden die großen Deals gemacht. Ums Big Business geht's in Christoph Hochhäuslers "Unter dir die Stadt" und um die Liebe, die hier eher als Lust und Leidenschaft ins Spiel kommt.
Roland Cordes, gespielt von Robert Hunger-Bühler, Schweizer wie Geld-Guru Josef Ackermann, ist "Banker der Jahres". Er jongliert mit Millionen, ist gewohnt seinen Willen zu bekommen. Apathisch versinkt Gattin Claudia (Corinna Kirchhoff) in der gemeinsamen Luxusvilla zwischen Sofakissen. Svenja, (Nicolette Krebitz) die Frau eines Angestellten, weckt derweilen das Begehren des Finanzhais. Deren unliebsamer Ehemann Oliver (Mark Waschke), soeben von Hamburg herbeordert, muss weg, wird hinaus- und hinaufbefördert. Nach Indonesien soll er, die dortige Filiale auf Vordermann bringen. Sein Vorgänger wurde entführt, ermordet, aber das braucht der hoffnungsvolle Nachwuchsbanker ja nicht wissen.
Biblischen Ursprungs ist die Geschichte, die sich Hochhäusler ("Falscher Bekenner") und sein Koautor Ulrich Peltzer ausgedacht haben. Wie König David geht Cordes vor, um seine Batseba zu erobern, der Mann wird einfach in den Krieg geschickt. Denn in der Liebe sind alle Mittel erlaubt. Doch Svenja spielt nicht mit. "Das alles bedeutet nichts", sagt sie. Der Luxus reizt sie, der heiße Sex im Hotelzimmer vielleicht, das Prickeln des erotischen Abenteuers. Aber Cordes will sie besitzen, zeigt Gefühle und hat damit schon verloren.
"Unter dir die Stadt" ist ein gestyltes Beziehungsdrama, dessen Härte und Kälte sich in der Architektur widerspiegelt: Glastürme in die man hineinschauen, aber nicht vordringen kann. Kalt, blau, abweisend sind die Bilder Bernhard Kellers ("Polar"), der seine Kamera zur sphärischen Musik Benedikt Schiefers mit traumwandlerischer Sicherheit durch Räume und Straßenschluchten schweben lässt. Die Personen gehen zueinander auf Distanz, im Auto, selbst im Bett - nur um dann tierisch übereinander herzufallen. Krebitz raucht, versteckt ihre Augen hinter riesigen Sonnenbrillen, Hunger-Bühler blickt verloren. Love is a battlefield. So ist der Film, der beim Festival de Cannes Premiere feierte, eher klassische Tragödie, als tragische Liebesgeschichte. "Es geht los!", entfährt es Svenja zum Ende des Films als sie wieder einmal aus einem Hotelzimmer nach unten schaut. Menschen rennen schreiend vorbei. Die Bankenkrise? Die Revolution gar? Kino am Puls der Zeit. geh.
| Darsteller: | Nicolette Krebitz | als Svenja Steve | |
|---|---|---|---|
| Robert Hunger-Bühler | als Roland Cordes | ||
| Mark Waschke | als Oliver Steve | ||
| Corinna Kirchhoff | als Claudia Cordes | ||
| Van-Lam Vissay | als Andrew Lau | ||
| Wolfgang Böck | als Werner Löbau | ||
| Paul Faßnacht | als Hermann Josef Esch | ||
| Oliver Broumis | als Uwe Maas | ||
| Robert Schupp | als Frank Kressnick | ||
| André Dietz | als Stefan Scharf | ||
| Michael Abendroth | als Hartmut John | ||
| Johannes Kiebranz | als Gordon Parker | ||
| Klaus Zmorek | als Markus de Hadlen | ||
| Alexandra Finder | als Britta Lau | ||
| Alexandra von Schwerin | als Dr. Silbereisen | ||
| Heike Trinker | als Marianne Suhren | ||
| Angelika Bartsch | als Annika Lebert | ||
| Piet Fuchs | als Jens Janssen | ||
| Stefan Gebelhoff | als Headhunter | ||
| Antje Lewald | als Ulrike Krantz | ||
| Stefan Preiss | als Stefan Krantz | ||
| Viola Pobitschka | als Constanze Lehmann | ||
| Oliver Broumis | als Maas | ||
| Nadja Stübiger | als Uta Simon | ||
| Frank Voß | als Richard Carsten | ||
| Regie: | Christoph Hochhäusler | ||
| Drehbuch: | Christoph Hochhäusler | ||
| Ulrich Peltzer | |||
| Produzent: | Bettina Brokemper | ||
| Kamera: | Bernhard Keller | ||
| Schnitt: | Stefan Stabenow | ||
| Musik: | Benedikt Schiefer | ||
| Produktionsdesign: | Tim Pannen | ||
| Kostüme: | Birgit Kilian | ||
| Maske: | Astrid Weber | ||
| Ton: | Michael Busch | ||
| Rolf W. Hapke | |||
| Casting: | Ulrike Müller | ||
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