Originaltitel: Under Suspicion
USA 2000
Morgan Freeman
Gene Hackman
Monica Bellucci
Regie: Stephen Hopkins
Verleih: Fox
Der 57-jährige Anwalt Henry Hearst wird von Polizeihauptmann Benezet zum Verhör geladen. Hearst hatte den Fund der Leiche eines ermordeten Kindes gemeldet, sich bei seinen Aussagen aber mehrfach widersprochen. Benezet vermutet, Hearst selber könne der Mörder sein und legt bei der Konfrontation die Daumenschrauben an.

Die Charakterkerle Gene Hackman und Morgan Freeman liefern sich ein hitziges, erbittertes und extrem aufregendes Duell in Stephen Hopkins' packendem Psycho-Thriller, der aus vier Stunden eines im Karneval von Port San Juan auf Puerto Rico stattfindenden Verhörs eine beißende, bewegende und brillante Demaskierungsarie zaubert. Die amerikanische Version des französischen Krimiklassikers "Das Verhör" von Claude Miller (1980), in dem Michel Serrault und Lino Ventura diese Rollen verkörperten, ist kein reines Remake, sondern führt die im Original angesprochenen Themen und Untertöne weiter in einem Boxkampf differenzierter Schauspielkunst.
Hackman als einflussreicher 57-jähriger Anwalt Henry Hearst bereitet sich mit seiner 30 Jahre jüngeren attraktiven Frau Chantal (Monica Bellucci aus "Dobermann") auf die abendliche Benefizgala vor, als er durch einen Telefonanruf von Polizeihauptmann Victor Benezet (Freeman)in das örtliche Revier gerufen wird, um Details seiner Aussage zu klären. Hearst hatte den Körper eines vergewaltigten und ermordeten kleinen Mädchens gefunden, bereits das dritte Opfer in einem Monat. Auf dem Revier entbrennt unter nervösen Vorzeichen - auch Benezet hat ein verpfuschtes Privatleben - ein Verhör, das zur persönlichen Konfrontation der beiden Männer wird, Abrechnung und Höllenfahrt in verkorkste Psychen.
Am Ende der langen Nacht sind beide erschöpft, ruiniert, stehen vor den Trümmern ihrer Existenz und ringen um den letzten Hauch Hoffnung. Was im Original offen blieb, Serraults Beziehung zu seiner Frau (Romy Schneider), wird in der Neufassung eines der großen Themen: Hearsts Beziehung zu seiner schönen Frau kollidiert mit dem Geschmack an jungen Mädchen und Prostituierten und lässt nicht nur die Perücke, auch die Libido verrutschen. Benezet hat es nach gescheiterten Ehen nie geschafft, eine Familie zu bilden. In die Auseinandersetzungen greifen ein ehrgeiziger Polizeianwärter (Thomas Jane in der Rolle von Guy Marchand)und Bellucci als unerfüllte erotische Ehefrau massiv ein.
Bei der Weltpremiere in Cannes lobte Regisseur Claude Miller die von Hackman als Lieblingsprojekt koproduzierte neue Fassung von Stephen Hopkins, der das ursprüngliche Kammerspiel durch blitzartige Rückblenden, temporeiche Montage und fließende Zeitübergänge mit parallelen Zeitebenen in einem Bild rafft und erstaunlich modernisiert. Die unter den Nachwehen eines Hurrikans leidende und sich im Karneval austobende Stadt bilden effektive Kontrapunkte eines famosen Thrillers, der durch die grandiose Besetzung, permanente Spannung und das Thema der immer nur relativen Wahrheit besticht und damit Anhänger gehobener Krimikunst locken wird. ger.
| Darsteller: | Morgan Freeman | als Victor Benezet | |
|---|---|---|---|
| Gene Hackman | als Henry Hearst | ||
| Monica Bellucci | als Chantal Hearst | ||
| Pablo Cunqueiro | als Inspektor Castillo | ||
| Thomas Jane | als Inspektor Felix Owens | ||
| Nydia Caro | als Isabella | ||
| Angel Suarez | als Superintendant Miguel | ||
| Regie: | Stephen Hopkins | ||
| Drehbuch: | Tom Prevost | ||
| W. Peter Iliff | |||
| Produzent: | Lori McCreary | ||
| Anne Marie Gillen | |||
| Stephen Hopkins | |||
| Ausf. Produzent: | Gene Hackman | ||
| Maurice Leblond | |||
| Ross Grayson Bell | |||
| Morgan Freeman | |||
| Kamera: | Peter Levy | ||
| Schnitt: | John Smith | ||
| Musik: | BT | ||
| Produktionsdesign: | Cecilia Montiel | ||
| Michael Atwell | |||
| Kostüme: | Francine Jamison-Tanchuck | ||
| Ton: | Simon Kaye | ||
Morgan Freeman scheint zum Workaholic mutiert. Schon wieder hat er eine Zusage zu einem großen Projekt gegeben. In "Freedomland" übernimmt der Amerikaner die Hauptrolle.
Zeit zum Ausspannen hat Morgan Freeman derzeit nicht eingeplant. Normalerweise gönnt sich der Vorzeigemime schon mal ein Jahr Leinwandpause. So war er 1999 und 2001 in keinem einzigen Film zu sehen. Wenn er aber mal am Arbeiten ist, dann werkelt er im Akkord. Beispiel gefällig: Im Jahr 2000 wirkte er gleich in drei Filmen mit ("Under Suspicion - Mörderisches Spiel", "Im Netz der Spinne", "Nurse Betty") und auch im letzten Jahr hatte er zwei große Auftritte ("High Crimes", "Der Anschlag").
2003 geht ähnlich arbeitsam weiter. Nachdem er schon die Zusage für die Fortsetzung von "Sieben" gegeben hatte, hat er sich jetzt auch die Hauptrolle in "Freedomland" geangelt. Der Film basiert auf dem Kriminalroman "Wintermärchen" von Richard Price.
Die Geschichte, die Michael Winterbottom inszeniert, erzählt von einer verzweifelten Mutter, deren Kind auf mysteriöse Weise entführt wird. Die anschließende Suche nach der Wahrheit erweist sich als gefährliches Unterfangen. In die Rolle der Mutter wird Julianne Moore schlüpfen.
Die erste Klappe fällt im September.
Müde gewordene, alternde Profis auf beiden Seiten des Gesetzes sind Morgan Freeman auf den Leib geschrieben. Diese Figuren haben im Lauf...
Seitdem Gene Hackman 1961 in "Der Tollwütige" als Polizist sein Debüt gab und 1967 mit seinem Part in "Bonnie und Clyde" den schauspielerischen...
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