Originaltitel: Tambien la lluvia
Spanien/Frankreich/Mexiko 2010
Luis Tosar
Gael García Bernal
Carlos Aduviri
Regie: Icíar Bollaín
Verleih: Piffl
Ein spanisches Filmteam gerät in Bolivien bei Dreharbeiten zu einem Film über den Entdecker Christoph Kolumbus in Schwierigkeiten, als Statisten streiken und sich die sozialen Unruhen in der Stadt Cochabamba zu einer Rebellion ausweiten, weil die Regierung die Wasserversorgung der Region an einen Multi verkauft hat. Der idealistische, auf seiner Vision beharrende Regisseur erweist sich in seiner Hybris als Ausbeuter, der pragmatische Produzent, gewohnt, mit Geld umzugehen, wird zur Schlüsselfigur bei der Entscheidungsfindung.

Starkes Politdrama von Icíar Bollaín um Dreharbeiten, die in den Strudel sozialer Rebellion geraten.
An Originalschauplätzen in Bolivien gedreht, entwickelt sich "Tambien la lluvia" (genauer: Sogar der Regen) von der Schilderung schwieriger Dreharbeiten zum starken Politdrama um Ausbeutung und Rebellion im Regenwald. Drehbuchautor Paul Laverty (gewann mit Regisseur Ken Loach 2007 die Goldene Palme für "The Wind That Shakes the Barley") setzt von Anfang an auf Konfrontation. Da wird der idealistische Regisseur Sebastian (Gael Garcia Bernal), der in seinem historischen Drama über Christoph Kolumbus den Entdecker als goldgierigen Kolonialisten entlarven will, von indianischen Statisten angegangen, weil sie, als billige Kräfte angeheuert, für den Film und zu seinem Vorteil missbraucht werden.
Pragmatischer geht Produzent Costa (dreifacher Goya-Preisträger Luis Tosar, "Öffne meine Augen") vor. Er weiß, wie man mit Geld umgeht und Probleme regelt. Nur hat auch er nicht mit den sozialen Unruhen gerechnet, die in Cochabamba zur offenen Rebellion führen, weil die Regierung die Wasserversorgung der Region an einen Multi verkauft hat. Die Stadt explodiert. Hier treffen sich die Vorgänge des bolivianischen Wasserkriegs vom April 2000 mit den Vorgängen vor 500 Jahren, als Kolumbus und die Konquistadoren ins Land einfielen. Costa, für den nur zählt, dass der Film in Zeitplan und Budget bleibt, steht vor Entscheidungen, die ihn zur Schlüsselfigur machen.
Von Bernal und Tosar grandios gespielt, inszeniert Icíar Bollaín ("Öffne meine Augen") ein vielschichtiges und aufregendes Drama, das den manischen Eroberungsdrang der Spanier aus Werner Herzogs "Aguirre, der Zorn Gottes" mit den Auswirkungen globaler Kolonisation durch Konzerne und Mächtige, zu einer Studie über Hybris und den Zustand der Welt verdichtet. Mit toller Musik von Alberto Iglesias und phantastischer Kameraarbeit von Alex Catalan, der in der Szene mit dem Holzkreuz am Helikopter den Anfang von Fellinis "La dolce vita" und Filmgeschichte erster Sahne zitiert und schafft. ger.
| Darsteller: | Luis Tosar | als Costa | |
|---|---|---|---|
| Gael García Bernal | als Sebastián | ||
| Carlos Aduviri | als Daniel/Hatuey | ||
| Karra Elejalde | als Antón/Kolumbus | ||
| Cassandra Ciangherotti | als Maria | ||
| Raúl Arévalo | als Juan/Antonio de Montesinos | ||
| Milena Soliz | als Belen | ||
| Regie: | Icíar Bollaín | ||
| Drehbuch: | Paul Laverty | ||
| Produzent: | Juan Gordon | ||
| Koproduzent: | Eric Altmayer | ||
| Monica Lozano | |||
| Emma Lustres Gómez | |||
| Ausf. Produzent: | Pilar Benito | ||
| Kamera: | Alex Catalán | ||
| Schnitt: | Ángel Hernández Zoido | ||
| Musik: | Alberto Iglesias | ||
| Produktionsdesign: | Juan Pedro de Gaspar | ||
| Kostüme: | Sonia Grande | ||
| Maske: | Karmele Soler | ||
| Ton: | Emilio Cortes | ||
| Pelayo Gutiérrez | |||
| Nacho Royo-Villanova | |||
| Casting: | Rodrigo Bellott | ||
| Eva Leiro | |||
| Yolanda Serrano | |||
| Glenda Rodríguez | |||
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