Drama http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto46/10460601/b150x150.jpg U.F.O.

Filmdetails

U.F.O.


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Inhalt

Unbeschwert lässt sich Christa auf das Spiel ihres Sohnes ein: Der Junge ist Fan von "Raumschiff Enterprise". Munter kommunizieren die beiden als Kirk und Spock. Es fällt daher kaum auf, dass Christa erste Anzeichen von Paranoia entwickelt, zumal sich im ganzen Land tiefes Misstrauen breit macht: Die Geschichte spielt im Frühjahr 1986, in Tschernobyl hat sich gerade ein Super-GAU ereignet. Hilflos muss Christas Mann mit ansehen, wie seine Frau in den Wahn abdriftet.


Kritik

U.F.O.

Die Idee ist von fast schon perfider Brillanz. In einer gesunden Umgebung fällt ein Kranker sofort auf. Wenn aber alle Welt aus Angst vor radioaktivem Niederschlag Tag für Tag in den Himmel schaut und selbst unbescholtene Zeitgenossen angesichts abwiegelnder öffentlicher Erklärungen offen für Verschwörungstheorien sind: Dann geht ein Mensch, der unter Verfolgungswahn leidet, ebenso in der Menge unter wie ein Baum im Wald.

Burkhard Feige (Buch und Regie) erzählt in seinem Debüt die Geschichte einer Frau, die in eine Psychose abdriftet. Feige hat das bei der eigenen Mutter selbst erlebt, aber das Debüt ist auch ohne diese Information beklemmend genug, zumal Christa zu Beginn eine fröhliche Frau ist. Unbeschwert lässt sie sich auf das Spiel ihres Sohnes ein, der ein großer Fan von "Raumschiff Enterprise" ist. Munter kommunizieren die beiden als Kirk und Spock miteinander. Es fällt daher kaum auf, dass Christa erste Anzeichen von Paranoia entwickelt. Und da sich die Geschichte im Frühjahr 1986 zuträgt, ist sie ohnehin nicht die einzige: Mit dem radioaktiven Niederschlag, der nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl halb Europa heimsucht, macht sich auch tiefes Misstrauen breit.

Feige erzählt die Geschichte konsequent aus Sicht des kleinen Bodo und lässt dabei geschickt offen, ob sich der Junge nicht auch aus purem Selbstschutz in die Spielebene flüchtet. Christa benimmt sich zwar in der Tat seltsam, aber es dauert eine Weile, bis ihr Verhalten psychotische Züge annimmt. Dass sich dieser Übergang kaum merklich vollzieht, ist nicht zuletzt eine Leistung Julia Brendlers. Außerdem ist Christa zunächst eine derart sympathische Person, dass man gemeinsam mit Bodo großmütig über die ersten Aussetzer hinwegsieht; erst recht, wenn man die damalige Zeit bewusst miterlebt hat.

Nicht minder eindrucksvoll als Brendler ist der junge Henry Stange. Auch wenn Feige ihm durchaus kindgerechte Dialoge geschrieben hat: Gerade die emotionalen Szenen waren nicht leicht zu spielen, aber der Junge meistert sie ebenso souverän wie jene Momente, in denen Bodo einfach Kind sein kann. Abgerundet wird das familiäre Ensemble durch Jan Messutat als liebevollem Vater, der aber unter dem Druck immer wieder ausrastet, und Sven Gielnik als Bodos älterem Bruder, der die Dinge als rebellischer Außenseiter beim Namen nennt. Interessant ist auch die Optik des Films. Szenen- und Kostümbild (Christian Strang, Bettina Marx) sorgen gemeinsam mit der Musikauswahl und den vielen integrierten Fernsehberichten für eine authentische Achtziger-Atmosphäre. Kameramann Ralf Leistl taucht den Film in ein hochsommerlich heimeliges Sepia, wie es im Kino und im Fernsehen eigentlich älteren Geschichten vorbehalten ist. Die Bilder sorgen auf diese Weise für einen reizvollen Kontrast zur Familienwelt, die immer mehr aus den Fugen gerät. tpg.

U.F.O.

Darsteller:  Henry Stange   als Bodo
  Julia Brendler   als Christa
  Jan Messutat   als Robert, Bodos Vater
  Sven Gielnik   als Mark
  Dennis Chmelensky   als Wolfi
  Marcel Nievelstein  
  Annette Mayer   als Wolfis Mutter
 
Regie:  Burkhard Feige  
Drehbuch:  Burkhard Feige  
Produzent:  Daniel Reich  
  Christoph Holthof  
Kamera:  Ralf Leistl  
Musik:  Natalia Dittrich  
Produktionsdesign:  Christian Strang  
Kostüme:  Bettina Marx  
Maske:  Eva Schubert  
  Dana Bieler  

Star

Julia Brendler

Julia Brendler spielte 1989 mit erst 14 Jahren ihre erste Hauptrolle im DEFA-Spielfilm "Verbotene Liebe".

Geboren wurde Julia Brendler am...

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