Matthew McConaughey
Bill Paxton
Harvey Keitel
Regie: Jonathan Mostow
Verleih: Highlight (Central)
Als ein Notruf vom deutschen U-Boot U-571 von den Alliierten aufgefangen wird, schicken die ein als Nazi-U-Boot getarntes US-Submarine los, um dem Feind ihr Codiergerät abzunehmen und endlich ihre Nachrichten entziffern zu können. Die Entercrew gelangt auch an Bord, doch wird ihr eigenes Schiff von einem Torpedo zerstört.

Das US-amerikanische Boxoffice ist nunmehr in der dritten Woche fest in militärischer Hand, wobei das Armee-Gerichtssaaldrama "Rules of Engagement" durch den im Zweiten Weltkrieg angesiedelten U-Boot-Thriller "U-571" von der Spitzenposition abgelöst wurde. Mit einem kommerziellen Tiefgang von 19,6 Mio. Dollar wurde der drittbeste Aprilstart überhaupt erzielt und die Startwochenend-Einspielergebnisse von den ebenfalls submarinen Suspenseactionern "Jagd auf Roter Oktober" und "Crimson Tide - In tiefster Gefahr" in seichteren Gewässern zurückgelassen.
Wolfgang Petersen hat es anno 1982 mit "Das Boot" vorgemacht und sein klaustrophobischer Klassiker ist nach wie vor der Maßstab, an dem sich auch "U-571" messen muss. Das Vorbild wird von Regisseur Jonathan Mostow, der mit dem hochspannenden Highway-Nervenkitzel "Breakdown" sein Debüt gab, zwar auch mehrfach zitiert, doch handelt es sich lange nicht um einen nassen Abklatsch. Auf Malta und in den Cinecittá-Studios in Rom mit einem Budget von 62 Mio. Dollar gefilmt, wird Nonstop-Action mit mehreren Höhepunkten geboten, die von der ersten bis zur letzten Minute fesseln kann. Die Story basiert auf einer Zusammenfassung mehrerer authentischer Kriegsmissionen der Alliierten im Kampf gegen Hitlers Seeflotte, die ihnen Anfang der 40er Jahre im Nordatlantik schwerste Verluste zufügte.
Frühjahr 1942: Das deutsche Titel-U-Boot versenkt ein Unterwasserboot der Alliierten, um anschließend von einem Zerstörer unter Beschuss genommen zu werden. Bereits diese Eröffnungssequenz arbeitet effektiv mit den immer wieder eingesetzten, verstörenden Soundeffekten, die die bevorstehende Bedrohung hervorragend vermitteln können. Das Boot der Nazis wird schwer beschädigt und ihr Hilferuf wird von den Alliierten aufgefangen. Sie schicken ein als Nazi-U-Boot getarntes US-Submarine unter dem Kommando vom "Twister"-erprobten Bill Paxton los, um dem Feind ihr Codiergerät abzunehmen und endlich ihre Nachrichten entziffern zu können. Eine Crew von neun Männern (darunter Harvey Keitel und Rocker Jon Bon Jovi) unter der Leitung von Lt. Andrew Tyler (Matthew McConaughey vollkonzentriert auf Starkurs) übernimmt die Aufgabe, die Nazis zu übertölpeln. Nachdem sie das U-Boot geentert haben, wird ihr eigenes von einem deutschen Torpedo zerstört und sie sind auf dem beschädigten deutschen U-571 gefangen. Die Sabotageakte eines deutschen Gefangenen, leere Batterien, ein lahmgelegter Torpedoschacht, vom Wasserdruck berstende Rohre bei einem Tieftauchgang und die finale Konfrontation mit einem deutschen Zerstörer lassen einen Nervenkitzel auf den nächsten folgen. Die Figurenzeichnung bleibt abgesehen von McConaugheys (er wächst in seine Führungsrolle hinein) recht oberflächlich, doch wird beispielsweise auch die benachteiligte Rolle von Schwarzen in der Navy angeschitten. Die hochexplosiven Actionsequenzen sind sehr effektiv ausgefallen und mit fahlen, dunklem Licht wurde eine bedrückende Atmosphäre im U-Boot-Inneren kreiert. Der Suspense-Beschuss allein wird den atemlosen Thriller obenauf zu einem weltweiten Erfolg schwimmen lassen. ara.
| Darsteller: | Matthew McConaughey | als Lt. Andrew Tyler | |
|---|---|---|---|
| Bill Paxton | als Lt. Commander Mike Dahlgren | ||
| Harvey Keitel | als Chief Klough | ||
| Jake Weber | als Lt. Hirsch | ||
| Jon Bon Jovi | als Lt. Pete Emmett | ||
| David Keith | als Marine Major Coonan | ||
| Jack Noseworthy | als Wentz | ||
| Matthew Settle | als Larson | ||
| Thomas Kretschmann | als Wassner | ||
| Terrence 'T.C.' Carson | |||
| Regie: | Jonathan Mostow | ||
| Drehbuch: | Jonathan Mostow | ||
| Sam Montgomery | |||
| David Ayer | |||
| Produzent: | Dino De Laurentiis | ||
| Martha De Laurentiis | |||
| Ausf. Produzent: | Hal Lieberman | ||
| Kamera: | Oliver Wood | ||
| Schnitt: | Wayne Wahrman | ||
| Produktionsdesign: | Bill Skinner | ||
| Götz Weidner | |||
| Marco Trentini | |||
| Kostüme: | April Ferry | ||
| Ton: | Ivan Sharrock | ||
| Jon Johnson | |||
Hitler, U-Boote, geheime Kommandosache - das ist der Stoff aus dem Hollywood Thriller strickt!
Der Riesenerfolg für "Das Boot" belegt die Faszination, die von U-Booten ausgeht (Foto: Constantin)
Doch während dafür wie im Fall "U-571" meist ganze Horden von Drehbuch-Autoren hanebüchene Geschichtsklitterung betreiben, geht Studioriese Fox dagegen historisch ganz korrekt vor. Denn die Geschichte der beiden Taucher John Chatterton und Rich Kohler hat es auch ohne dramaturgische Tricks wahrlich in sich.
Nach Berichten über rätselhafte Beobachtungen von Fischern, stießen Chatterton und Kohler 1991 sechzig Meilen vor der Küste von New Jersey auf das beinahe komplett erhaltene Wrack eines U-Boots. Die Bauweise ließ schnell darauf schließen, dass es sich um ein deutsches Boot aus dem Zweiten Weltkrieg handeln musste.
Das Dilemma dabei jedoch war, dass weder die amerikanische noch die englische Marine im Krieg die Versenkung eines deutschen U-Boots in diesem Gebiet verzeichnet hatten. Auch die deutschen Archive gaben keinerlei Aufschluss, um welches Boot es sich handelte. Schnell wurde das Boot als "Hitler's Lost Sub" zu deutsch "Hitlers verlorenes U-Boot" bekannt und Gerüchte über mysteriöse Geheimaufträge und sonderbare Wunderwaffen schossen ins Kraut.
Chatterton und Kohler beschlossen, das Geheimnis um das unidentifizierte Boot selbst zu lösen. Für sie und zahlreiche Kollegen begann damit eine hochdramatische, insgesamt knapp zwölf Jahre dauernde Suche. In zahllosen Tauchgängen beförderten die Expeditionsmitglieder jedes noch so kleine Detail aus dem U-Boot nach oben. Schließlich gelangten sie zu dem Schluss, dass es sich bei dem Boot um U-869 handeln müsse. Dieses Boot jedoch wurde nach Aufzeichnungen aller Archive am 28. Februar 1945 vor der Küste Afrikas versenkt.
Für die mittlerweile angewachsene Tauchergruppe wurde das Mysterium zur Obsession. Drei Mitglieder, Chris Rowse, sein Sohn Chris Junior und Steve Feldman, verloren sogar ihr Leben bei weiteren Tauchversuchen im Wrack. Schließlich gelang es John Chatterton in einem lebensgefährlichen Unterfangen, weiter als je zuvor in das U-Boot vorzudringen und mit einer Identifikationsmarke des Schiffes zurückzukommen: U-869!
Warum das Boot jedoch dort auf Grund liegt ist bis zum heutigen Tag unklar. Der Autor Robert Kurson beschreibt in "Shadow Divers" die jahrelange Expedition der Taucher und dieses Buch wird Fox auch als Basis der Verfilmung zu Rate ziehen. Wann genau jedoch die erste Klappe zu dem Tauch-Abenteuer fallen soll, ist noch nicht bekannt.
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