Kammerspielartiger Film nach dem gleichnamigen Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder über zwei Männer, die gleich am Tag ihres Kennenlernens zusammenziehen. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf40/b0040981/b150x150.jpg Tropfen auf heiße Steine

Filmdetails

Tropfen auf heiße Steine

Kammerspielartiger Film nach dem gleichnamigen Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder über zwei Männer, die gleich am Tag ihres Kennenlernens zusammenziehen.


Tropfen auf heiße Steine
Start: 07.12.2000

Originaltitel: Gouttes d' eau sur pierres brulantes

Drama

Frankreich/Japan 1999
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Bernard Giraudeau
Malik Zidi
Ludivine Sagnier

Regie: François Ozon
Verleih: Concorde

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Inhalt

Leopold hat Franz auf der Straße kennen gelernt und zu einem Drink zu sich nachhause eingeladen. Die beiden kommen intensiv ins Gespräch und Franz offenbart Leopold seine geheimsten Träume. Danach ist klar, dass der junge Franz beim älteren Leopold bleiben wird. Eine eheähnliche Beziehung etabliert sich. Bis eines Tages die Freundinnen der beiden auftauchen.


Kritik

Tropfen auf heiße Steine

Rainer Werner Fassbinder provoziert. Immer noch. Achtzehn Jahre nach seinem Tod verfilmte der französische Regisseur François Ozon ("Sitcom") Fassbinders mit 19 Jahren geschriebenes und nie von ihm aufgeführtes Stück "Tropfen auf heiße Steine" und belegt, wie wenig sich in Paarbeziehungen seit RWFs Zeiten verändert hat. Eine der Entdeckungen der Berlinale und tagelang diskutiert.

Das stilisiert kühl und distanzierte Drama um sexuelle Hörigkeit, Rituale in Paarbeziehungen und Gewalt und psychisch Brutalität im Alltag sollte in Arthouse- und Off-Kinos bei gezieltem Engagement reüssieren. Ozon nahm sich Fassbinders "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972) und Alain Resnais' "Smoking/No Smoking" (1996) als Vorbilder für die Filmadaption: Studio, ein Schauplatz, keine Außenaufnahmen, die Kamera frontal aufs Geschehen konzentriert. Der naive junge Franz (Malik Zidi) zieht bei dem wesentlich älteren erfolgreichen Geschäftsmann Leopold (Bernard Giraudeau) ein und wird von ihm ausgehalten. Ihre Abhängigkeiten, Rollenspiele und Manipulationsversuche nehmen gefährliche Formen an. Als Franz' Freundin Anna (Ludivine Sagnier) und Leopolds ehemalige Geliebte Vera (Anna Thomson, "Sue", "Fiona"), die zur Transsexuellen wurde, in die Szene platzen, endet die Konfrontation auf engem Problemraum für einen zu stark Liebenden tödlich.

Als sich die vier Darsteller plötzlich aufstellten und die Musik von "Tanze Samba mit mir" wie in einem Befreiungsakt grotesk und bewegend zugleich umsetzten, gab es in Berlin den längsten spontanen Szenenapplaus. Die Schauspieler sind in ihrem Nuancenreichtum ebenso bewunderungswürdig, wie die ironische Imitation der deutschen 70er Jahre vom Staubsauger über das Groschenheft bis zum Kaffeegeschirr. Heinrich Heines "Lorelei"-Gedicht und Franz' Lederhose vervollständigen die perfekte Germanisierung dieser französischen Würdigung des deutschen Autorenkinos, die unbedingt einen Verleih finden sollte. ger.

Tropfen auf heiße Steine

Darsteller:  Bernard Giraudeau   als Léopold
  Malik Zidi   als Franz
  Ludivine Sagnier   als Anna
  Anna Thomson   als Véra
 
Regie:  François Ozon  
Drehbuch:  François Ozon  
Produzent:  Marc Missonnier  
  Kenzo Horikoshi  
Buchvorlage:  Rainer Werner Fassbinder  
Kamera:  Jeanne Lapoirie  
Schnitt:  Laurence Bawedin  
Produktionsdesign:  Arnaud de Moléron  
Kostüme:  Pascaline Chavanne  
Ton:  Eric Devulder  

Hinter den Kulissen: "8 Frauen" vor einer Kamera - der Regisseur muss Franzose sein

Eine Filmdiva alleine kann einen Regisseur locker in die Verzweiflung treiben - Brigitte Bardot, Marylin Monroe oder auch Sharon Stone haben das mit links geschafft. So gesehen hat Francois Ozon wirklich Großes geleistet: Gleich acht Diven folgten brav den Regieanweisungen des 34jährigen - eine Aufgabe, um die er auf den ersten Blick nicht zu beneiden und auf den zweiten zu bewundern ist.

Gruppenbild mit Damen: Versammlung der Diven

Gruppenbild mit Damen: Versammlung der Diven

Immerhin handelte es sich nicht um irgendwelche Schauspielerinnen, sondern um die "Crème de la Crème" des französischen Films: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier und Firmine Richard - allesamt grandiose Miminnen.

Ozon wollte aber genau diese Herausforderung. Lange, bevor er überhaupt an "8 Frauen" dachte, hegte er den Wunsch, einen nur mit Schauspielerinnen besetzten Film zu realisieren.

Zunächst plante er eine Wiederverfilmung von George Cukors "Die Frauen". Aber zwei davon kamen ihm zuvor: Julia Roberts und Meg Ryan hatten sich bereits die Option auf dieses Remake gesichert. Der arme Ozon musste das Projekt auf Eis legen.

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Die Frauen sind zwar schön, haben es aber auch ganz schön in sich

Eine Ode an die Weiblichkeit

Dann stieß er auf ein Theaterstück von Robert Thomas mit dem Titel "8 Frauen", eine Krimikomödie, in der ausschließlich Frauen auftreten. Sie sind in einem Haus eingeschlossen und einander ausgeliefert. Für Ozon der richtige Rahmen für eine Ode an die Weiblichkeit.

Ozon dazu: Wie "Tropfen auf heiße Steine" ist "8 Frauen" ein anti-naturalistischer Film, der Stilisierung und Künstlichkeit nutzt, um weibliche Schönheit und Glamour zu vermitteln. Jede Schauspielerin sollte ein Schönheitsideal verkörpern, das das Publikum zum Träumen bringt."

Da liegt er der Hausherr - und jede der Frauen k&ouml;nnte es gewesen sein

Da liegt er der Hausherr - und jede der Frauen könnte es gewesen sein

8 Frauen - 8 Schönheitsideale

Natürlich ist es für einen jungen Filmemacher eine große Herausforderung, mit Leinwandgrößen wie Deneuve, Huppert oder Beart zu drehen, die bereits mit Regisseuren wie Claude Chabrol, François Truffaut und Jean-Luc Godard zusammengearbeitet haben.

Die Hauptschwierigkeit bestand vor allen Dingen darin, die Stärken jeder einzelnen Diva zur Geltung zu bringen, ohne damit die Spielfreunde der anderen einzuengen. In Francois Ozons Vorstellung sollte jede Schauspielerin ein Schönheitsideal vermitteln.

Catherine Deneuve und Fanny Ardant in ihren beeindruckenden Kost&uuml;men

Catherine Deneuve und Fanny Ardant in ihren beeindruckenden Kostümen

Atemberaubende Kostüme

Ein wichtiges Mittel waren daher die Kostüme, die auch einen Eindruck des jeweiligen Charakters der dargestellten Person geben. Fanny Ardant, die die Rolle einer ehemaligen Cabaret-Tänzerin verkörpert, ist in einem schwarzroten, hautengen Kleid zu sehen. Pikantes Detail: Es wurde so eng genäht, dass Ardant darunter keine Wäsche tragen konnte.

Keine Frage, warum sowohl der Regisseur mit den Hauptdarstellerinnen, als auch diese untereinander wunderbar harmonierten: Ozon verlangte ihnen Höchstleistungen ab.

Ein echter Augenschmaus: Catherine Deneuve tanzt

Ein echter Augenschmaus: Catherine Deneuve tanzt

Künstlerische Herausforderungen

Die acht Diven mussten spielen, sprechen, singen - und tanzen. Jede Persönlichkeit im Film wird über eine individuelle Choreografie herausgearbeitet. Emmanuelle Beart, die in ihrer Karriere bereits einige Tanzerfahrungen gesammelt hat, bereitete dieser Teil der Dreharbeiten erheblich weniger Schwierigkeiten als Catherine Deneuve. Nach Aussage von Sebastien Charles, der für die Choreographie zuständig war, brauchte die Deneuve viel Ermutigung und Zuspruch. Sie meisterte die Herausforderung, wie es sich für eine Diva gehört:

"Meine Natur ist es eher Kino zu machen, als Schauspielerin zu sein. Ich bin eine Dienerin des Films," sagte sie.

Insgesamt scheint ihr die Arbeit mit den anderen Frauen jedoch viel Spaß gemacht zu haben. Angeblich schenkte sie jeder ihrer Kolleginnen am letzten Drehtag eine rote Rose.

Star

Ludivine Sagnier

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