Semi-dokumentarischer Polizeithriller über eine berühmt-berüchtigte brasilianische Spezialeinheit für Bandenbekämpfung. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz29/z0929504/b150x150.jpg Tropa de Elite

Filmdetails

Tropa de Elite

Semi-dokumentarischer Polizeithriller über eine berühmt-berüchtigte brasilianische Spezialeinheit für Bandenbekämpfung.


Tropa de Elite
Start: 06.08.2009

Thriller / Action

Brasilien 2007
Laufzeit: 115 Min.
FSK: k.J. (keine Jugendfreigabe)

Wagner Moura
André Ramiro
Caio Junqueira

Regie: José Padilha
Verleih: Senator

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Nascimento ist gefürchteter Hauptmann einer Polizei-Eliteeinheit, der in den Favelas von Rio de Janeiro des Jahres 1997 Drogenbosse jagt. Nach der Geburt seines ersten Kindes will der Mann die Einheit verlassen, muss aber zuvor noch einen geeigneten Nachfolger finden. Zudem hat der Papst seinen Besuch in der Metropole angekündigt und will in Schussweite der brandgefährlichen Slums nächtigen.


Kritik

Tropa de Elite

José Padilha provoziert mit einem semi-dokumentarischen Polizeithriller über eine berühmt-berüchtigte brasilianische Spezialeinheit für Bandenbekämpfung.

Der überaus kontrovers diskutierte Spielfilmerstling "Tropa de Elite - Elitetruppe" des Brasilianers José Padilha wurde überraschend von der Jury unter Costa-Gavras' Vorsitz mit dem Goldenen Bären belohnt. Eine mutige Entscheidung für ein politisch brisantes, nahezu dokumentarisch inszeniertes Werk, das sich nicht scheut, genau hinzuschauen, Finger in offene Wunden legt und auch als pures (Action-)Spektakel funktioniert.

"Held" und Off-Erzähler des erfolgreichsten brasilianischen Films 2007 - zwölf Millionen Menschen sollen bereits den Rohschnitt auf illegal gebrannten DVDs gesehen, später weitere zweieinhalb Millionen noch ein Kinoticket gelöst haben - ist ein Hauptmann einer Polizei-Eliteeinheit, der in den Favelas von Rio de Janeiro des Jahres 1997 Drogenbosse jagt. Nach der Geburt seines ersten Kindes will der Mann die Einheit verlassen, muss aber zuvor noch einen geeigneten Nachfolger finden. Zudem hat der Papst seinen Besuch in der Metropole angekündigt und will in Schussweite der brandgefährlichen Slums nächtigen...

Man muss Padilhas Debüt im Kontext zu dessen aufsehenerregender Dokumentation "Ônibus 174" (2002) sehen, der tragischen Geschichte eines schwarzen Jugendlichen, der unter größtem Medieninteresse einen Linienbus entführte und schließlich vor laufender Kamera eine Frau umbrachte, ehe er selbst von der Polizei erschossen wurde. Sandro do Nascimento hieß der junge Mann, der, wie der Regisseur damals aufdeckte, der einzige Überlebende eines Polizeimassakers an einer Gruppe Straßenkinder war. Nascimento heißt nun auch Padilhas Über-Cop, der seine Konflikte ebenfalls mit Waffengewalt löst. Zwei Seiten einer Medaille, zwei typische Repräsentanten eines Staates, der alle Gewalt zu verantworten hat - nicht die vielzitierte Armut. Und so gibt es denn hier keine Guten und Bösen, sondern nur Böse: korrupte Polizisten, Elite-Soldaten, die ihren Gefangenen schon mal zwecks Informationsbeschaffung Plastiktüten über den Kopf ziehen, und weiße Mittelstand-Kids, die sich in den Ghettos mit Drogen versorgen und die Dealer reich werden lassen.

Der gnadenlose Inhalt schlägt sich entsprechend im Stil nieder. Zeit zum Atemholen gibt's kaum. Die Kamera arbeitet wie ein Maschinengewehr, zuckt, reißt, schwenkt, stockt. Chaos und Kugelhagel beherrschen die Leinwand, bombastisch tönt der Soundtrack. Streckenweise erliegt der Film fast der Faszination der Gewalt, wenn er in Bildern von Drill und Korpsgeist schwelgt - bis einem davon fast übel wird und man alles doch als Schrei nach Recht und Ordnung lesen kann - nein, muss. geh.

Tropa de Elite

Darsteller:  Wagner Moura   als Capitão Nascimento
  André Ramiro   als André Matias
  Caio Junqueira   als Neto
  Milhem Cortaz   als Capitão Fábio
  Fernanda Machado   als Maria
  Maria Ribeiro   als Rosane
  Fernanda de Freitas   als Roberta
  Paulo Vilela   als Edu
  Marcelo Valle   als Captain Oliveira
  Marcelo Escorel   als Coronel Otávio
 
Regie:  José Padilha  
Drehbuch:  Braulio Mantovani  
  José Padilha  
  Rodrigo Pimentel  
Produzent:  José Padilha  
  Marcos Prado  
Koproduzent:  James D'Arcy  
  Eliana Soárez  
Ausf. Produzent:  Maria Clara Ferreira  
  Bia Castro  
  Bob Weinstein  
  Harvey Weinstein  
Kamera:  Lula Carvalho  
Schnitt:  Daniel Rezende  
Musik:  Pedro Bromfman  
Produktionsdesign:  Tulé Peak  
Kostüme:  Claudia Kopke  
Ton:  Leandro Lima  

Eliteeinheit erobert Berlin

Die 58. Filmfestspiele haben einen Hauptgewinner, mit dem nun wirklich niemand gerechnet hatte...

Großansicht Der Festival-Sieger erzählt von den brutalen Methoden der Drogenpolizei gegen noch brutalere Drogengangster in den Slums von Rio de Janeiro (Foto: Zazen Produções)

Der Festival-Sieger erzählt von den brutalen Methoden der Drogenpolizei gegen noch brutalere Drogengangster in den Slums von Rio de Janeiro (Foto: Zazen Produções)

Der Goldene Bär ging an den brasilianischen Wettbewerbs-Beitrag "Tropa de Elite". Der Thriller um eine Elitetruppe der Polizei in Rio de Janeiro war zwar gut besprochen, aber nicht unbedingt als Favorit gehandelt worden. Regisseur Jose Padilha nahm den Preis bei der feierlichen Gala am Abend des 16. Februars im Berlinale Palast entgegen. Zuvor war der bereits achtfach Oscar-nominierte Kritiker-Favorit "There Will Be Blood" mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet worden: Paul Thomas Anderson als bester Regisseur und John Greenwood für die beste Musik.

Der Silberne Bär für den besten Darsteller ging nicht an den Favoriten Daniel Day-Lewis als brutaler Öl-Magnat in "There Will Be Blood" sondern an Reza Najie für "Avaze Gongjeshk-Ha" ("The Song of Sparrows"). Er spielt in dem iranischen Beitrag einen Bauern, der Arbeit in Teheran sucht und einen gnadenlosen Existenzkampf zu bestehen hat. Als beste Darstellerin wurde Pulibkumsliebling Sally Hawkins geehrt, die in Mike Leighs "Happy-Go-Lucky" als stets gut gelaunte Lehrerin zu sehen ist, deren Leben in Nord-London dazu eigentlich wenig Anlass gibt.

Skandale: Fehlanzeige

Errol Morris erhielt den Großen Preis der Jury für seinen aufwühlenden Dokumentarfilm "Standard Operating Procedure" über US-Folterpraktiken gegen mutmaßliche Terroristen in Abu Ghraib. Für das beste Drehbuch wurde das chinesische Drama "Zuo You" ausgezeichnet. Der von der Kritik gelobte deutsche Wettbewerbsbeitrag "Kirschblüten - Hanami" von Doris Dörrie ging leer aus.

Jury-Präsident Constantin Costa-Gavras kommentierte die teils unerwarteten Preisvergaben dahingehend, dass die Entscheidungen allesamt spontan getroffen worden seien. Obwohl die ganz großen Kinoerlebnisse ausblieben und auch die nationalen und internationalen Filmstars nicht für übermäßiges Aufsehen sorgten, war es mit über 230.000 verkauften Tickets die größte Berlinale aller Zeiten. 2009 öffnet die Hauptstadt ihre Tore für die Filmfestspiele vom 5. bis 15. Februar.

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