Wagner Moura
André Ramiro
Caio Junqueira
Regie: José Padilha
Verleih: Senator
Nascimento ist gefürchteter Hauptmann einer Polizei-Eliteeinheit, der in den Favelas von Rio de Janeiro des Jahres 1997 Drogenbosse jagt. Nach der Geburt seines ersten Kindes will der Mann die Einheit verlassen, muss aber zuvor noch einen geeigneten Nachfolger finden. Zudem hat der Papst seinen Besuch in der Metropole angekündigt und will in Schussweite der brandgefährlichen Slums nächtigen.

José Padilha provoziert mit einem semi-dokumentarischen Polizeithriller über eine berühmt-berüchtigte brasilianische Spezialeinheit für Bandenbekämpfung.
Der überaus kontrovers diskutierte Spielfilmerstling "Tropa de Elite - Elitetruppe" des Brasilianers José Padilha wurde überraschend von der Jury unter Costa-Gavras' Vorsitz mit dem Goldenen Bären belohnt. Eine mutige Entscheidung für ein politisch brisantes, nahezu dokumentarisch inszeniertes Werk, das sich nicht scheut, genau hinzuschauen, Finger in offene Wunden legt und auch als pures (Action-)Spektakel funktioniert.
"Held" und Off-Erzähler des erfolgreichsten brasilianischen Films 2007 - zwölf Millionen Menschen sollen bereits den Rohschnitt auf illegal gebrannten DVDs gesehen, später weitere zweieinhalb Millionen noch ein Kinoticket gelöst haben - ist ein Hauptmann einer Polizei-Eliteeinheit, der in den Favelas von Rio de Janeiro des Jahres 1997 Drogenbosse jagt. Nach der Geburt seines ersten Kindes will der Mann die Einheit verlassen, muss aber zuvor noch einen geeigneten Nachfolger finden. Zudem hat der Papst seinen Besuch in der Metropole angekündigt und will in Schussweite der brandgefährlichen Slums nächtigen...
Man muss Padilhas Debüt im Kontext zu dessen aufsehenerregender Dokumentation "Ônibus 174" (2002) sehen, der tragischen Geschichte eines schwarzen Jugendlichen, der unter größtem Medieninteresse einen Linienbus entführte und schließlich vor laufender Kamera eine Frau umbrachte, ehe er selbst von der Polizei erschossen wurde. Sandro do Nascimento hieß der junge Mann, der, wie der Regisseur damals aufdeckte, der einzige Überlebende eines Polizeimassakers an einer Gruppe Straßenkinder war. Nascimento heißt nun auch Padilhas Über-Cop, der seine Konflikte ebenfalls mit Waffengewalt löst. Zwei Seiten einer Medaille, zwei typische Repräsentanten eines Staates, der alle Gewalt zu verantworten hat - nicht die vielzitierte Armut. Und so gibt es denn hier keine Guten und Bösen, sondern nur Böse: korrupte Polizisten, Elite-Soldaten, die ihren Gefangenen schon mal zwecks Informationsbeschaffung Plastiktüten über den Kopf ziehen, und weiße Mittelstand-Kids, die sich in den Ghettos mit Drogen versorgen und die Dealer reich werden lassen.
Der gnadenlose Inhalt schlägt sich entsprechend im Stil nieder. Zeit zum Atemholen gibt's kaum. Die Kamera arbeitet wie ein Maschinengewehr, zuckt, reißt, schwenkt, stockt. Chaos und Kugelhagel beherrschen die Leinwand, bombastisch tönt der Soundtrack. Streckenweise erliegt der Film fast der Faszination der Gewalt, wenn er in Bildern von Drill und Korpsgeist schwelgt - bis einem davon fast übel wird und man alles doch als Schrei nach Recht und Ordnung lesen kann - nein, muss. geh.
| Darsteller: | Wagner Moura | als Capitão Nascimento | |
|---|---|---|---|
| André Ramiro | als André Matias | ||
| Caio Junqueira | als Neto | ||
| Milhem Cortaz | als Capitão Fábio | ||
| Fernanda Machado | als Maria | ||
| Maria Ribeiro | als Rosane | ||
| Fernanda de Freitas | als Roberta | ||
| Paulo Vilela | als Edu | ||
| Marcelo Valle | als Captain Oliveira | ||
| Marcelo Escorel | als Coronel Otávio | ||
| Regie: | José Padilha | ||
| Drehbuch: | Braulio Mantovani | ||
| José Padilha | |||
| Rodrigo Pimentel | |||
| Produzent: | José Padilha | ||
| Marcos Prado | |||
| Koproduzent: | James D'Arcy | ||
| Eliana Soárez | |||
| Ausf. Produzent: | Maria Clara Ferreira | ||
| Bia Castro | |||
| Bob Weinstein | |||
| Harvey Weinstein | |||
| Kamera: | Lula Carvalho | ||
| Schnitt: | Daniel Rezende | ||
| Musik: | Pedro Bromfman | ||
| Produktionsdesign: | Tulé Peak | ||
| Kostüme: | Claudia Kopke | ||
| Ton: | Leandro Lima | ||
Die 58. Filmfestspiele haben einen Hauptgewinner, mit dem nun wirklich niemand gerechnet hatte...
Der Festival-Sieger erzählt von den brutalen Methoden der Drogenpolizei gegen noch brutalere Drogengangster in den Slums von Rio de Janeiro (Foto: Zazen Produções)
Der Goldene Bär ging an den brasilianischen Wettbewerbs-Beitrag "Tropa de Elite". Der Thriller um eine Elitetruppe der Polizei in Rio de Janeiro war zwar gut besprochen, aber nicht unbedingt als Favorit gehandelt worden. Regisseur Jose Padilha nahm den Preis bei der feierlichen Gala am Abend des 16. Februars im Berlinale Palast entgegen. Zuvor war der bereits achtfach Oscar-nominierte Kritiker-Favorit "There Will Be Blood" mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet worden: Paul Thomas Anderson als bester Regisseur und John Greenwood für die beste Musik.
Der Silberne Bär für den besten Darsteller ging nicht an den Favoriten Daniel Day-Lewis als brutaler Öl-Magnat in "There Will Be Blood" sondern an Reza Najie für "Avaze Gongjeshk-Ha" ("The Song of Sparrows"). Er spielt in dem iranischen Beitrag einen Bauern, der Arbeit in Teheran sucht und einen gnadenlosen Existenzkampf zu bestehen hat. Als beste Darstellerin wurde Pulibkumsliebling Sally Hawkins geehrt, die in Mike Leighs "Happy-Go-Lucky" als stets gut gelaunte Lehrerin zu sehen ist, deren Leben in Nord-London dazu eigentlich wenig Anlass gibt.
Errol Morris erhielt den Großen Preis der Jury für seinen aufwühlenden Dokumentarfilm "Standard Operating Procedure" über US-Folterpraktiken gegen mutmaßliche Terroristen in Abu Ghraib. Für das beste Drehbuch wurde das chinesische Drama "Zuo You" ausgezeichnet. Der von der Kritik gelobte deutsche Wettbewerbsbeitrag "Kirschblüten - Hanami" von Doris Dörrie ging leer aus.
Jury-Präsident Constantin Costa-Gavras kommentierte die teils unerwarteten Preisvergaben dahingehend, dass die Entscheidungen allesamt spontan getroffen worden seien. Obwohl die ganz großen Kinoerlebnisse ausblieben und auch die nationalen und internationalen Filmstars nicht für übermäßiges Aufsehen sorgten, war es mit über 230.000 verkauften Tickets die größte Berlinale aller Zeiten. 2009 öffnet die Hauptstadt ihre Tore für die Filmfestspiele vom 5. bis 15. Februar.
Martin Scorseses erster Kinderfilm: Waisenjunge Hugo kommt in einer Pariser Metrostation großen Geheimnissen auf die Spur. Für 11 Oscars nominiert!
Schöne LoveStory mit Channing Tatum und Rachel McAdams!
Kate Beckinsale ist zurück als Sexiest Vampire-Lady Undead! Top-Action in 3D!
Großer Kinospaß mit Adam Sandler in einer Doppelrolle als Zwillinge, die chaotisch Thanksgiving feiern.