Originaltitel: Matchstick Men
USA 2003
Nicolas Cage
Sam Rockwell
Alison Lohman
Regie: Ridley Scott
Verleih: Warner
Edel-Hochstapler und Trickbetrüger Roy (Nicolas Cage) ist schon lange nicht mehr der Alte und wird von schlimmen Phobien verfolgt. Zeit also, in die wohlverdiente Frühpension zu gehen und dem Nachwuchs in Gestalt von Protegé Frank (Sam Rockwell) das Feld zu überlassen. Zuvor gilt es allerdings, sich den Abschied mit einem letzten großen Coup zu vergolden. Ausgerechnet jetzt kommt dem Duo Roys 14-jährige Tochter Angela (Alison Lohman) in die Quere, von der Daddy bis dato nicht mal ahnte...
Britannias erfolgreicher Regieexport Ridley Scott schippert nach "Hannibal", "Gladiator" und "Black Hawk Down" mit dieser romantisch unterminierten Kriminalkomödie mal wieder in heiter-familiengerechtem Fahrwasser.
Der Clou des neuen Films von Nicolas Cage sind die Tricks seines Gaunerhelden - der Coup ist, Top-Regisseur Ridley Scott dafür gewonnen zu haben.
Verschnaufen mit Stil! Zwischen zwei kriegerischen Pulsbeschleunigern, "Black Hawk Down" und "Tripoli", überrascht Ridley Scott mit einem Charakterstück. Einer sympathischen Gaunerei, die Haken schlägt und dabei den familiären Charme von "Paper Moon" reproduziert.
Nicolas Cage und Sam Rockwell, mit "Adaption" und "Geständnisse" beide zuletzt Stars in exzentrischen Qualitätsfilmen, spielen die Trickbetrüger Roy und Frank. Profis, die sich mit kleinen Lügen profitabel durchs Leben manövrieren, bis Roys Phobien und Neurosen ein Risikofaktor werden.
So sucht Roy die Hilfe eines Psychoanalytikers und findet auf therapeutischen Umwegen seine, ihm bisher unbekannte 14-jährige Tochter (Alison Lohman). Je besser sich Teenager und Vater kennen lernen, desto mehr profitieren beide von dieser immer emotionaler werdenden Beziehung.
Als sich Angela sogar als smarter Nachwuchs in Daddys Business entpuppt, wird sie Teil eines riskanten Spiels, dessen Ausgang weder die Betrüger noch wir als ihre Beobachter voraussehen können. So geht man "Tricks" auf den Leim und bleibt - ge- wie auch entspannt - im Kinosessel kleben.
| Darsteller: | Nicolas Cage | als Roy | |
|---|---|---|---|
| Sam Rockwell | als Frank | ||
| Alison Lohman | als Angela | ||
| Bruce Altman | als Dr. Klein | ||
| Bruce McGill | als Chuck Frechette | ||
| Jenny O'Hara | als Mrs. Schaffer | ||
| Steve Eastin | als Mr. Schaffer | ||
| Beth Grant | als Angestellte Wäscherei | ||
| Sheila Kelley | als Kathy | ||
| Fran Kranz | als Freund | ||
| Tim Kelleher | als Bishop | ||
| Nigel Gibbs | als Holt | ||
| Bill Saito | als Apotheker 1 | ||
| Tim Maculan | als Apotheker 2 | ||
| Stoney Westmoreland | als Mann in Schlange | ||
| Regie: | Ridley Scott | ||
| Drehbuch: | Nicholas Griffin | ||
| Ted Griffin | |||
| Produzent: | Jack Rapke | ||
| Ridley Scott | |||
| Steve Starkey | |||
| Ted Griffin | |||
| Sean Bailey | |||
| Koproduzent: | Charles J. D. Schlissel | ||
| Giannina Facio | |||
| Ausf. Produzent: | Robert Zemeckis | ||
| Buchvorlage: | Eric Garcia | ||
| Kamera: | John Mathieson | ||
| Schnitt: | Dody Dorn | ||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
| Geoff Zanelli | |||
| James Michael Dooley | |||
| Produktionsdesign: | Tom Foden | ||
| Michael Manson | |||
| Kostüme: | Michael Kaplan | ||
| Ton: | Lee Orloff | ||
| Casting: | Debra Zane | ||
"Eins, zwei, drei" mal macht Roy die Tür auf und wieder zu, zählt dabei laut mit. Erst dann lässt er seinen Partner in die Wohnung. Aber wehe, der zieht sich nicht brav die Schuhe aus, bevor er den Teppich betritt...
Brüder im Geiste: Regisseur Ridley Scott und Hauptdarsteller Nic Cage am Set von "Tricks" (Foto: Warner)
Und ohne Thunfisch würde Roy gar verhungern, denn das ist das einzige, was er isst. Die leere Dose fasst er hinterher nur mit Plastikhandschuhen an, verpackt den Abfall in einen kleinen Plastiksack und steckt das Ganze vakuumversiegelt in den Mülleimer.
"Anankasmus" nennen Ärzte derartige Zwangserkrankungen. Das Leben damit ist verdammt anstrengend - und natürlich ein wunderbares Filmthema, wie Hollywood spätestens seit "Besser geht's nicht" weiß. Doch Nicolas Cage als Betrüger-Ass in Ridley Scotts "Tricks" spielt vielleicht den kompliziertesten und liebenswertesten Filmcharakter mit Ticks und Sauberkeitszwang.
Das könnte daran liegen, dass Regisseur Scott sich besonders gut in Roy einfühlen kann. Er teilt nämlich dessen Zwänge, wie die Regie-Legende nun zugegeben hat:
"Die Figur, die Nicolas da spielt, ist wie ich. Nein, eigentlich BIN ich diese Figur. Ich habe beispielsweise den schweren Fehler begangen, in meinem Haus in L.A. weiße Böden verlegen zu lassen. Es sah toll aus und ich war begeistert - bis die ersten Gäste kamen und ich völlig verzweifelte."
Auch seinen Arbeitsalltag plant Scott minutiös durch. Keine Spur von kreativem Chaos:
"Gerade WEIL ich so gut organisiert bin, habe ich keine Angst vor dem Chaos. Das ist ja genau der Job eines Regisseurs: Ordnung ins Chaos bringen."
Womit endlich das überraschend simple Erfolgsgeheimnis von Filmen wie "Alien", "Blade Runner", "Thelma & Louise" oder "Gladiator" gelüftet wäre...
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