Sensibles Melodram über eine familiär traumatisierte Zehnjährige und ihre Freundschaft zu einem geistig behinderten Mann. http://images.kino.de/flbilder/max03/auto03/auto08/03080677/b150x150.jpg Träume bis ans Ende der Welt

Filmdetails

Träume bis ans Ende der Welt

Sensibles Melodram über eine familiär traumatisierte Zehnjährige und ihre Freundschaft zu einem geistig behinderten Mann.


Träume bis ans Ende der Welt
Start: 15.10.1998

Originaltitel: Digging to China

Drama

USA 1997
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Kevin Bacon
Mary Stuart Masterson
Cathy Moriarty

Regie: Timothy Hutton
Verleih: Arsenal

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Inhalt

Fantasie und kindlich magische Erlebniswelt lassen die 10jährige Harriet immer wieder aus der tristen Realität einer nicht intakten Familie fliehen. Bis sie im 30jährigen, geistig behinderten Ricky einen Seelenverwandten entdeckt, zu dem sie eine intensive, unschuldige, aber von ihrer Umwelt dennoch mißverstandene und geächtete Freundschaft aufbaut.


Kritik

Träume bis ans Ende der Welt

18 Jahre nachdem Schauspieler Timothy Hutton sein Filmdebüt in Robert Redfords Regieerstling "Eine ganz normale Familie" mit Oscarehren absolvierte, tritt nun auch er, nach Praxiserfahrungen mit diversen Videoclips, hinter die Kamera eines Spielfilms. Und inszeniert ein ehrenwertes Kindheits-Melodram, das wie Redfords Debüt durch Sensibilität und gute Darsteller besticht, ohne aber dessen psychologische Komplexität und emotionale Wucht zu erreichen. Trotz guter Absichten und routinierter Realisierung sind die kommerziellen Chancen solcher Stoffe, wie unlängst schon "Heimliche Freunde" zeigte, nicht gerade rosig.

Wie John Duigans sozialsatirisches Märchen erzählt auch Karen Janszens Drehbuch die Geschichte einer in falsches Licht gerückten Freundschaft zwischen einem jungen Mädchen und einem erwachsenen Mann. Der gravierendste Unterschied ergibt sich aus der geistigen Behinderung des 30jährigen Ricky (Kevin Bacon mit ausgeprägter Körpersprache), die ihm den Zugang zur Erlebniswelt der 10jährigen Harriet (wie Duigans Mischa Barton eine Entdeckung: Evan Rachel Wood) problemlos ermöglicht. Litt Bartons Familie unter einem dramatischen Spießersyndrom, ist Woods Situation ungleich komplizierter. Ihre Mutter (Cathy Moriarty mit kurzem, aber gewohnt prägnantem Auftritt) spricht dem Alkohol, ihre Schwester Gwen (Abkehr vom zarten Schneewittchen-Image: Mary Stuart Masterson) den Männern zu. Als Moriartys Figur vom Tod aus dem Film geholt wird, und sich Gwen als wirkliche Mutter Harriets outet, flüchtet sich das entwurzelte Mädchen in die intensive Freundschaft zu Ricky. So sensibel Hutton auch die magisch-fantasievolle Zuflucht und die triste Realität seiner rebellischen Protagonistin zeichnet, leidet doch sein, sich auf Rickys Freundschaft und die Annäherung an Gwen konzentrierender Film an der mangelnden Originalität des Stoffes. Geschichten wie diese haben in der Literatur wie auch im Kino Amerikas eine solide Tradition. Und wenn sie wie hier inszenatorisch (lange Einstellungen, ruhiger Rhythmus, statische Kamera) und inhaltlich ohne größere Überraschungsmonente serviert werden, ist das Kino als Aufführungsort kein Muß, und ein anderes populäres Medium eine echte Alternative. Selbst Anjelica Hustons "Bastard out of Carolina" blieb schließlich nur die TV-Auswertung, obwohl ihr Regiedebüt im Unterschied zu Huttons nicht erzählerisch gediegen und zärtlich, sondern provokant, kompromißlos und mitreißend ausgefallen war. kob.

Träume bis ans Ende der Welt

Darsteller:  Kevin Bacon   als Ricky Schroth
  Mary Stuart Masterson   als Gwen Frankovitz
  Cathy Moriarty   als Mrs. Frankovitz
  Evan Rachel Wood   als Harriet Frankovitz
  Marian Seldes   als Leah Schroth
 
Regie:  Timothy Hutton  
Drehbuch:  Karen Janszen  
Produzent:  Alan Mruvka  
  Marilyn Vance  
  John Davis  
  J. Todd Harris  
Ausf. Produzent:  Etchie Stroh  
  David T. Friendly  
  Stephen Nemeth  
Kamera:  Jörgen Persson  
Schnitt:  Dana Congdon  
  Alain Jakubowicz  
Musik:  Cynthia Millar  
Produktionsdesign:  Robert De Vico  
Kostüme:  Mary Zophres  

Star

Kevin Bacon

Seine Fähigkeit, unsympathischen Charakteren freundliche Züge zu verleihen und faszinierende, von einer fixen Idee besessene Personen zu spielen...

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