Regie: John Lasseter
Verleih: Buena Vista
Die Cowboypuppe Woody ist der Liebling des kleinen Andy und damit auch der Chef im Kinderzimmer. Das ändert sich schlagartig, als Andy den futuristischen Actionhelden Buzz Lightyear geschenkt bekommt. Ein Plan, den ungeliebten Widersacher loszuwerden, schlägt fehl und schon befinden sich die beiden gemeinsam in der großen, weiten Welt - ein gefährlicher Ort für Spielzeuge!

Nur noch die Fantasie ist die Grenze. Das ist die faszinierende und gleichzeitig ein wenig beängstigende Erkenntnis, die man aus John Lasseters gigantisch großem Wurf "Toy Story" gewinnt. Genau wie "Nightmare Before Christmas" vor zwei Jahren sprengt dieses Kronjuwel unter den Trickfilmen aus dem Hause Disney die Vorstellung davon, was bislang im Bereich des Animationsfilms machbar war - und geht noch weit darüber hinaus. Denn anders als Tim Burtons wild delirierende Stopmotion-Freakshow reizt "Toy Story" nicht die Möglichkeiten einer längst vorhandenen Technik aus. Pionieren gleich beackern Lasseter und Crew filmisches Neuland. Dieser erste komplett und ausschließlich im Computer entstandene abendfüllende Film der Geschichte ist eine 77minütige Meisterleistung, in der sich Innovation, Imagination und nicht zuletzt die eigenwillige Vision des Regisseurs zu einem Kinoerlebnis vereinigen, das sich mit keinem Animationsfilm davor vergleichen läßt: Sehr viel mehr Spaß als dieses Spektakel kann ein Film kaum machen. Lasseter versteht es, die Wunder seiner unglaublichen Technologie in den Dienst einer im Grunde ganz klassischen, beinahe schon konservativen Story zu stellen. Ganz in der Tradition der Walt Disney Studios singt "Toy Story" im Glanz seiner blitzsauberen, auf faszinierende Weise antiseptischen Bilder das Hohelied auf die wundersamen Wonnen suburbaner Familienidylle, um dem Zuschauer einen Rückhalt in der Springflut der Einfälle und verrückten Ideen zu bieten. Ein Rezept, das perfekt funktioniert, zumal Disneys Drehbuchautoren hier wieder jenen feingeschliffenen Wortwitz aufblitzen lassen, der zuletzt bei "Aladdin" so richtig von der Leine gelassen wurde. Natürlich schadet es nicht, daß mit Tom Hanks und Tim Allen zwei der größten amerikanischen Unterhaltungs-Stars den beiden Protagonisten im Original ihre charismatischen Stimmen leihen. "Toy Story" ist Eskapismus-Entertainment im besten Sinne und entführt den Zuschauer in eine Welt, in der die Spielzeuge zu Leben erwachen, sowie kein Mensch im Raum ist. Im Reich des kleinen Andy ist es die alte Cowboy-Puppe Woody (Hanks), die als Favorit des Jungen das Sagen im Kinderzimmer hat. Dessen Status gerät mächtig ins Wanken, als mit der Astronauten- Action-Puppe Buzz Lightyear (Allen) ein hochmoderner Konkurrent das Herz des Jungen erobert. Ein Plan, den ungeliebten Widersacher zu beseitigen, schlägt fehl, und schon bald darauf befinden sich die beiden gemeinsam in der großen, weiten Welt, in der es zahllosen Gefahren zu Trotzen gilt. Ihr Weg zurück in die heimischen vier Wände gerät nicht nur zur Abenteuer-Odyssee, sondern auch zum Wettlauf gegen die Zeit, denn Andys Familie bereitet sich vor zum großen Umzug in ein neues Haus. Die Animation ist perfekt und makellos geraten. Jede Befürchtung, die Möglichkeiten der Computeranimation seien noch nicht weit genug gediehen, um die große Leinwand mit den nötigen Qualitätsbildern zu füllen, fegt Oscar-Gewinner John Lasseter bereits in der Eröffnungssequenz souverän beiseite. Wie bei den besten Disney-Zeichentrickfilmen liegt die Magie in der Liebe zum Detail, in der Ausführung von unglaublich einfallsreichen Szenen und in der liebevollen Ausarbeitung seiner Figuren. Daß Lasseter trotz des ohnehin unglaublichen Aufwands auch noch jede sich ihm bietende Möglichkeit nutzt, seinen augenzwinkernden Zusammenprall der Helden der alten und neuen Frontier mit Zitaten und Verweisen auch für Erwachsene zum Augenschmaus werden zu lassen, verleiht "Toy Story" endgültig jene Krone, die ihn als legitimen Nachfolger des "König der Löwen" auszeichnet. Hier bekommen nicht nur Vertreter von Spielzeugfirmen angesichts der unendlichen Cross-Promotion-Möglichkeiten feuchte Hände. ts.
| Sprecher: | Tom Hanks | als Woody | |
|---|---|---|---|
| Tim Allen | als Buzzy Lightyear | ||
| Don Rickles | als Mr. Potato Head | ||
| Jim Varney | als Slinky Dog | ||
| Wallace Shawn | als Rex | ||
| John Ratzenberger | als Hamm | ||
| Annie Potts | als Bo Peep | ||
| John Morris | als Andy | ||
| Erik von Detten | als Sid | ||
| Laurie Metcalf | als Andys Mom | ||
| R. Lee Ermey | als Sarge | ||
| Sarah Freeman | als Hannah | ||
| Regie: | John Lasseter | ||
| Drehbuch: | Joss Whedon | ||
| Andrew Stanton | |||
| Joel Cohen | |||
| Alec Sokolow | |||
| Produzent: | Ralph Guggenheim | ||
| Bonnie Arnold | |||
| Ausf. Produzent: | Edwin Catmull | ||
| Steve Jobs | |||
| Schnitt: | Robert Gordon | ||
| Lee Unkrich | |||
| Musik: | Randy Newman | ||
| Animation: | Peter Docter | ||
Als Grundlage für die Hollywood-Produktion soll die Ende Oktober erscheinende Biografie über den letzte Woche verstorbenen Apple-Mitbegründer Steve Jobs dienen.
Es war ein Ableben mit Ansage - und trotzdem erschütterte der Tod von Steve Jobs letzte Woche die ganze Welt. Freunde wie Konkurrenten zeigten sich tief getroffen vom Ableben des Apple-Mitbegründers. Jobs hatte mit seinen innovativen Apple-Produkten wie iPod, iPhone, iMac oder iPad die Welt verändert wie kaum ein anderer und machte ganz nebenbei Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Steve Jobs war mit Leib und Seele Entrepreneur, ein Macher.
Er lief keinen Trends hinterher, er setzte sie mit seinen Apple-Ideen. Jobs war es, der den Menschen sagte, was sie brauchen und lieferte es ihnen. Ähnlich wie sein großer Konkurrent Microsoft-Boss Bill Gates operierte Jobs zu Beginn seiner Apple-Karriere mit seinen Partnern von einer kleinen Garage in Kalifornien aus. In seiner Zeit bei Pixar verantwortet Steve Jobs unter anderem "Toy Story". Der Tod der Lichtgestalt hinterlässt eine Lücke, die eine Biografie und ein Film nun wenigstens ein bisschen füllen sollen.
Sony Pictures bemüht sich gerade um die Verfilmungsrechte der Jobs-Biografie "Steve Jobs" aus der Feder des Journalisten Walter Isaacson. Das Buch basiert auf über 40 Interviews, die der Autor mit Jobs innerhalb von zwei Jahren geführt hatte. Außerdem hat Isaacson Gespräche mit über 100 Freunden, Familienangehörigen, Kollegen und Kontrahenten des Apple-Chefs aufgezeichnet. Herausgekommen ist ein mitreißendes Porträt über Steve Jobs, das dessen beeindruckende Achterbahnkarriere beschreibt.
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