Die fesselnde Fallstudie über die Folgen eines Verbrechens wurde beim Hamburger Filmfest mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto43/11430724/b150x150.jpg Tödlicher Rausch

Filmdetails

Tödlicher Rausch

Die fesselnde Fallstudie über die Folgen eines Verbrechens wurde beim Hamburger Filmfest mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet.


So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nach dem Tod ihres jüngeren Bruders kehrt Krankenschwester Nina in ihre oberbayerische Heimat zurück. Florian hat sich angeblich ganz allein zu Tode gesoffen. Nina will das nicht glauben und sorgt mit ihren Fragen für viel Unruhe im Dorf. Der Einzige, der rückhaltlos auf ihrer Seite steht, ist Polizist Georg. Nina verliebt sich in den verständnisvollen Mann, der so gut zuhören kann. Sie hat keine Ahnung, dass er ein furchtbares Geheimnis hütet.


Kritik

Tödlicher Rausch

Der Österreicher Johannes Fabrick ist Spezialist für Dramen der besonderen Art. Er verfasst die Drehbücher zwar nur in Ausnahmefällen selbst, aber seine Filme (zuletzt "Ich habe es dir nie erzählt") zeichnen sich dennoch gern durch ganz spezielle Beziehungskonstrukte aus. Nicht selten geht es dabei um eine Schuld, die zwischen zwei Liebenden steht. Autorin Claudia Kaufmann, die für Fabrick auch schon "Die Tochter des Mörders" geschrieben hat, verpackt ihre Geschichte zwar als Krimi, doch auch "Tödlicher Rausch" ist eine dieser für Fabrick so typischen Studien der menschlichen Natur.

Dank einer cleveren Besetzung gelingt es dem Regisseur sogar, Sympathie für seine Hauptfigur Georg zu erwecken, obwohl sich der Mann eines ungeheuerlichen Vergehens schuldig gemacht hat. Und weil man die ganze Zeit weiß, welch' doppeltes Spiel er treibt, bleibt man nicht bloß Beobachter, sondern wird Mitwisser und so quasi auch Mittäter. Dass Georg Polizist ist, vergrößert die moralische Fallhöhe naturgemäß noch.

Die Geschichte beginnt mit einem Wettkampftrinken zwischen einem Erwachsenen und einem Jungen. Der heißt Florian, hat Geburtstag und ist 16 geworden. Der Ältere hätte ihn vermutlich ohnehin unter den Tisch getrunken, doch der Wirt füllt seine Schnapsgläser mit Leitungswasser. Am nächsten Morgen liegt der Junge im Straßengraben; Tod durch Alkoholvergiftung. Seine Schwester Nina fühlt sich zweifach schuldig: weil sie ihren kleinen Bruder nach dem Tod des Vaters in dem oberbayerischen Dorf zurückgelassen hat, als sie nach München gezogen ist; und weil sie nicht zu seinem Geburtstag gekommen ist. Sie kann und will nicht glauben, dass sich Florian, wie man ihr sagt, ganz allein bis zur Besinnungslosigkeit betrunken hat. Doch Nina stößt auf eine Mauer des Schweigens. Einer allerdings hat ein offenes Ohr für ihren Kummer. Er ist ein ausgezeichneter Zuhörer. Die beiden kommen sich näher, verlieben sich sogar; und Nina hat keine Ahnung, dass Georg ein furchtbares Geheimnis hütet.

Claudia Kaufmanns Geschichte ist eine geschickte Mischung aus Krimi, Drama und Romanze. Gäbe es den Prolog nicht, Fritz Karl wäre wie stets der perfekte Sympathieträger. Mag sein, dass Georg die Nähe Ninas (Lisa Maria Potthoff) anfangs nur sucht, um herauszufinden, ob sie durch ihre Nachforschungen womöglich die Wahrheit entdeckt; doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto tiefer und echter wird seine Zuneigung. Allerdings ist die Neugier der jungen Frau nicht Georgs einziges Problem: Als Nina feststellt, dass der Wirt (Heinz-Josef Braun) Schnaps an Minderjährige ausschenkt, will sie sein Lokal schließen lassen. Prompt erpresst der Kneipier den Polizisten, die Anklage verschwinden zu lassen. Als sich eine günstige Gelegenheit ergibt, lädt Georg noch mehr Schuld auf sein Gewissen.

Fast schon gelassen, betont unspektakulär und eher beobachtend als inszenierend schildert Fabrick, wie sich ein Mann immer tiefer ins Unheil manövriert. Ähnlich wie in Kriminalgeschichten, bei denen man von Anfang an weiß, wer der Mörder ist, entsteht die Spannung aus der Frage, ob und wie Georg aus der Sache wieder rauskommt. Zusätzlichen Reiz bekommt der Film durch die Übersichtlichkeit des Handlungsorts: In einem Dorf kennt jeder jeden. Im Gegensatz zu vielen Provinzkrimis, die auf skurrile Figuren und entsprechenden Humor setzen, ist diese Geschichte auch dank der atmosphärischen frühwinterlichen Bilder (Kamera: Helmut Pirnat) vor allem Liebes- und Heimatdrama. "Tödlicher Rausch" wurde beim Hamburger Filmfest mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet. tpg.

Tödlicher Rausch

Darsteller:  Lisa Maria Potthoff   als Nina Wieser
  Fritz Karl   als Georg Hofmeier
  Olivia Pascal   als Susanne Wieser
  Jürgen Tarrach   als Andreas
  Heinz-Josef Braun   als Karl
  Matthias Kupfer   als Jens
  Franziska Schlattner   als Brigitte
  Julia Sophie Schabus   als Marie
  Dieter Kirchlechner   als Max Baumann
  Wolfgang Hübsch   als Kommissar Ehrlich
  Maximilian Waldmann   als Basti
  Sandro Lohmann   als Florian "Flo"
  Monika Baumgartner   als Kati
 
Regie:  Johannes Fabrick  
Drehbuch:  Claudia Kaufmann  
Produzent:  Uli Aselmann  
Kamera:  Helmut Pirnat  
Schnitt:  Sandy Saffeels  
Musik:  Jochen Schmidt-Hambrock  
Produktionsdesign:  Thilo Mengler  
Maske:  Nanni Gebhardt-Seele  
Ton:  Uli Winkler  

Star

Lisa Maria Potthoff

Lisa Maria Potthoff begann ihre Fernsehkarriere bereits Anfang der 1990er-Jahre. In Gregor Schnitzlers "Soloalbum" hatte sie 2003...

Star

Fritz Karl

Der österreichische Schauspieler Fritz Karl konzentrierte sich zunächst ganz auf das Theater. Nur allmählich verlegte er den Schwerpunkt seiner...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.