TV-Thriller nach der gleichnamigen Romanvorlage von Friedrich Ani. http://images.kino.de/flbilder/max08/auto08/auto44/08440970/b150x150.jpg Todsünde

Filmdetails

Todsünde

TV-Thriller nach der gleichnamigen Romanvorlage von Friedrich Ani.


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Inhalt

In einer Tiefgarage wird eine tote Frau nackt in einem Kleiderschrank entdeckt. Ihre Identität ist zwar rasch herausgefunden, doch dafür fehlt jede Spur ihrer verschwundenen kleinen Tochter. Kein leichter Fall für den früheren Mönch Polonius Fischer. Einen zweiten Frauenmord klärt er hingegen im Handumdrehen. Obwohl sich offenkundige Parallelen zwischen den Fällen auftun, scheint es einen zweiten Mörder zu geben.


Kritik

Todsünde

Kaum zu glauben, dass die unglaubliche Vielfalt der Fernseh- und Romanlandschaft tatsächlich einen völlig neuen Typus zu bieten hat. Klerikale Ermittler ("Pfarrer Braun") sind ja ein alter Hut, und garantiert gab es auch schon gläubige Polizisten. Ein Kommissar jedoch, der einen nicht geringen Teil seines Lebens im Kloster verbracht hat: Das klingt zwar nicht auf Anhieb glaubwürdig, aber faszinierend.

Krimischriftsteller Friedrich Ani hat diese Figur zum Helden zweier Romane gemacht, auch wenn die Bezeichnung "Held" falsche Erwartungen weckt: Polonius Fischer ist eine etwas sperrige Hauptfigur, ein durchgeistigter Kriminalist, der seine Mitarbeiter auf Distanz hält, was seine Ermittlungsfortschritte angeht, dafür gern ins Dozieren verfällt (etwa über die Synchronizität zweier scheinbar unabhängiger Ereignisse) oder Weisheiten zum Besten gibt ("Nehmen Sie Ihr Leben nicht so persönlich"). Der gleichfalls stets etwas distanziert wirkende Hanns Zischler ist die perfekte Besetzung für diesen Einzelgänger, bei dem man auch als Zuschauer nie so genau weiß, wo man dran ist.

Fischers erster von zwei Fällen gilt der Suche nach dem Mörder einer Frau, die in einer Tiefgarage nackt in einem Kleiderschrank gefunden worden ist. Adaptiert wurde Anis Romanvorlage "Idylle der Hyänen" von Hannah Hollinger (Buch) und Matti Geschonneck (Regie). Das Gespann hat bereits über ein Dutzend gemeinsamer Filme realisiert, darunter manche Krimis, in denen die Atmosphäre oft wichtiger war als die Suche nach dem Täter. Auch diesmal ist man den Ermittlern als Zuschauer um einige Schritte voraus, ohne deshalb aber wirklich mehr zu wissen. Dass sich die Handlung auf verschiedenen parallel erzählten Ebenen abspielt (die Synchronizität der Ereignisse!), macht zwar einen gewissen Teil der Faszination aus, trägt aber nicht unwesentlich zur Verwirrung bei. So rätselt man beispielsweise eine ganze Weile, welchen Bezug zwei recht undurchsichtige Herren zur Handlung haben; so reizvoll es auch ist, dass sich die beiden Darsteller (Matthias Brandt und Christoph Waltz) dank einer imposanten Anzahl an Schurkenrollen gleichermaßen als Hauptverdächtige aufdrängen. Die Alltagsferne diverser mitunter gar kafkaesk anmutender Dialoge unterstreicht die Konstruiertheit gerade der Hauptfigur, ein Eindruck, der durch den Kontrast zwischen Fischer und seiner jungen Kollegin (Lisa Maria Potthoff) noch verstärkt wird. Kein eingängiger Krimi also, aber durchaus eine Herausforderung, der man sich stellen sollte. tpg.

Todsünde

Darsteller:  Hanns Zischler   als Polonius Fischer
  Lisa Maria Potthoff   als Liz Sinkel
  Klaus Ofczarek   als Sylvester Weningstedt
  Matthias Brandt   als Jonathan Badura
  Christoph Waltz   als Sebastian Flies
  Johannes Silberschneider   als Franz Wohlfahrt
  Sissy Höfferer   als Ann-Kristin Seeliger
  Sandra Borgmann   als Esther Barbarov
  Stephan Zinner   als Georg Ohnmus
  Hans-Michael Rehberg   als Gerichtsmediziner
  Ulli Maier   als Micha Schell
  Rainer Bock   als Neidhard Moll
  Charlott-Theres Diekmann   als Katinka Schubart
  Valerie Koch   als Ines Gebirg
  Elisabeth von Koch   als Nele Schubart
  Andreas Giebel   als Heiner Sobeck
  Heinz-Josef Braun   als Klaus Rieber
  Leonie Thelen   als Anja Rieber
  Dietmar Mössmer   als Jossi Brug
  Elisabeth Rath   als Elisabeth Badura
  Thomas Kylau   als Dr. Jan-Erich Schubart
  Marco Bretscher-Coschignano   als Benjamin Flies
  Soogi Kang   als Frau Chen
  Annette Paulmann   als Sylvia Mangold
 
Regie:  Matti Geschonneck  
Drehbuch:  Hannah Hollinger  
Produzent:  Reinhold Elschot  
Buchvorlage:  Friedrich Ani  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Musik:  Ralf Wienrich  

Star

Hanns Zischler

Schöngeist mit Männlichkeit, einsamer Wolf mit poetischer Ader und zeitloser Ladies Man mit dem Charme vertrauenerweckender Integrität,...

Star

Lisa Maria Potthoff

Lisa Maria Potthoff begann ihre Fernsehkarriere bereits Anfang der 1990er-Jahre. In Gregor Schnitzlers "Soloalbum" hatte sie 2003...

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