Nach dem Drogentod der Mutter reist die zehnjährige Jeliza-Rose mit ihrem Vater, einem heroinabhängigen Rockmusiker, in die Prärie, wo er in einer Einöde in einer klapprigen Hütte groß wurde. Während Jeliza-Rose die Umgegend zu erforschen beginnt, nimmt auch der Vater Abschied von seinem irdischen Dasein. Völlig auf sich allein gestellt, mit der langsam verwesenden Leiche des Vaters als ständiges Mahnmal, zieht sich das einsame Mädchen mehr und mehr zurück in eine morbide Fantasiewelt, in der sie neue Freunde findet.

Obwohl Düsternis und Verzweiflung immer ein Merkmal selbst der verspieltesten und drolligsten Filme von Terry Gilliam waren, hat der Regisseur seinen finsteren Impulsen noch nie so kompromisslos wie hier nachgegeben, in seiner visuell immer beeindruckenden Verfilmung des Romans von Mitch Cullin. Die morbide Variation von "Alice im Wunderland" entstand für ein Budget von acht Mio. Pfund komplett während der Fertigstellung des problembeladenen "Brothers Grimm" im kanadischen Saskatchewan. Zusammengehalten werden die grotesken Ereignisse, in wahrer Gilliam-Manier mit extremen Kamerawinkeln und verzerrenden Linsen festgehalten, von der beeindruckenden Zehnjährigen Jodelle Ferland, die den Film mühelos trägt.
| Darsteller: | Jodelle Ferland | als Jeliza-Rose | |
|---|---|---|---|
| Janet McTeer | als Dell | ||
| Brendan Fletcher | als Dickens | ||
| Jeff Bridges | als Noah | ||
| Jennifer Tilly | als Queen Gunhilde | ||
| Adlon Adair | als Luke | ||
| Wendy Anderson | |||
| Sally Crooks | |||
| Regie: | Terry Gilliam | ||
| Drehbuch: | Terry Gilliam | ||
| Produzent: | Jeremy Thomas | ||
| Gabriella Martinelli | |||
| Ausf. Produzent: | Peter Watson | ||
| Buchvorlage: | Mitch Cullin | ||
| Kamera: | Nicola Pecorini | ||
| Schnitt: | Lesley Walker | ||
| Musik: | Jeff Danna | ||
| Mychael Danna | |||
| Produktionsdesign: | Jasna Stefanovic | ||
Terry Gilliam drehte sein Traumprojekt "Tideland" parallel zu dem groß angelegten Film "Brothers Grimm". Weil die Produzenten sich weigerten, auch sein eigensinniges Werk "Tideland" zu bewerben, machte der außergewöhnliche Regisseur in den Straßen von New York mit einem Schild auf seinen Film aufmerksam. In den US-Kinos lief "Tideland" nur kurz, auf die deutschen Leinwände kam er gar nicht. Jetzt erscheint das umstrittene Drama über die Fantasiewelt einer Zehnjährigen auf DVD.
Die Verfilmung des Romans von Mitch Cullin erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Mädchens (Foto: Concorde)
» Welche Geschichten haben Sie Ihren Kindern vorgelesen?
TERRY GILLIAM: Die Märchen der Gebrüder Grimm. Das sind doch immer noch die besten Geschichten. Übrigens, in dem Haus, das wir für den Film verwendet haben, habe ich eine zensierte Kinderversion von "Rotkäppchen" gefunden. Der Wolf frisst darin überhaupt nicht die Großmutter. Diese Version des Märchens ergab gar keinen Sinn.
Es geht bei Märchen doch darum, dass es düstere Situationen gibt, aber letztendlich immer einen Ausweg. Dieser Optimismus ist das richtige Training, das Kinder für ihren späteren Lebensweg brauchen. Es ist wichtig, Kinder zu erschrecken.
"Tideland" wurde in Deutschland nur auf dem Münchner Filmfest gezeigt, Gilliam-Fans mussten auf die DVD warten (Foto: Concorde)
» Vor was haben Kinder Angst?
Es sind die Dinge, die im Dunkeln passieren, wenn das Licht ausgeht und unheimliche Geräusche zu hören sind.
» Wie schaffen Sie es, sich für Ihre Filme in Kinder hineinzuversetzen?
Wenn ich einen Film mache, tauche ich vollkommen in diese Welt ein. Ich werde zwar nicht zu der Filmfigur, aber ich werde ihr ziemlich ähnlich. Ich versuche, für mich und die Schauspieler diese erstaunliche, unheimliche und fantasievolle Welt zu erschaffen. Im Endeffekt spielen wir wie Kinder. Wenn man es nicht schafft, mit einer gewissen Offenheit, Albernheit und einer gehörigen Portion Mut zu spielen, fehlt die Magie.
Jeff Bridges, Sohn des Schauspielers Lloyd Bridges, absolvierte als Achtjähriger mit seinem Vater erste TV-Auftritte, bevor er sich dem...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.