Düster-bizarre Verfilmung des Romans von Mitch Cullin über eine Zehnjährige, die vor dem Schrecken einer unerträglichen Realität in eine Fantasiewelt flieht. http://images.kino.de/flbilder/max05/bf05/bf37/b0537140/b150x150.jpg Tideland

Filmdetails

Tideland

Düster-bizarre Verfilmung des Romans von Mitch Cullin über eine Zehnjährige, die vor dem Schrecken einer unerträglichen Realität in eine Fantasiewelt flieht.


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Inhalt

Nach dem Drogentod der Mutter reist die zehnjährige Jeliza-Rose mit ihrem Vater, einem heroinabhängigen Rockmusiker, in die Prärie, wo er in einer Einöde in einer klapprigen Hütte groß wurde. Während Jeliza-Rose die Umgegend zu erforschen beginnt, nimmt auch der Vater Abschied von seinem irdischen Dasein. Völlig auf sich allein gestellt, mit der langsam verwesenden Leiche des Vaters als ständiges Mahnmal, zieht sich das einsame Mädchen mehr und mehr zurück in eine morbide Fantasiewelt, in der sie neue Freunde findet.


Kritik

Tideland

Obwohl Düsternis und Verzweiflung immer ein Merkmal selbst der verspieltesten und drolligsten Filme von Terry Gilliam waren, hat der Regisseur seinen finsteren Impulsen noch nie so kompromisslos wie hier nachgegeben, in seiner visuell immer beeindruckenden Verfilmung des Romans von Mitch Cullin. Die morbide Variation von "Alice im Wunderland" entstand für ein Budget von acht Mio. Pfund komplett während der Fertigstellung des problembeladenen "Brothers Grimm" im kanadischen Saskatchewan. Zusammengehalten werden die grotesken Ereignisse, in wahrer Gilliam-Manier mit extremen Kamerawinkeln und verzerrenden Linsen festgehalten, von der beeindruckenden Zehnjährigen Jodelle Ferland, die den Film mühelos trägt.

Tideland

Darsteller:  Jodelle Ferland   als Jeliza-Rose
  Janet McTeer   als Dell
  Brendan Fletcher   als Dickens
  Jeff Bridges   als Noah
  Jennifer Tilly   als Queen Gunhilde
  Adlon Adair   als Luke
  Wendy Anderson  
  Sally Crooks  
 
Regie:  Terry Gilliam  
Drehbuch:  Terry Gilliam  
Produzent:  Jeremy Thomas  
  Gabriella Martinelli  
Ausf. Produzent:  Peter Watson  
Buchvorlage:  Mitch Cullin  
Kamera:  Nicola Pecorini  
Schnitt:  Lesley Walker  
Musik:  Jeff Danna  
  Mychael Danna  
Produktionsdesign:  Jasna Stefanovic  

"Mir gefallen heftige Reaktionen"

Terry Gilliam drehte sein Traumprojekt "Tideland" parallel zu dem groß angelegten Film "Brothers Grimm". Weil die Produzenten sich weigerten, auch sein eigensinniges Werk "Tideland" zu bewerben, machte der außergewöhnliche Regisseur in den Straßen von New York mit einem Schild auf seinen Film aufmerksam. In den US-Kinos lief "Tideland" nur kurz, auf die deutschen Leinwände kam er gar nicht. Jetzt erscheint das umstrittene Drama über die Fantasiewelt einer Zehnjährigen auf DVD.

Großansicht Die Verfilmung des Romans von Mitch Cullin erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Mädchens (Foto: Concorde)

Die Verfilmung des Romans von Mitch Cullin erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Mädchens (Foto: Concorde)

» Welche Geschichten haben Sie Ihren Kindern vorgelesen?

TERRY GILLIAM: Die Märchen der Gebrüder Grimm. Das sind doch immer noch die besten Geschichten. Übrigens, in dem Haus, das wir für den Film verwendet haben, habe ich eine zensierte Kinderversion von "Rotkäppchen" gefunden. Der Wolf frisst darin überhaupt nicht die Großmutter. Diese Version des Märchens ergab gar keinen Sinn.

Es geht bei Märchen doch darum, dass es düstere Situationen gibt, aber letztendlich immer einen Ausweg. Dieser Optimismus ist das richtige Training, das Kinder für ihren späteren Lebensweg brauchen. Es ist wichtig, Kinder zu erschrecken.

Großansicht "Tideland" wurde in Deutschland nur auf dem Münchner Filmfest gezeigt, Gilliam-Fans mussten auf die DVD warten (Foto: Concorde)

"Tideland" wurde in Deutschland nur auf dem Münchner Filmfest gezeigt, Gilliam-Fans mussten auf die DVD warten (Foto: Concorde)

» Vor was haben Kinder Angst?

Es sind die Dinge, die im Dunkeln passieren, wenn das Licht ausgeht und unheimliche Geräusche zu hören sind.

» Wie schaffen Sie es, sich für Ihre Filme in Kinder hineinzuversetzen?

Wenn ich einen Film mache, tauche ich vollkommen in diese Welt ein. Ich werde zwar nicht zu der Filmfigur, aber ich werde ihr ziemlich ähnlich. Ich versuche, für mich und die Schauspieler diese erstaunliche, unheimliche und fantasievolle Welt zu erschaffen. Im Endeffekt spielen wir wie Kinder. Wenn man es nicht schafft, mit einer gewissen Offenheit, Albernheit und einer gehörigen Portion Mut zu spielen, fehlt die Magie.

Star

Janet McTeer

* 08.05.1961

Star

Jeff Bridges

Jeff Bridges, Sohn des Schauspielers Lloyd Bridges, absolvierte als Achtjähriger mit seinem Vater erste TV-Auftritte, bevor er sich dem...

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