Lili Taylor
Andrew McCarthy
Debi Mazar
Regie: Isabel Coixet
Verleih: Arsenal
Nach einem Selbsmordversuch nimmt Ann alle Dinge, die sie ihrem Exfreund nie erzählt hat, auf Video auf. Doch die Kassetten landen bei ihrem Nachbarn Paul, der sich in sie verliebt. Zudem lernt Ann Don über die Telefon-Seelsorge kennen. Auch Dons Leben ist gefährdet, denn Steven, ein Seelsorge-Klient, treibt ihn fast in den Tod.

Sanfte Ballade einsamer Herzen aus dem Mittleren Westen, deren Charme in der offenen Erzählstruktur und den durchweg angenehmen Charakteren liegt. Alle basteln an ihrem Konzept von Liebe, manche verfallen dabei in Depressionen, andere werden erlöst. Wie, das ist der Reiz des zweiten Spielfilms der spanischen Regisseurin Isabel Coixet, die in Oregon filmte und von dort Bilder mitbrachte, die an Edward Hopper erinnern. Die minimalistische, nur von Gefühlen belebte Story, läßt sich Zeit und entwickelt zunehmend jene Kraft, die aus dem tiefen Tal der Depression hinaus in eine lebensbejahende Weltsicht führt.
Coixet konzentriert sich auf die in einem Fotoladen arbeitende Ann (Lili Taylor), die versucht sich umzubringen, als ihr Freund sie verläßt. Auf Video nimmt sie jene "Dinge, die ich dir nie erzählte" auf. Statt das Video abzuschicken, sieht es sich Nachbar Paul (Alexis Arquette) an und verliebt sich in sie. Währenddessen begegnet Ann Don (Andrew McCarthy), der neben den Immobilienverkäufen auf dem Grundstück seines Vaters - verkörpert von Cassavetes-Veteran Seymour Cassel - eine Telefon-Seelsorge unterhält. Durch seinen schwierigsten Seelsorge-Klienten Steve gerät er an den Rand des Todes. Ann verschwindet, doch nicht bevor Coixet Ann und Don ein herzliches "Forrest Gump"-Ende gönnt. Wie in den Filmen von John Cassavetes, Hal Hartley und Alan Rudolph, die ihren Liebesreigen variationsreich, vom romantischen Unterton bis zum zynischen Endspiel, durchspielen können, hält Coixet die Verwirrungen der Liebe in einem wunderbaren Schwebezustand, der trotz des Themas Depression nie schwermütig, sondern gelöst und heiter wirkt und durch einige Figuren, wie die Transsexuelle Diana (Debi Manzar), ausgesprochen humorvolle Töne gewinnt. Wie es in einem der Motto-Leuchtreklamen heißt: "Liebe beweist, daß Gott Humor hat." Die bittersüße Nachtballade sollte auch dank ausgezeichneter Schauspieler in Programmkinos ihre Wirkung nicht verfehlen. ger.
| Darsteller: | Lili Taylor | als Ann | |
|---|---|---|---|
| Andrew McCarthy | als Don Henderson | ||
| Debi Mazar | als Diane | ||
| Alexis Arquette | als Paul | ||
| Leslie Mann | als Laurie | ||
| Richard Edson | als Steve | ||
| Seymour Cassel | als Frank | ||
| Regie: | Isabel Coixet | ||
| Drehbuch: | Isabel Coixet | ||
| Produzent: | Dora Medrano | ||
| Javier Carbo | |||
| Ausf. Produzent: | Luis Miñarro | ||
| Kamera: | Teresa Medina | ||
| Schnitt: | Kathryn Himoff | ||
| Musik: | Alfonso Vilallonga | ||
| Produktionsdesign: | Charles Armstrong | ||
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