Beunruhigender Teenagerfilm über vier jugendliche Schwestern, die den kollektiven Selbstmord planen. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf44/b0044983/b150x150.jpg The Virgin Suicides

Filmdetails

The Virgin Suicides

Beunruhigender Teenagerfilm über vier jugendliche Schwestern, die den kollektiven Selbstmord planen.


The Virgin Suicides
Start: 16.11.2000

Drama / Komödie

USA 1999
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12 Jahre

James Woods
Kathleen Turner
Kirsten Dunst

Regie: Sofia Coppola
Verleih: Time (Filmwelt)

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Cecilia und ihre vier Schwestern wachsen im Provinzmilieu in einer scheinbar heilen Familie auf. Bei den gleichaltrigen Jungs erregen die Mädchen Neugier und Verlangen. So verknallt sich Trip, der Beau der Schule, in Lux. Doch nachdem Cecilias zweiter Selbstmordversuch gelingt, sperrt die Mutter ihre verbliebenen Töchter aus Angst ein.


Kritik

The Virgin Suicides

Mit ihrem Regiedebut gibt Francis Fords 28jährige Tochter Sofia Coppola einen bemerkenswerten Einstand als unkonventionelle und sensibel intelligente Filmemacherin. Sie setzt der Welle der Teenie-Komödien und High-School-Feel-Good-Movies eine beunruhigende, psychologisch und gesellschaftskritisch hinterfragende Version entgegen. Es fehlt nicht an schwarzem Humor in dieser Geschichte von fünf Schwestern zwischen 13 und 17 Jahren, die in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in Michigan aus dem Leben scheiden. Die Darstellerinnen dieser Mädchen sind authentisch im Alter ihrer Rollen und geben dem Film ein spannendes Flair, das nicht nur jugendliche Zuschauer faszinieren dürfte.

"Offensichtlich waren Sie nie ein 13jähriges Mädchen", bemerkt Cecilia (Hannah Hall) mit entwaffnend logischem Scharfblick, als der Arzt (Danny De Vito) ihr nach ihrem mißglückten Selbstmordversuch Vorhaltungen macht. Sie und ihre Schwestern wachsen im bourgeoisen amerikanischen Provinzmilieu mit einem Mathematiklehrer-Vater (James Woods) und einer sehr religiösen Mutter (Kathleen Turner) in einer scheinbar heilen Familie auf. Doch ein geheimnisvoller Suspense, der erfreulicherweise auch am Ende des Films keine beruhigende Patentlösung findet, begleitet die Geschichte von Anfang an. Erzählt wird sie als Erinnerung aus der heutigen Gegenwart von einem der Jungen aus der Nachbarschaft der Mädchen. Und so fällt schon ziemlich schnell der unheimliche Satz: "Cecilia ging als erste."

Die schönen blonden Schwestern erregen die Aufmerksamkeit und Neugier der gleichaltrigen Jungs, die bei sich erstmals bisher unbekannte Gefühle des Verlangens entdecken. Trip (Josh Hartnett), der Beau der Schule, verknallt sich in Lux (Kirsten Dunst) auf den ersten Blick und gibt sich auf rührende Weise Mühe, ihren Vater von der Ernsthaftigkeit seiner Absichten zu überzeugen. Und schließlich dürfen die Mädchen nach häufigen und heftigen Diskussionen mit den konservativen Eltern auf eine Tanzveranstaltung gehen. In dieser Nacht finden Lux und Trip den Mut und die Gelegenheit, sich zu lieben. Sofia Coppola und ihr Kameramann Edward Lachman finden verstörende Bilder für Lux' Einsamkeit danach.

Mehr und mehr verstörend sind auch die Wendungen der Geschichte, die Sofia Coppola ungewöhnlich konsequent aus der Rückblick-Perspektive der Jungs mit leicht nostalgischer Melancholie erzählt. Hier wird deutlich, daß die Vorlage ein Roman ist, Jeffrey Eugenides' 1991 erschienener "The Virgin Suicides" - die leicht distanziert fabulierende Haltung ist eindeutig literarisch. Da hat die Drehbuchautorin Sofia Coppola vielleicht noch ein bißchen zu sehr am Original festgehalten. Andererseits aber gibt diese filmische Stilisierung dem weiteren Handlungsverlauf auch eine gute Portion Ambiguität und Spannung, die das Ungewisse und Mysteriöse der "jungfräulichen Selbstmorde" alptraumhaft spürbar macht. Wenn die bigotte Mutter, die nach Cecilias zweitem und erfolgreichen Anlauf zum Selbstmord die verbliebenen vier Töchter von der Schule nimmt und zu Hause einsperrt, ist die Eskalation der Schrecken nicht mehr aufzuhalten. Die Jungs geben nicht auf und erfinden mit den Mädchen einen heimlich praktizierten Austausch von Mitteilungen. Die tragische Entwicklung zur unaufhaltsamen Katastrophe bleibt in ihrer Motivation bewußt unerklärt, wie so vieles im wirklichen Leben. So geht der Film wie ein Puzzle-Spiel im Kopf der Zuschauer weiter und macht neugierig auf den nächsten Film von Sofia Coppola. fh.

The Virgin Suicides

Darsteller:  James Woods   als Mr. Lisbon
  Kathleen Turner   als Mrs. Lisbon
  Kirsten Dunst   als Lux
  Josh Hartnett   als Trip Fontaine
  Hanna R. Hall   als Cecilia
  Chelse Swain   als Bonnie
  A.J. Cook   als Mary
  Leslie Hayman   als Therese
  Danny DeVito   als Dr. Hornicker
  Scott Glenn   als Vater Moody
  Jonathan Tucker   als Tim
  Anthony DeSimone   als Chase
  Giovanni Ribisi   als Erzähler
  Hayden Christensen   als Jake Hill Conley
 
Regie:  Sofia Coppola  
Drehbuch:  Sofia Coppola  
Produzent:  Francis Ford Coppola  
  Julie Costanzo  
  Chris Hanley  
  Dan Halsted  
Koproduzent:  Fred Roos  
  Gary Marcus  
Ausf. Produzent:  Fred Fuchs  
  Willi Baer  
Buchvorlage:  Jeffrey Eugenides  
Kamera:  Ed Lachman  
Schnitt:  James Lyon  
  Melissa Kent  
Musik:  Air  
Produktionsdesign:  Jasna Stefanovic  
Kostüme:  Nancy Steiner  
Ton:  Richard Beggs  

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