Gefühlvolles Drama um Mutter und Tochter, die um den Mann bzw. Vater trauern. Abschlussfilm des Festival de Cannes 2010. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto01/11010230/b150x150.jpg The Tree

Filmdetails

The Tree

Gefühlvolles Drama um Mutter und Tochter, die um den Mann bzw. Vater trauern. Abschlussfilm des Festival de Cannes 2010.


The Tree
Start: 03.03.2011

Drama

Frankreich/Italien/Australien 2010
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Charlotte Gainsbourg
Marton Csokas
Morgana Davies

Regie: Julie Bertuccelli
Verleih: Pandora

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Inhalt

Nach dem Tod ihres Vaters teilt sich die achtjährige Simone ein Geheimnis mit ihrer Mutter Dawn und später auch mit ihren drei Brüdern: Sie können die Stimme des Vaters durch die Blätter eines prächtigen Baumes im Garten ihres Hauses hören. Simone ist überzeugt, dass es seine Art ist, ihnen zu zeigen, dass er sie weiterhin beschützt. Doch dann beginnt Dawn einen neuen Mann zu sehen. Simone kann Georges nicht ausstehen und zieht in das Baumhaus. Doch Dawn ist nicht bereit, mit anzusehen, wie der Baum nach und nach versucht, sich ihrer Familie zu bemächtigen.


Kritik

The Tree

Feinsinnige Parabel mit einer schauspielerisch herausragenden Charlotte Gainsbourg über den Umgang mit Tod und Trauer vor magischer australischer Weite.

Eigentlich wollte Julie Bertuccelli "Der Baron auf den Bäumen" von Italo Calvino verfilmen, die Geschichte über einen Baum. Als das nicht klappte, fiel ihr Judy Pascoes Bestseller "Our Father who art in the Tree" in die Hände, der ideale Stoff für ihren zweiten Film angesiedelt zwischen Mystery und Wirklichkeit.

Im australischen Outback leben Dawn, ihr Mann Peter und die vier Kinder beschaulich inmitten einer grandiosen Natur. Als der Ernährer am Steuer seines Pick-Ups einen Herzinfarkt erleidet und stirbt, ändert sich von einem Tag auf den anderen die Existenz der Familie. Jeder versucht auf seine Weise mit dem Verlust fertig zu werden. Die achtjährige Tochter Simone glaubt ihren Vater in dem riesigen Feigenbaum neben dem Haus und verbringt immer mehr Zeit in den Ästen, hört ihn wispern und raunen, kann nicht loslassen, beobachtet eifersüchtig, wie ihre Mutter nach einer gewissen Zeit zarte Bande zu einem anderen knüpft. Der Baum entwickelt ein unkontrolliertes Eigenleben, die Wurzeln kriechen erst in die Abflussrohre, dann knallt ein Ast ins Schlafzimmer, das knorrige Monstrum bringt das Haus immer mehr in Gefahr. Vor dem Befreiungsschlag und Aufbruch in eine neue, wenn auch ungewisse Zukunft, kündigt sich ein verheerender Sturm an, kommt es zur Kraftprobe zwischen Mensch und Natur, Tochter und Mutter.

Wenn Seelen aus dem Jenseits ins Diesseits wechseln, drohen leicht Sentiment und Kitsch, eine Hürde, die Bertuccelli sicher überwindet. Ihr geht es um den Prozess des Trauerns und dessen Überwindung. Neben den durchweg guten Schauspielern mit Charlotte Gainsbourg an der Spitze, die sich erst dem Schmerz hingibt, um dann die Gegenwart bewusst anzunehmen, ohne die Vergangenheit zu vergessen, spielt nicht nur der schöne und Angst einflößende Baum eine große Rolle, sondern auch die Weite der australischen Landschaft, eingefangen in magischen Sehnsuchtsbildern von Kameramann Nigel Bluck und immer schon mehr als nur Kulisse, ein Anziehungspunkt für Filmemacher von Peter Weirs "Picknick am Valentinstag" über Ray Lawrences "Lantana" und "Jindabyne" bis hin zu Baz Luhrmans "Australia". mk.

The Tree

Darsteller:  Charlotte Gainsbourg   als Dawn O'Neil
  Marton Csokas   als George
  Morgana Davies   als Simone O'Neil
  Christian Byers   als Tim
  Tom Russell   als Lou
  Gabriel Gotting   als Charlie
  Peter O'Neil   als Aden Young
  Gillian Jones   als Vonnie
  Penne Hackforth-Jones   als Mrs. Johnson
  Zoe Boe   als Megane
  Bob Mackay   als Ab
  Murray Shoring   als Inspector
 
Regie:  Julie Bertuccelli  
Drehbuch:  Julie Bertuccelli  
  Elizabeth J. Mars  
Produzent:  Yaël Fogiel  
  Sue Taylor  
Buchvorlage:  Judy Pascoe  
Kamera:  Nigel Bluck  
Schnitt:  François Gédigier  
Musik:  Grégoire Hetzel  
Produktionsdesign:  Steven Jones-Evans  
Kostüme:  Joanna Park  
Ton:  Olivier Mauvezin  
  Nicholas Moreau  
  Olivier Goinard  
Casting:  Nikki Barrett  

Russell Crowe trifft Oliver Schmitz: Globaler Dialog in Cannes

Cannes - In einer Woche startet das 63. Festival de Cannes (12. bis 23. Mai) und damit das Schaulaufen auf dem wohl prestigeträchtigsten roten Teppich jenseits der Oscarverleihung. In diesem Jahr präsentiert das Festival einen Mix aus Veteranen und Newcomern.

Großansicht Russell Crowe als düsterer "Robin Hood" im Cannes-Eröffnungsfilm (Foto: Universal)

Russell Crowe als düsterer "Robin Hood" im Cannes-Eröffnungsfilm (Foto: Universal)

Das diesjährige Festivalprogramm zeige, dass Kino nicht nur ein Dialog zwischen Europa und Amerika sei, sondern eine globale Kunstform, erklärte Festivalchef Thierry Frémaux auf der großen Festival-Pressekonferenz. Eine elegante Umschreibung der Tatsache, dass die USA in diesem Jahr an der Croisette ungewohnt unterrepräsentiert sind.

Lange hatte das Festival gehofft, den neuen Film von Kritikerliebling Terrence Malick ("Der schmale Grat") zu zeigen. "The Tree of Life" war dem Festival bereits in einer Work-in-Progress-Fassung gezeigt worden. Doch der Publicity-scheue Regisseur hat sich dann doch dazu entschlossen, in den Schneideraum zurückzukehren und seine Teilnahme abgesagt. Im Wettbewerb läuft nun nur eine einzige US-Produktion - "Fair Game" von "Bourne Identität"-Regisseur Doug Liman. Ein Politthriller mit Naomi Watts als CIA-Agentin, der die dunklen Seiten der Macht beleuchtet.

Statt amerikanischer finden sich im Wettbewerb nun vor allem Regisseure aus Europa und Nordafrika, aus dem nahen und fernen Osten, so zum Beispiel Takeshi Kitano, der mit "Outrage" zu seinen Yakuza-Thriller-Wurzeln zurückkehrt. Das Gastgeberland Frankreich ist wieder prominent vertreten. So unternimmt Starschauspieler Mathieu Amalric mit "Tournée" seinen dritten Ausflug ins Regiefach und spielt in der Komödie auch gleich die Hauptrolle: einen Theaterproduzenten, der ein Comeback mit einer Burlesque Show feiert.

Als Geheimtipp wird "Des Hommes et des Dieux" gehandelt, der neue Film von Xavier Beauvois über eine Gruppe von christlichen Mönchen im Maghreb, die nach Jahrzehnten des friedvollen Miteinanders mit der muslimischen Bevölkerung eines Tages unverhofft in den Konflikt mit islamischen Fundamentalisten gerät.

Bilder zu "Robin Hood"

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Alejandro González Iñárritu, der mexikanische Meister des kunstvoll verschachtelten Episodenkinos, holte mit "Babel" vor vier Jahren den Regiepreis. Jetzt ist er mit "Biutiful" erneut im Rennen um die Goldene Palme. Spaniens Superstar Javier Bardem glänzt als Drogendealer in Barcelona, der einen alten Freund wieder trifft, der inzwischen - so will es das Schicksal - Polizist geworden ist. Mike Leigh ist ein langjähriger Cannes-Gast. Mit "Lügen und Geheimnisse" gewann er 1996 die Goldene Palme. Jetzt kehrt er mit "Another Year" zurück - ein leises Drama, das ein Jahr im Leben eines älteren Paares (Lesley Manville und Jim Broadbent) erzählt.

Die wunderbare Charlotte Gainsbourg, die im Vorjahr für ihre waghalsige Rolle in "Antichrist" ausgezeichnet wurde, ist in diesem Jahr mit "The Tree" mit von der Partie. In der Verfilmung von Judy Pascoes Roman "Die Geschichte vom großen Baum" spielt Gainsbourg eine Frau und Mutter einer kleinen Tochter, die mit dem Tod ihres Mannes fertig werden muss. Regisseurin Julie Bertuccelli ist in diesem Jahr die einzige Frau im Wettbewerb - ihr Werk läuft als Abschlussfilm jedoch außer Konkurrenz.

Außer Konkurrenz präsentiert das Festival drei prominente US-Produktionen: "Robin Hood", der das Erfolgsduo Ridley Scott und Russell Crowe nach "Gladiator" erneut für ein historisches Abenteuer vereint, wurde als Eröffnungsfilm ausgewählt. Eine beeindruckend düstere Neuerzählung der klassischen Geschichte um den legendären Bogenschützen aus dem Sherwood Forest - der nur einen Tag nach der Cannes-Premiere offiziell anläuft.

Bilder zu "Wall Street - Geld schläft nicht"

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Während Robin Hood sich für die Armen einsetzt, geht es den Protagonisten in Oliver Stones "Wall Street - Geld schläft nicht" dagegen um den schnellen Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste. Michael Douglas kehrt 22 Jahre nach dem ersten "Wall Street"-Film in den Börsen-Kosmos zurück mit seiner Paraderolle als Gordon Gecko, der mächtig Eindruck auf den ambitionierten Börsen-Neuling Jacob (Shia LaBeouf) macht.

Eine Rückkehr an die Croisette gibt es auch für einen weiteren New Yorker Regisseur: Altmeister Woody Allen präsentiert seinen in London angesiedelten Beziehungsreigen "You Will Meet a Tall Dark Stranger", eine starbesetzte Komödie mit Antonio Banderas, Naomi Watts, Josh Brolin, Sir Anthony Hopkins und Freida Pinto (der schönen Latika aus "Slumdog Millionär").

Ein Ereignis der besonderen Art wird die Vorführung von "Carlos - Der Schakal" - der in der vollen Länge von über fünf Stunden außer Konkurrenz gezeigt wird. Regisseur Olivier Assayas hat jahrelang für den Politthriller über den Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, genannt "Carlos, der Schakal" recherchiert, der in den 70er Jahren zu den meistgesuchtesten Terroristen gehörte und u. a. Drahtzieher des Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier in Wien war und seit 1994 in Haft sitzt. Da der Film als deutsche Koproduktion entstand, gehören zum internationalen Cast rund um Edgar Ramirez auch namhafte deutsche Jungschauspieler wie Christoph Bach, Nora von Waldstätten und Julia Hummer.

Bilder zu "Carlos - Der Schakal"

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Apropos Deutsche: In diesem Jahr ist zwar kein deutscher Regisseur im Wettbewerb vertreten. Doch "Mein Glück" des Weißrussen Sergei Loznitsa ist eine multinationale Koproduktion, an der die Leipziger Firma ma.ja.de federführend beteiligt ist. Erzählt wird die Geschichte eines Fernfahrers, der auf seiner Reise durch Russland in eine Spirale der Gewalt und Willkür gerät.

Darüber hinaus sind deutsche Firmen bei diversen weiteren Wettbewerbstiteln als Koproduktionspartner in Cannes dabei. In die offiziellen Nebenreihe Un Certain Regard wiederum wurden mit Christoph Hochhäusler und Oliver Schmitz zwei deutsche Regisseure eingeladen. Hochhäusler wurde mit seinen ersten beiden Filmen der sogenannten Berliner Schule zugerechnet, deren Werke eine formale Strenge verband. In seinem dritten, in Frankfurt gedrehten Spielfilm "Unter dir die Stadt" entspinnt sich eine Menage-à-Trois zwischen Nicolette Krebitz, Robert Hunger-Bühler und Mark Waschke.

Oliver Schmitz, der sich mit den Komödien-Serien "Türkisch für Anfänger" und "Doctor's Diary" einen Namen gemacht hat, kehrt für "Life, Above All" in sein Geburtsland Südafrika zurück und erzählt die Geschichte einer Zwölfjährigen, die in einem kleinen Dorf mit einem dunklen Geheimnis konfrontiert wird.

So fügt sich das Programm also tatsächlich zum globalen Dialog, den Festivalchef Frémaux sich für die diesjährige Cannes-Ausgabe ja ausdrücklich wünscht.

Star

Charlotte Gainsbourg

Zu Beginn ihrer Filmkarriere mit aufregenden Porträts rebellischer, frecher, trotziger und verlorener Mädchen bekannt geworden...

Star

Marton Csokas

* 30.06.1966

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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