Die Geschichte eines ehemaligen Nazi-Scharfrichters, der das Ziel von Killern und Polizeiermittlern wird. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz21/z0521514/b150x150.jpg The Statement

Filmdetails

The Statement

Die Geschichte eines ehemaligen Nazi-Scharfrichters, der das Ziel von Killern und Polizeiermittlern wird.


The Statement
Start: 23.06.2005

Thriller

Kanada/Großbritannien/Frankreich 2003
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Sir Michael Caine
Tilda Swinton
Jeremy Northam

Regie: Norman Jewison
Verleih: Universum (Central)

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Inhalt

Vor 50 Jahren tötete Pierre Brossard (Michael Caine), Mitglied einer geheimnisumwitterten katholischen Sekte, auf Befehl der nazitreuen Vichy-Regierung in Frankreich sieben jüdische Geiseln. Trotzdem wurde er nach Jahren des Untertauchens im Schoß der Kirche vom Präsidenten persönlich begnadigt. Nun jedoch tritt ein neues Gesetz bezüglich Verbrechen wider die Humanität in Kraft, und Brossard muss erneut fliehen. Diesmal ist allerdings nicht nur Vater Staat, sondern auch eine mysteriöse private Killertruppe hinter ihm her.

Ronald Harwood ("Der Pianist") schrieb das Drehbuch und Hollywoodveteran Norman Jewison ("Rollerball") inszenierte den hochkarätig besetzten Politthriller frei nach einer wahren Begebenheit.


Kritik

Die Geschichte eines ehemaligen Nazischarfrichters, der zur Zielscheibe von Killern und Polizeiermittlern wird.

Großansicht Brossard ist kein Unschuldslamm (Foto: Universum (Central))

Brossard ist kein Unschuldslamm (Foto: Universum (Central))

Im "Dritten Reich" war Pierre Brossard (Sir Michael Caine) Scharfrichter unter der Vichy-Regierung. Seit Kriegsende führt er ein friedliches, ruhiges und zurückgezogenes Leben in einem Kloster in Frankreich, bis seine Vergangenheit ans Licht kommt und er als Kriegsverbrecher nicht nur von der Polizei verfolgt wird.

Offensichtlich hat jemand Killer auf ihn angesetzt, die ihn beseitigen sollen, bevor er sich den Ermittlern gestellt hat. Brossard ist entschlossen, es mit seinen Verfolgern aufzunehmen.

Großansicht Richterin Livi nimmt die Verfolgung auf (Foto: Universum (Central))

Richterin Livi nimmt die Verfolgung auf (Foto: Universum (Central))

Killer Caine

Vergangenheitsbewältigung, präsentiert als spannendes Drama, getragen von vorzüglichen Schauspielern: Der Thriller des kanadischen Regisseurs Norman Jewison ("Mondsüchtig") vereint ein sensationell besetztes britisches Ensemble vor der Kamera, allen voran der zweifache Oscar-Preisträger Michael Caine.

Er trifft den Ton, in Körpersprache und Mimik, als Bittsteller, als eiskalter Killer und als entfremdeter Ehemann von Charlotte Rampling, die er in zwei grandiosen Szenen geradezu spürbar das Fürchten lehrt.

The Statement

Darsteller:  Sir Michael Caine   als Pierre Brossard
  Tilda Swinton   als Annemarie Livi
  Jeremy Northam   als Oberst Roux
  Alan Bates   als Armand Bertier
  John Boswall   als Pater Leo
  Matt Craven   als David Manenbaum
  Frank Finlay   als Kommissar Vionnet
  Ciarán Hinds   als Inspektor Pochon
  William Hutt   als Le Moyne
  Noam Jenkins   als Michael Levy
  David de Keyser   als Dom André
  John Neville   als Älterer Herr
  Edward Petherbridge   als Dom Vladimir
  Charlotte Rampling   als Nicole
  Colin Salmon   als Pater Patrice
  Malcolm Sinclair   als Kardinal von Lyon
  Peter Wight   als Inspektor Cholet
  George Williams   als Pierre Brossard, jung
 
Regie:  Norman Jewison  
Drehbuch:  Ronald Harwood  
Produzent:  Robert Lantos  
  Norman Jewison  
Koproduzent:  Sandra Cunningham  
  Yannick Bernard  
  Michael Cowan  
Ausf. Produzent:  David M. Thompson  
  Mark Musselman  
  Jason Piette  
  Robyn Slovo  
Buchvorlage:  Brian Moore  
Kamera:  Kevin Jewison  
Schnitt:  Andrew Eisen  
  Stephen Rivkin  
Musik:  Normand Corbeil  
Produktionsdesign:  Jean Rabasse  
Kostüme:  Carine Sarfati  
Ton:  Bruce Carwardine  
Casting:  Nina Gold  

"Ich bin kein Jammertyp"

Mit "The Statement" kehrt Norman Jewison Themen wie Politik und Verrat zurück. Inspiriert von einer wahren Geschichte, prangert er Teile der katholischen Kirche und der französischen Regierung an, die einen Kriegsverbrecher deckten.

Großansicht Norman Jewison ist Regisseur und Produzent, um die Kontrolle über seine Filme zu behalten (Foto: Universum (Central))

Norman Jewison ist Regisseur und Produzent, um die Kontrolle über seine Filme zu behalten (Foto: Universum (Central))

» Was gab den Ausschlag, Brian Moores Roman zu verfilmen?

NORMAN JEWISON: Ich mag seine Bücher, vor allem den scharfen Zynismus, den dunklen Blick auf das Leben. Verrat interessiert mich immer. Eine zutiefst menschliche Angelegenheit. Wir fühlen uns immer an irgendeinem Punkt unseres Lebens verraten.

Natürlich geht es auch um Schuld. Der Protagonist war 1944 an der Ermordung von sieben Juden beteiligt und glaubt wie viele Radikale und Fanatiker, Recht zu haben. Er kennt nur die katholische Form von Schuld. Man geht beichten und erhält die Absolution.

Großansicht Michael Caine ist für Jewison die perfekte Besetzung für den Kriegsverbrecher Pierre Brossard (Foto: Universum (Central))

Michael Caine ist für Jewison die perfekte Besetzung für den Kriegsverbrecher Pierre Brossard (Foto: Universum (Central))

» Warum englische Schauspieler in einem "französischen" Film?

Wenn die Handlung in Europa spielt, finde ich es besser, englische statt amerikanische Schauspieler zu nehmen. Das hat Polanski in "Der Pianist" größtenteils auch getan. Und Michael Caine ist perfekt für die Hauptrolle. Auch das Drehbuch ist von einem Europäer, von Ronald Harwood. Die Sensibilität ist eine andere.

» Wie verliefen die Recherchen in Frankreich?

An der Mauer, wo die Opfer erschossen wurden, steht ein Monument. Aber seltsamerweise erinnerte sich niemand an die Tat, auch die alten Dorfbewohner nicht. Die reinste Verdrängung. Bei den Kirchenoberen war es ähnlich: Augen zu und durch. Aber einige gaben die Schuld und den Antisemitismus der Kirche zu und unterstützten uns beim Dreh. Man darf nicht alle in einen Topf werfen.

Großansicht Regisseur Jewison gibt letzte Anweisungen am Set (Foto: Universum (Central))

Regisseur Jewison gibt letzte Anweisungen am Set (Foto: Universum (Central))

» Sie gelten als jemand, der keine Kontrolle duldet. Übernehmen Sie deshalb auch den Produzentenjob?

Eine reine Schutzfunktion. Ich will mich keinem Produzenten ausliefern. Meine Filme sehe ich wie ein Maler sein Gemälde; der lässt sich auch keine Farbe vorschreiben. William Wyler, Fred Zinnemann, Billy Wilder - sie alle gaben mir den Rat, selbst zu produzieren. Im Filmgeschäft geht es um Macht und Kontrolle. Wie kann ich Regisseur und Künstler sein, wenn ich mein Werk nicht kontrolliere?

Ich bin kein unverstandener Jammertyp, der herumbettelt und sich beschwert, sondern übernehme Verantwortung. Das habe ich auch Robert Lantos gesagt, der die Rechte am Buch hatte. Wir teilten uns die Produzentenarbeit auf. Er sorgte fürs Geld - eine aufreibende Sache. Kein Studio biss an. Dann hatten wir einen großen kanadischen Verleih im Boot, und der ließ uns zwei Monate vor Produktionsbeginn im Stich.

Bis zur endgültigen Finanzierung dieser im Endeffekt kanadisch-französisch-britischen Koproduktion brauchten wir noch einmal anderthalb Jahre. Dabei betrug das Budget nur etwa 16 Millionen Dollar. Wir haben ziemlich schnell gedreht, waren ständig auf Achse.

Großansicht Auf der Jagd nach Bossard: Tilda Swinton und Jeremy Northam (Foto: Universum (Central))

Auf der Jagd nach Bossard: Tilda Swinton und Jeremy Northam (Foto: Universum (Central))

» Wie überleben Sie heute als unabhängiger Filmemacher?

Ich arbeite für verschiedene Studios, mir ist egal, wo das Geld herkommt. Weil ich auf dem Final Cut beharre, bin ich natürlich nicht sonderlich beliebt. Es wird immer schwieriger, die Filme zu verwirklichen, die ich machen will. Ich mache Filme für Erwachsene, die Studios konzentrieren sich auf 14- bis 16-jährige Kids und eine Event-Kultur.

Ein Film, der nicht in den ersten zwei Wochen Kasse macht, fliegt gnadenlos aus dem Kino. Und es fehlt an frischen Ideen und Mut. "Dinner with Friends" kostete HBO neun Millionen Dollar; kein Studio konnte sich für die Adaption des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Stücks erwärmen, trotz Dennis Quaid und Andie MacDowell. Das Projekt sei zu "smart", hieß es.

Manchmal frage ich mich, was diesen dynamischen Studiobossen überhaupt durch den Kopf geht. Erfahrung gilt fast als Stigma. Die Kabelsender bieten inzwischen mehr Chancen für Qualitätsfilme, weil sie von der Werbung nicht so abhängig sind.

Großansicht Der vom Gewissen geplagte Pierre Bossard (Michael Caine) hofft auf Absolution (Foto: Universum (Central))

Der vom Gewissen geplagte Pierre Bossard (Michael Caine) hofft auf Absolution (Foto: Universum (Central))

» Sie planen ein Remake von "Brot & Tulpen"?

Ich würde sagen, eine eigene Version nahe am Original, mit amerikanischem Touch. Die Hauptfigur geht nach New Orleans statt nach Venedig. Ich liebe die Story und habe Silvio Soldini kontaktiert. MGM finanziert die Entwicklung. Für das Skript konnte ich John Patrick Shanley gewinnen, den Autor von "Mondsüchtig". Ich habe Lust auf eine romantische Komödie.

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Sir Michael Caine

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