Regie: Wim Wenders
Verleih: Reverse Angle (Filmwelt)
Drei (fast) vergessene Blues Men und ihre Geschichten. Blind Willie Johnson besang seine Platten in den 30er Jahren, als schwarze Künstler noch nicht als Stars ernst genommen und mit ein paar Dollars pro Session abgespeist wurden. Nicht jeder hatte wie Skip James das Glück, in den 60ern wiederentdeckt zu werden. Mancher starb tragisch wie JB Lenoir, der als schwarzer Tellerwäscher nach einem schweren Unfall schlicht die Behandlungskosten nicht wert war.
Vier Jahre nach "Buena Vista Social Club" portraitiert Regisseur Wim Wenders unter der Produktionsägide von Martin Scorsese drei Blueslegenden. Zu Gast sind u.a. Lou Reed, Vernon Reid, James "Blood" Ulmer, Los Lobos, T-Bone Burnett, Bonnie Raitt, The Jon Spencer Blues Explosion, Nick Cave und John Mayall.
Brillante Musik-Dokumentation von Wim Wenders, die den Lebenslauf und die musikalischen Wurzeln dreier weltberühmter Blueskünstler verfolgt.
Eagle Eye Cherry und James Blood Ulmer singen den Blues (Foto: Reverse Angle (Filmwelt))
Die Musik-Dokumentation folgt den Lebensläufen dreier Blueskünstler in einer Montage aus fiktionalen Filmsequenzen, Archivmaterial und aktuellen Coverversionen ihrer Songs von zeitgenössischen Kollegen.
So erfährt man vom Leben des 1902 geborenen Skip James, der in den 30ern ein wegweisendes Album aufnahm, aber nie einen Cent für seine Klassiker wie "Devil got my woman" erhielt.
Resigniert verschwand er von der Bildfläche, bis der "Delta Bluesman" 1964 in einem Krankenhaus wiederentdeckt wurde und bis zu seinem Tod 1969 den späten, aber verdienten Erfolg genoss.
Weiter geht's zu J.B. Lenoir, der mit Titeln wie "Vietnam Blues" erstmals auch kontroverse politische Themen ansprach und ein breites Publikum begeisterte. Als er 1967 verstarb, hinterließ der exzentrisch gekleidete Bluesmann in Musikerkreisen eine große Trauergemeinde.
Der Dritte im Bunde ist der Straßenmusiker Blind Willie Johnson, der Ende der Zwanziger entgegen der gängigen Praxis sowohl als Gospel- als auch als Blues-Musiker auftrat. 1927 aufgenommene Songs wie "The Soul of a Man" zählen heute zu den Grundfesten des Gospel-Blues.
Wim Wenders Hommage an den Blues ist einer der sieben Filme der Reihe "The Blues", für die Martin Scorsese als Produzent verantwortlich zeichnet und selbst einen Beitrag liefert. Scorsese beauftragte Charles Burnett, Mike Figgis, Marc Levin, Richard Pearce, Clint Eastwood und Wim Wenders, ihm Rahmen des "Year of the Blues 2003" ihre ganz persönliche Sicht auf den Mythos Blues darzulegen.
Laurence Fishburne fungiert in Wenders' Beitrag als Erzähler. Zusätzlich zu den Originalausschnitten erweisen hochkarätige Musiker vor der Kamera ihren Idolen die Reverenz. Wenn etwa Beck, Lou Reed oder Eagle Eye Cherry ihre Versionen der traditionsreichen Stücke zum Besten geben, springt viel von ihrer Leidenschaft auch auf Blues-Skeptiker über.
Zu denen zählte Herr Wenders jedoch noch nie, was er mit erheiternden, aus den wilden siebziger Jahren stammenden Bildern von sich selbst belegt. Ebenfalls für Lacher gut sind die Original-Ausschnitte einer unfassbar hölzernen schwedischen Dokumentation über J.B. Lenoir. So zeigt der Filmemacher trotz aller musikalischer Ernsthaftigkeit Humor und bringt mit "The Soul of a Man" einen wohltuenden Gegenentwurf zu Retorten-Pop und Instant-Stars in die Kinos.
| Darsteller: | Beck | ||
|---|---|---|---|
| T-Bone Burnett | |||
| Nick Cave | |||
| Shemekia Copeland | |||
| Eagle Eye Cherry | |||
| Garland Jeffreys | |||
| Chris Thomas King | |||
| Los Lobos | |||
| Bonnie Raitt | |||
| Marc Ribot | |||
| Lou Reed | |||
| Vernon Reid | |||
| The Jon Spencer Blues Explosion | |||
| James "Blood" Ulmer | |||
| Lucinda Williams | |||
| Cassandra Wilson | |||
| Alvin Youngblood Hart | |||
| J.B. Lenoir | |||
| Skip James | |||
| Cream | |||
| John Mayall | |||
| Keith B. Brown | |||
| Regie: | Wim Wenders | ||
| Drehbuch: | Wim Wenders | ||
| Produzent: | Margaret Bodde | ||
| Alex Gibney | |||
| Koproduzent: | Richard Hutton | ||
| Ausf. Produzent: | Martin Scorsese | ||
| Ulrich Felsberg | |||
| Jody Patton | |||
| Paul G. Allen | |||
| Kamera: | Lisa Rinzler | ||
| Schnitt: | Mathilde Bonnefoy | ||
| Produktionsdesign: | Liba Daniels | ||
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