Sechs Jahre sind ins Land gezogen und Frank Castle (Ray Stevenson), stadtweit als Punisher gefürchtet, hat die Zeit genutzt, um seinem persönlichen Kriegspfad unbeirrt zu folgen. Deshalb sprengt er eine Party von Mobster Gaitano Cesare und entstellt dabei dessen Handlanger Billy Russoti (Dominic West) schwer. Obendrein tötet er einen Undercover-Agenten des FBI. Nun wollen nicht nur Gangster, sondern auch die Bundesbehörden den Vigilanten stellen.
Im Nachfolger zum düsteren Rächer-Comic steigt Ray Stevenson ("King Arthur") in die Rolle von Thomas Jane bzw. Dolph Lundgren und schnürt standesgemäß ein knallhartes Actionpaket. Dominic West, einer der "300", stellt ihn als verunstalteter Mafioso vor eine schwere Aufgabe.

Der in Schwarz gehüllte Marvel-Comics-Vigilante ist diesmal in Gestalt von Ray Stevenson (Star der Serie "Rom") in Sachen schonungslos rabiater Rächer-Action unterwegs.
Im Kultklassiker von 1988 war es Dolph Lundgren, der zu Unrecht frei herumstreunenden Kriminellen Saures gab und 2004 hüllte sich Thomas Jane für eine eher brave PG-13-Version ins Macho-Mäntelchen. Im Gegensatz zum letzteren wird beim aktuellen Eintrag in die Comichelden-Saga keine Rücksicht auf zarte Gemüter genommen und mit muskulösen Actionsequenzen und brutal-brachialen Todesszenen geklotzt. Nicht von ungefähr, handelt es sich bei Regisseurin Lexi Alexander ("Hooligans") doch um einen World Karate and Kickboxing Champion. Sie hat zudem langjährige Erfahrung als Stuntfrau, was sich in ihrer praktischen Orientierung bei der Kampfchoreographie bemerkbar macht. Die Story um den fortgesetzten Rachefeldzug der Ein-Mann-Invasion namens Frank Castle aka The Punisher wurde von "Prison Break"-Skripter Nick Santora und den "Iron Man"-Drehbuchautoren Art Marcum und Matt Holloway ausgekocht. Den größten Einfallsreichtum verwandten sie auf die Gore-geschwängerten Abschlachtszenen, wie beispielsweise das buchstäbliche Einschlagen des Gesichts eines der zahlreich zu vernichtenden Übeltäter. Als grotesk überzeichneter Bösewicht fungiert Dominic West ("The Wire"). Er gibt den unleidigen Mafioso Billy Russoti, der nach erzwungener Bekanntschaft mit einer Glaszerkleinerungsmaschine in den fratzenhaft entstellten Jigsaw mutiert. Ebenfalls over-the-top ist sein übergeschnappter Bruder Looney Bin Jim (Doug Hutchinson), der seine Gegner gerne schon mal anknabbert. Castle will Jigsaw samt Schergenanhang seine Form von Gerechtigkeit zukommen lassen, doch die Sache kompliziert sich, als er versehentlich einen Undercover-FBI-Agenten in der Hitze des Gefechts umbringt. Nun fühlt sich Castle dessen Witwe (Julie Benz aus dem letzten "Rambo") und ihrer kleinen Tochter verpflichtet und denkt gar daran, seine Rächer-Ambitionen an den Nagel zu hängen. Gleichzeitig ist ihm ein hartnäckiger Detective auf den Fersen, der ihn für den Mord am Agenten verhaften will. Als Castles Freund Micro (Wayne Knight aus "Jurassic Park") gekidnappt wird, geht die Abschlacht-Action noch in zusätzlichen Overdrive.
Stevenson überzeugt als raubeiniger Rächer, der mit seinem kompromisslosen Knochenbrecher- und Kawumm-Stil an Steven Seagal zu seinen Glanztagen erinnert. Ausgerüstet mit großkalibriger Feuerpower, Handgranaten und frei von Skrupeln befördert diese Inkarnation vom Punisher seine Widersacher besonders gewalttätig ins Jenseits. Hartgesottene Fanboys mit Geschmack für schrägen Humor werden davon entzückt sein. ara.
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