Originaltitel: Something to Talk About
USA 1995
Julia Roberts
Dennis Quaid
Robert Duvall
Regie: Lasse Hallström
Verleih: Warner
Grace führt mit ihrem erfolgreichen Ehemann Eddie und ihrer Tochter ein geregeltes Leben. Die Familienidylle findet ein jähes Ende, als sie ihren Eddie in inniger Umarmung mit einer Blondine erspäht. Nach einer lautstarken Szene flieht sie zu ihrer Familie aufs Land, die natürlich nicht mit Ratschlägen spart. Schon bald kommt Eddie angekrochen und es gibt einiges, worüber die beiden reden müssen.

Nach "Die Akte" und "I Love Trouble" war es wieder etwas still geworden um Julia Roberts - Schlagzeilen beschränkten sich vorrangig auf ihr Privatleben. Nun sorgt die "Pretty Woman" für neuen Gesprächsstoff mit "The Power of Love", einer charmanten Problemkomödie um Ehebruch und weibliche Identitätsdefinierung im Südstaaten-Milieu. Es ist die erste deutliche Mainstream-Arbeit mit Starbesetzung für den schwedischen Regisseur Lasse Hallström, der zuletzt mit seiner Offbeat-Komödie "Gilbert Grape" für volle Kinos sorgte. Er stützt sich auf das feministisch angehauchte Drehbuch von "Thelma & Louise"-Autorin Callie Khouri, das insofern Parallelen zu Ridley Scotts Geniestreich von 1991 aufweist, als die weibliche Protagonistin die Kontrolle über ihr Leben in die eigenen Hände nimmt und sich von patriarchalischer Bevormundung und konventionellen Gesellschaftszwängen löst. Die leicht neurotische Grace (Roberts) führt mit ihrem liebevollen, erfolgreichen Ehemann (Dennis Quaid) und ihrer reizenden Tochter (Halley Aull) ein geregeltes Leben. Die scheinbare Familienidylle findet ein jähes Ende, als sie ihren Eddie in enger Umarmung mit einer Blondine erspäht. Erzürnt liefert sie ihm auf offener Straße im Nachtgewand eine lautstarke Szene und kehrt nach Hause zu ihren wohlhabenden Pferdezüchter-Eltern zurück. Ihr autoritärer Daddy Wyly (trocken-humorig: Robert Duvall) ist davon wenig begeistert, doch ihre scharfzüngige Schwester Emma Rae (Kyra Sedgwick stiehlt mit ihren zynisch-treffenden Onelinern jede Szene) stellt sich loyal auf ihre Seite. Natürlich kommt Eddie nach kürzester Zeit angekrochen, doch Grace wird klar, daß sie sich von ihrem Leben mehr erhofft, als einfach nur Ehefrau zu sein, deren größte Ambitionen sich im lokalen Wohltätigkeitsverein entfalten. Bei einer ehrlichen Aussprache zwischen Grace und Eddie über ihre jeweiligen Fehler erreicht der Dialog eine ergreifende Tiefe, nur um von einer slapstickartigen Erbrechenssequenz abgewürgt zu werden. Trotz einer romantischen Alternative in Gestalt eines attraktiven Pferdetrainers nimmt die amüsante Story ein vorhersehbares Ende. Julia Roberts glänzt in dieser Rolle wie selten, denn ihre Performance wirkt nicht wie so oft zuvor überzogen und mitleiderheischend, sondern balanciert und präzis. Ihr komödiantisches Timing könnte kaum besser sein. Die technisch grundsolide Inszenierung wurde mit einem stimmigen Bluegrass-Soundtrack unterlegt, um das schwüle Südstaaten-Flair zu untermalen. Regisseur Hallström verliert zwar gegen Ende mit einer deplaziert wirkenden Reitturnier- Sequenz den dramaturgischen Faden, doch das wird der Zugkraft der romantisch- nachdenklichen Beziehungkomödie mit Rache-Twist beim vorwiegend weiblichen Zielpublikum kaum einen Abbruch tun. ara.
| Darsteller: | Julia Roberts | als Grace King Bichon | |
|---|---|---|---|
| Dennis Quaid | als Eddie Bichon | ||
| Robert Duvall | als Wyly King | ||
| Gena Rowlands | als Georgia King | ||
| Kyra Sedgwick | als Emma Rae King | ||
| Brett Cullen | als Jamie Johnson | ||
| Haley Aull | als Caroline "Doodlebug" Bichon | ||
| Muse Watson | als Hank Corrigan | ||
| Anne Shropshire | als Tante Rae | ||
| Regie: | Lasse Hallström | ||
| Drehbuch: | Callie Khouri | ||
| Produzent: | Anthea Sylbert | ||
| Paula Weinstein | |||
| Ausf. Produzent: | Goldie Hawn | ||
| Kamera: | Sven Nykvist | ||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
| Graham Preskett | |||
Hollywood-Star Dennis Quaid in einer homosexuellen Liebesszene ist zugegebener Maßen nur schwer vorstellbar. Bisher war der smarte Amerikaner eher auf die Rolle des Frauenverführers ("The Power of Love") oder des Sporthelden ("An jedem verdammten Sonntag") aboniert.
In dem Drama "Far From Heaven" spielt er einen Homosexuellen, der im Amerika der 50ger Jahre wegen seiner Neigung von der Gesellschaft geschnitten wird. Natürlich gehören bei einem solchen Filmstoff Liebeszenen mit Männer zum Drehbuch.
Quaid gab vor Drehbeginn zu, dass es ihm ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengrube bereite, einen anderen Mann zu küssen. Dann kam aber alles anderes.
Der Star aus "Dragonheart" spielte die Sexszene so aggressiv, dass Regisseur Todd Haynes einschreiten und den Take abbrechen musste. Haynes sagte:
"Als die Klappe fiel, stürzte er sich auf seinen Filmpartner wie ein wildes Tier. Ich wollte aber eine ruhige, romantische Sexszene. Einen echten Hollywood-Kuss eben. Wir mussten den Take noch einige Male wiederhohlen, bis Dennis ruhiger wurde."
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