Von den Coen-Brüdern inszenierter Noir-Krimi in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik. http://images.kino.de/flbilder/max01/bf01/bf41/b0141997/b150x150.jpg The Man Who Wasn't There

Filmdetails

The Man Who Wasn't There

Von den Coen-Brüdern inszenierter Noir-Krimi in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik.


The Man Who Wasn't There
Start: 08.11.2001

Thriller / Komödie

USA 2001
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Billy Bob Thornton
Frances McDormand
Michael Badalucco

Regie: Joel Coen
Verleih: Constantin

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Der schweigsame Barbier Ed Crane hadert mit der Monotonie seines Lebens. Als ein Kunde ihm anbietet, mit 10.000 Dollar Geschäftspartner seines florierenden Unternehmens zu werden, wittert Ed eine Chance, sein Leben zu ändern. Er will das Geld von Kaufhausbesitzer Big Dave erpressen, der mit Eds Frau ein Verhältnis hat. Doch Big Dave bekommt heraus, wer der anonyme Erpresser ist.


Kritik

The Man Who Wasn't There

Das Genre des Film Noir haben die Coen-Brüder mittlerweile fast für sich alleine: Wie unendlich schief die Dinge laufen können, wenn ein amerikanischer Jedermann nur einen kleinen Augenblick lang schwach und gierig wird und die falsche Entscheidung trifft, arbeiteten sie zuletzt in "Fargo" auf - nun gerät Billy Bob Thornton als schweigsamer Friseur in den Strudel einer Mordgeschichte. Fans der Brüder werden sich auch für "The Man Who Wasn't There" begeistern, nicht zuletzt wegen seiner brillanten Schwarzweiß-Fotografie und seiner absurd-komischen Momente, während andere zu ihren typischen Coen-kritischen Argumenten greifen werden, der Film strahle Herzenskälte und Distanz aus. Die Jury in Cannes zählte offenbar zu ersteren und verlieh dem Film, ex aequo mit David Lynch, den Regiepreis.

Schon in "O Brother, Where Art Thou?", ihrem letzten und kommerziell erfolgreichsten Film, experimentierten die Coens mit monochromer Bildkomposition. Der logische nächste Schritt war es, nun einen Schwarzweiß-Film zu drehen, und das Ergebnis ist technisch beeindruckend. Die Sauberkeit, Tiefe und Schärfe der Bilder, die ihr langjähriger Kameramann Roger Deakins für "The Man Who Wasn't There" findet (der auf Farbmaterial gedreht hat) sucht ihresgleichen. Gleichzeitig stimmt von der ersten Einstellung an die Atmosphäre für die sich langsam entfaltende Geschichte: In einer kalifornischen Kleinstadt Ende der vierziger Jahre hadert der schweigsame Barbier Ed Crane (Billy Bob Thornton) mit der Monotonie seines Lebens. Unzufrieden mit Job und Ehe, scheint sich ihm die große Gelegenheit zu bieten, als ein Kunde vom Segen der Trockenreinigung erzählt und anbietet, mit 10.000 Dollar Geschäftspartner seines florierenden Unternehmens zu werden. Ed beschließt, das Geld von Kaufhausbesitzer Big Dave (James Gandolfini, den die Coens in einer Drehpause seiner Erfolgsserie "The Sopranos" besetzten) zu erpressen, von dem er weiß, dass er mit seiner Frau (Frances McDormand) ein Verhältnis hat. Big Dave wiederum bekommt heraus, dass Ed der anonyme Erpresser ist, und verwickelt ihn in ein Handgemenge, das Big Dave nicht überlebt. Der Geschäftsmann verschwindet gleichzeitig spurlos mit dem Geld, und Eds Frau wird des Mordes an Big Dave angeklagt, weil sie für ihn die Bilanzen frisierte. Ed heuert einen sündteuren und extravaganten Anwalt an, der sie aus dem Gefängnis holen soll, doch da sind wir erst bei der Hälfte des Films, und bis das Drehbuch alle Beteiligten ihrem (mehr oder weniger) gerechten Schicksal zugeführt hat, stehen noch zwei weitere Tote, ein Autounfall und ein Ufobesuch an. Erstaunlich dabei ist, dass die Coens ihre Geschichte größtenteils durch den lakonischen Monolog von Ed aus dem Off erzählen und viele elementare Handlungselemente entweder gar nicht oder nur in ihren Folgeerscheinungen zeigen. Damit brechen sie mit dem genretypischen Muster und geben dem Off-Monolog praktisch das gesamte erzählerische Gewicht, während ihnen stimmungsvolle Arrangements und mit vielsagenden Pausen inszenierte Dialoge als atmosphärische Duftlampen genügen. Das gelingt, einerseits, hervorragend, weil allein der Look des Films schon die Noir-Welten von James M. Cain ("Frau ohne Gewissen") oder Raymond Chandler wach ruft - andererseits ist der vollkommen passiv bleibende Ed eine nicht gerade mitreißende Hauptfigur, auch wenn Billy Bob Thornton, aufgemacht wie Montgomery Clift, eine Glanzleistung in schauspielerischem Minimalismus liefert. So bleibt man bis zum Schluss fasziniert von einem kettenrauchenden Hauptdarsteller, einer präzise das Hardboiled-Kino der vierziger Jahre erweckenden Ausstattung und jener Coen-typischen Gelassenheit, mit der die haarsträubendsten Ereignisse präsentiert werden. Emotional aber will der Film einem nicht recht nahe gehen. evo.

The Man Who Wasn't There

Darsteller:  Billy Bob Thornton   als Ed Crane
  Frances McDormand   als Doris Crane
  Michael Badalucco   als Frank Raffo
  James Gandolfini   als Big Dave Brewster
  Katherine Borowitz   als Ann Nirdlinger
  Jon Polito   als Creighton Tolliver
  Scarlett Johansson   als Birdy Abundas
  Richard Jenkins   als Walter Abundas
  Tony Shalhoub   als Freddy Riedenschneider
  Adam Alexi-Malle   als Jacques Carcanogues
  Nicholas Lanier   als Tony
  Ted Raimi   als Boven
 
Regie:  Joel Coen  
Drehbuch:  Joel Coen  
  Ethan Coen  
Produzent:  Ethan Coen  
Koproduzent:  John Cameron  
Ausf. Produzent:  Tim Bevan  
  Eric Fellner  
Kamera:  Roger Deakins  
Schnitt:  Roderick Jaynes  
  Tricia Cooke  
Musik:  Carter Burwell  
Produktionsdesign:  Dennis Gassner  
  Chris Gorak  
Kostüme:  Mary Zophres  
Ton:  Peter F. Kurland  

Sofia Coppola dreht in Tokio

Kirsten Dunst ließ sich in "The Vigin Suicides" von der Coppola-Tochter in Szene setzen

Kirsten Dunst ließ sich in "The Vigin Suicides" von der Coppola-Tochter in Szene setzen

Der Tochter des großen Francis Ford fehlen in Tokio die Worte: Sofia Coppola ist "Lost in Translation" ("Verloren in der Übersetzung"). So lautet zumindest der Titel ihres neuen Films mit Bill Murray (zuletzt in "Die Royal Tenenbaums") und Scarlett Johansson ("The Man Who Wasn't There").

Sofia wird dabei nicht nur im Regiestuhl Platz nehmen, sie schrieb auch das Drehbuch selbst: Es erzählt die Geschichte zweier verlorener Seelen - ein Schauspieler und eine verlassene Frau - die gemeinsam eine Woche in der japanischen Metropole verbringen.

Ihr Regiedebut gab Sofia 1999 mit "The Virgin Suicides", einem sensiblen und dabei durchaus schwarzhumorigen Film über vier Schwestern, die einen gemeinsamen Selbstmord planen.

Als Darstellerin war sie schon im zarten Alter von 12 Monaten auf der Leinwand zu sehen: In Daddys großartigem "Der Pate" war sie der Täufling. Ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte sie in "Star Wars: Episode 1": Sie spielte Sache, die Zofe von Prinzessin Amidala.

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Billy Bob Thornton

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Frances McDormand

Hochschwanger und in ihre Uniform gezwängt, stapfte sie als Sheriff des Provinzkaffs Brainerd durch den Schnee und löste mit einer...

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