Adrien Brody
Keira Knightley
Kris Kristofferson
Regie: John Maybury
1991 im I. Golfkrieg erhält Jack Stars einen Kopfschuss. Einem Totenschein zum Trotz überlebt er die Verletzung mit schwerer Amnesie. Zurück in den USA landet Jack, kurz nachdem er einem kleinen Mädchen seine Erkennungsmarke schenkte, wegen angeblichen Polizistenmordes in der forensischen Psychatrie des Neurologen Dr. Becker. Dessen obskure Menschenversuche haben bei Jack eine Nebenwirkung: Er kann ins Jahr 2007 reisen. Dort versucht er mit Hilfe jenes einst kleinen Mädchens seinen zweiten Tod im Jahr 1993 abzuwenden.

Nicht ein schickes Jackett von Zegna (für den er einige Zeit warb), sondern eine schmutzige Zwangsjacke trägt Oscar-Gewinner Adrien Brody ("Der Pianist") in diesem vertrackten Psychoschocker. Inszeniert vom Indie-Avantgardisten John Maybury ("Love Is The Devil") spielt Brody einen gedächtniskranken Golfkriegs-Veteranen, der für einen Mord, an den er sich nicht erinnert, in einer Nervenheilanstalt landet. Ein mysteriöses Plotpuzzle um Psychoterror, Halluzinationen, Zeitreise, Liebe, Sterblichkeit, Realitätsmodifikation und Erlösung entfaltet sich.
Eine in vielen Punkten ähnliche Prämisse kam in "Jacob's Ladder", "12 Monkeys" und zuletzt in "Butterfly Effect" zum Einsatz. Wie bei den beiden ersteren wird die Unmenschlichkeit des Krieges angeklagt. Dies beschränkt sich hier allerdings fast ausschließlich auf die packend-desorientierende Eröffnungs-Montage, in der ein US-Soldat 1991 von einem irakischen Jungen in den Kopf geschossen wird. Ein Jahr später kehrt derselbe Soldat namens Jack Starks scheinbar geheilt in die Heimat zurück. Unterwegs hilft er einer Mutter (Kelly Lynch) und ihrer kleinen Tochter bei einer Autopanne. Wenig später wacht er in einer Blutlache neben einem toten Cop auf. Dies führt zur Anstaltseinweisung des für unzurechnungsfähig befundenen Starks. Sein Arzt Dr. Becker (Kris Kristofferson als sadistischer Dr. Mengele-Verschnitt) setzt ihn einer grausamen Isolationstherapie aus, bei der Starks in eine Zwangsjacke gesteckt, mit halluzinogenen Drogen vollgepumpt in ein winziges Leichenaufbewahrungs-Kompartement eingesperrt wird. Seine Höllentrips in die eigene Psyche werden dabei immer plastisch-realistischer und schließlich landet er im Jahr 2007. Dort lernt er das inzwischen erwachsene gewordene Mädchen mit der Autopanne kennen und lieben. "King Arthur"-Amazone Keira Knightley mimt sie etwas over-the-top als asoziale Quenglerin, die ihren Kummer mit Alk und Kettenrauchen therapiert. Gemeinsam versuchen sie Jacks im Jahr 1993 bevorstehenden Tod zu verhindern.
Brody vermittelt versiert den Terror und die Konfusion eines Mannes, für den die Grenzen von Realität und Zeit verschwimmen, kann jedoch nicht über eine gewisse Oberflächlichkeit der Charakterzeichnung hinwegtäuschen. Das Skript von Massey Tadjedin ("Leo") strickt eine recht interessante, aber nicht sonderlich originelle Story. Zudem fällt das menschlich-dramatische Element zu leicht aus, um den Zuschauer emotional ein zu binden. Dabei gelingt es Regisseur Maybury durchaus packende Momente von Klaustrophobie und Hysterie mit starken Bildern zu inszenieren, doch insgesamt überwiegt der visuelle Stil zu Lasten der erzählerischen Substanz. ara.
| Darsteller: | Adrien Brody | als Jack Starks | |
|---|---|---|---|
| Keira Knightley | als Jackie Price | ||
| Kris Kristofferson | als Dr. Thomas Becker | ||
| Jennifer Jason Leigh | als Dr. Lorenson | ||
| Kelly Lynch | als Jean Price | ||
| Brad Renfro | als Fremder | ||
| Daniel Craig | als Rudy Mackenzie | ||
| Mackenzie Phillips | |||
| Regie: | John Maybury | ||
| Drehbuch: | Massy Tadjedin | ||
| Tom Bleecker | |||
| Marc Rocco | |||
| Produzent: | Peter Guber | ||
| George Clooney | |||
| Steven Soderbergh | |||
| Koproduzent: | Philip A. McKeon | ||
| Donald C. McKeon | |||
| Marc Rocco | |||
| Marc Frydman | |||
| Andreas Schmid | |||
| Kia Jam | |||
| Ausf. Produzent: | Ori Marmur | ||
| Peter E. Strauss | |||
| Ben Cosgrove | |||
| Jennifer Fox | |||
| Todd Wagner | |||
| Mark Cuban | |||
| Andreas Grosch | |||
| Christopher Roberts | |||
| Kamera: | Peter Deming | ||
| Schnitt: | Emma E. Hickox | ||
| Musik: | Brian Eno | ||
| Produktionsdesign: | Alan Macdonald | ||
| Kostüme: | Douglas Hall | ||
| Ton: | Colin Nicolson | ||
Mut zur Hässlichkeit hat in Hollywood nur dann Hochkonjunktur, wenn's um die Oscars geht.
Zeigte sich bisher selbst gern als offenherzige Schönheit: Keira Knightley (Foto: Buena Vista)
So pöbelte sich Charlize Theron als pickeliges, dickleibiges "Monster" zum Goldjungen und Nicole Kidman ließ sich das Alabaster-Antlitz für "Nicole Kidman" ebenfalls oscar-reif mit einer Hexennase verunstalten. Doch am Sunset Boulevard, wenn die Kameras ausgeschaltet sind, sind nach wie vor perfekte Körper Trumpf. Silikon, Botox, Fettabsaugen sei dank.
Doch Brit-Beauty Keira Knightley will von solcherlei Tuning nichts wissen: "Ich könnte nie in L.A. leben", stöhnt der Star aus "Fluch der Karibik". "Für ein junges Mädchen ist diese Stadt echt beängstigend. Man steht extrem unter Druck, diesem einen Frauentyp zu entsprechen: groß, blond, dürr und große Brüste!"
Dass so etwas ausgerechnet von Keira kommt, ist schon erstaunlich. Schließlich ist die Britin seit "Fluch der Karibik" und "King Arthur" heiß begehrt - nicht zuletzt dank atemberaubender Kostüme und naturgegebener weiblicher Anmut.
Aber damit soll jetzt Schluss sein: Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Keira gibt der Thriller "The Jacket". Mit dunklen Augenringen und gehetztem Blick leidet sich Knightley neben Adrien Brody durch das Mystery-Stück. Und der Imagewandel hat Methode:
"Ich finde, dass Unzulänglichkeit viel interessanter ist als Perfektion", erklärt Knightley. "Jeder will heute perfekt sein, aber das ist so langweilig - denn es ist einfach nicht authentisch!"
"The Jacket" stieß zwar in den USA nur auf wenig Begeisterung, doch die Geschichte hat's in sich: Oscar-Gewinner Brody leidet als Golfkriegs-Veteran nach einer Schussverletzung am Kopf unter Amnesie. Als er des Mordes an einem Polizisten angeklagt wird, landet er in der Psychiatrie. Der Chefarzt (Kris Kristofferson) unterzieht ihn einer umstrittenen Therapie: Er pumpt ihn mit Psychopharmaka voll, steckt ihn in eine Zwangsjacke - daher der Titel - und sperrt ihn stundenlang in eine Aufbewahrungs-Schublade in der Leichenhalle.
Dort erlebt Brody Horror-Trips in die Zukunft und erfährt, dass er in vier Tagen sterben wird. Zusammen mit einer mysteriösen Frau (Knightley), der er ebenfalls in der Zukunft begegnet, versucht er seinem Schicksal zu entrinnen.
Dafür ist bei Keira natürlich in der Tat mehr Grips gefragt als eine Oberweite wie Britney - die Knightley übrigens schon auch gern hätte.
Hochgewachsen, mit flinken, listigen und ständig lachenden Augen sowie kaum zu bändigenden schwarzen Locken und einem betont schlaksig lässigen...
Mit Power und Anmut nimmt Keira Knightley den Männern das Ruder aus der Hand, kämpft mit Piraten, kickt auf dem grünen Rasen wie Beckham...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.