Im L.A. der frühen 80er Jahren unternimmt der erfolgreiche Filmproduzent William einen eher erfolglosen Versuch, die zerrüttete Ehe mit seiner drogensüchtigen Frau oder wenigstens seine Affäre mit einer Nachrichtensprecherin zu retten. Dafür nimmt der Plan, einen Popstar unter Vertrag zu nehmen, zügig Gestalt an. Williams orientierungsloser Sohn zieht derweil mit den anderen Kids der Reichen und Schönen um die Häuser, hier eine Braut, dort einen Hügel Koks vernaschend. Kollateralschäden werden allenthalben billigend in Kauf genommen.

1994 ließ der US-Gesellschaftschronist Bret Easton Ellis seinem skandalträchtigen Bestseller "American Psycho" eine spezifisch kalifornisch eingefärbte Nachbetrachtung des 80er-Jahre-Wesens folgen, die nun weitere fünfzehn Jahre später angemessen kühl, ironisch und distanziert verfilmt wurde unter Beteiligung namhafter Hollywoodstars aller Generationen. Episodischer Reigen von Beischlaf-, Erniedrigungs- und Bedröhnungszeremonien, eine exzellente Sache für Freunde des anspruchsvollen Dramas und alle, die 1984 dabei waren (oder davon gehört haben).
| Darsteller: | Billy Bob Thornton | als William | |
|---|---|---|---|
| Kim Basinger | als Graham's Mutter | ||
| Brandon Routh | als Jamie | ||
| Jon Foster | als Graham | ||
| Lou Taylor Pucci | als Tim Price | ||
| Austin Nichols | als Martin | ||
| Mickey Rourke | als Peter | ||
| Winona Ryder | als Cheryl Laine | ||
| Regie: | Gregor Jordan | ||
| Drehbuch: | Nicholas Jarecki | ||
| Produzent: | Marco Weber | ||
| Ausf. Produzent: | Vanessa Coifman | ||
| Bret Easton Ellis | |||
| Buchvorlage: | Bret Easton Ellis | ||
| Kamera: | Petra Korner | ||
| Schnitt: | Robert Brakey | ||
| Produktionsdesign: | Cecilia Montiel | ||
| Kostüme: | Sophie de Rakoff Carbonell | ||
| Casting: | John Papsidera | ||
Klar tragen sich hinter den Kulissen Hollywoods bisweilen merkwürdige Dinge zu - aber dass ein ehemaliger Security-Mitarbeiter eines Studiogeländes ein unschuldiges Kind entführt und an einen Vampirkult verhökert, ist selbst für L.A.-Verhältnisse etwas ungewöhnlich...
Gut, dass dieses Geschehen auch "nur" aus einem Drehbuch stammt. "The Informers" heißt der Film, die Idee dazu stammt von Skandalautor Bret Easton Ellis, der schon in "American Psycho" eindrucksvoll vorführte, zu welch abartigen Gemeinheiten Menschen fähig sind. Bei Ellis' neuem Werk ist nun mit Haudegen Mickey Rourke auch schon eine Idealbesetzung für den fiesen Kinderhändler gefunden.
Doch "The Informers" hat noch mehr zu bieten, denn Rourkes Ex-Rausschmeißer ist nur einer von sieben Menschen, denen der Film bei ihren unmoralischen Unternehmungen über die Schulter guckt. Winona Ryder ist beispielsweise als Nachrichtensprecherin zu sehen, die gerade ihren Job verloren hat, weil ihre langjährige Affäre mit dem - verheirateten - Produzenten der Sendung in die Brüche gegangen ist.
Dazu tritt noch ein Filmproduzent mitsamt Frau und Geliebter auf, ein abgetakelter Rockstar und natürlich ein paar Vampire. Als Darsteller der zwielichtigen Gestalten standen neben den beiden Neuzugängen Rourke und Ryder schon Billy Bob Thornton und "Superman" Brandon Routh fest, dazu Ashley Olsen und Kim Basinger, die sich bei Mickey Rourke auf ein Wiedersehen mit ihrem Partner aus dem epochalen Softsex-Filmchen "9 1/2 Wochen" freuen darf. Mitte Oktober fällt für das Allstar-Team die erste Klappe, Regie führt Gregor Jordan ("Army Go Home!").
Produziert wird der explosive Film übrigens vom Deutschen Marco Weber, der beim Kannibalen-Drama "Rohtenburg" schon leidvolle Erfahrungen mit einem Skandalstoff gemacht hat: Dem Film wurde per Gerichtsbeschluss der Kinostart verweigert. Hoffentlich läuft's diesmal besser!
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