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Drama - USA 2002 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 115 Min. - Verleih: Highlight (Constantin) Start: 27.03.2003
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1941 in Sussex, England. Die Schriftstellerin Virginia Woolf (Nicole Kidman), Autorin des Romans "Mrs. Dalloway", packt sich nach einem guten Frühstück Steine in die Kleidertaschen und geht zum Fluss, um sich zu ertränken. Zehn Jahre später zieht Laura Brown (Julianne Moore), Leserin von "Mrs. Dalloway", in ein Hotel, um dort mit Tabletten aus dem Leben zu scheiden. 2001 in New York droht Clarissas (Meryl Streep) schwerkranker Ex-Ehemann (Ed Harris) mit einem Todessprung.
Drei Frauen, drei Epochen, drei Selbstmordversuche, lose verknüpft durch Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" in einem meisterhaften Drama von Regisseur Stephen Daldry ("Billy Elliot"). Wer große Schauspielerinnen in großen Rollen sehen will, sitzt hier in der allerersten Reihe. |
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KRITIK
Drei Frauenschicksale, drei Zeitperioden, drei Wege, sich mit Depression, Frustration und Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Für die Verfilmung des mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Romans von Michael Cunningham konnten Regisseur Stephen Daldry und Produzent Scott Rudin mit Nicole Kidman, Julianne Moore und Meryl Streep die besten Namen für die Hauptrollen gewinnen. So entstand ein melancholisches Drama, das durch große Klasse und außergewöhnliche Sorgfalt in der Realisierung ein designierter Oscar-Anwärter ist und zu den Höhepunkten des Berlinale-Wettbewerbs zählt.
Als Bindeglied der drei Handlungsebenen fungiert die talentierte, aber psychisch labile Schriftstellerin Virginia Woolf (Golden Globe für Nicole Kidman), die nicht nur eine dieser drei Frauen, sondern auch indirekt die Brücke zu den beiden anderen Hauptfiguren ist. Prägnante und zumeist tief unglückliche Momente aus ihrem Leben werden von Daldry mit Raffinement und Finesse parallel und schließlich auch tangierend erzählt. Mit der starken Eröffnungssequenz, die Virginias Selbstmord in einem Fluss zeigt, wird gleich zu Beginn ein beklemmend-tragischer Ton etabliert, der sich konsequent durch den ganzen Film zieht. Unterstrichen wird dies vom bedrückenden Score Philip Glass', der auch als eines der Stilmittel fungiert, die drei Storystränge miteinander zu verknüpfen. Nach Virginia wird Einblick in das Leben der frustrierten Hausfrau Laura Brown (Moore offenbart nach "Dem Himmel so fern" erneut die Kehrseite des Hausfrauen-Idylls der fünfziger Jahre) gegeben, die 1951 mit ihrem liebenswerten Mann (John C. Reilly) und kleinem Sohn in Los Angeles lebt. Sie liest eine Ausgabe von Woolfs Roman "Mrs. Dalloway": Literarische Querverweise hieraus liefern in Folge einige pointierte Fingerzeige über die geistige Verfassung der Frauen. Im Fall von Laura gibt es auch weitere Indizien, die schon zu Beginn subtil, aber dennoch unmissverständlich auf ihre mentalen Probleme hindeuten. Daraufhin geht es in der Gegenwart mit der New Yorker Verlagslektorin Clarissa weiter, die eine Party vorbereitet. Diese ist zu Ehren ihres Freundes und Ex-Geliebten Richard (ein ausgemergelter Ed Harris), der einen Literaturpreis erhalten hat und sich in den letzten Stadien seiner AIDS-Krankheit befindet. Wegen ihrer Angewohnheit, ihre eigene Trostlosigkeit mit exquisiten Feten zu verdrängen, und ihres Vornamens hat ihr Richard vor langer Zeit den Spitznamen Mrs. Dalloway gegeben. Die beiden verbindet offensichtlich eine tiefe Liebe, auch wenn Clarissa nunmehr seit Jahren mit Sally (Allison Janney) eine lesbische Partnerschaft führt. Auch die beiden anderen Protagonistinnen offenbaren homosexuelle Tendenzen, die jeweils mit einem innigen Kuss angedeutet werden. Auch vereint sie, dass sie mit ihrem Leben tief unzufrieden sind und Entscheidungen bereuen, die sie in der Vergangenheit getroffen haben. Während Virginia schließlich nur den Tod als Ausweg sieht und Laura ebenfalls mit Selbstmordgedanken flirtet, wird Clarissa von einer objektiveren Warte aus mit der Sterblichkeit des Menschen konfrontiert. Eine unerwartete Offenbarung verbindet schließlich die Schicksale aller drei Frauen.
Am meisten beeindruckt Kidman, die hier mit Nasenprothese und ungeschminkt Mut zur äußerlichen Unscheinbarkeit zeigt. Sie porträtiert die tragische Schriftstellerin, die zwischen kreativem Genie und morbider Depression schwankt, mit bemerkenswerter Tiefgründigkeit und viel Charisma. Moore operiert hier nach dem "Weniger ist Moore"-Prinzip und stattet ihre Figur mit ebenmäßiger Traurigkeit und Melancholie aus. Streep, deren Storyline am detailliertesten ausfällt, glänzt einmal mehr mit einer emotional kantigen und ergreifenden Darstellung. Technische Produktionswerte wie Kameraarbeit, Schnitt, Ausstattung und Kostüme sind ebenfalls, wie bei einer Scott-Rudin-Produktion nicht anders zu erwarten, superb. ara.
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