Emma Stone
Viola Davis
Bryce Dallas Howard
Regie: Tate Taylor
Verleih: Walt Disney
1962 kehrt die junge Skeeter von ihrem Collegestudium zurück in ihre Südstaaten-Heimatstadt. Ihre alten Freundinnen haben viel Freizeit. Denn ihre Babys und Haushalte werden von farbigen Hausangestellten versorgt. Als eine von ihnen ein Gesetz einbringen will, dass Schwarze separate Toiletten benutzen sollen, ist Skeeter dermaßen schockiert, dass sie beschließt, die Hausmädchen in ihrer Umgebung zu interviewen, um ihre Seite zu dokumentieren. Zunächst fällt es ihr schwer, das Eis zu brechen, doch letztlich erhält sie die volle Unterstützung von Aibileen und Minny.

Bewegende Bestseller-Verfilmung, die mit viel Herz sowie einigem Humor vom Schicksal afroamerikanischer Hausangestellter während der frühen 60er im noch reichlich rassistischen Mississippi erzählt.
Autorin Kathryn Stocketts verarbeitete für ihren 2009 erschienenen Roman eigene Kindheitserfahrungen. Wie ihr langjähriger guter Freund und Regisseur von "The Help", Tate Taylor, kommt sie aus Jackson, Mississippi, und konnte aus erster Hand mit verfolgen, wie afroamerikanische Angestellte wie Sklaven behandelt wurden. Auf Stocketts Betreiben wurde Taylor, der zuvor nur einen Kurzfilm gedreht hatte, die Regie übertragen. Was ihm an inszenatorischer Erfahrung mangeln könnte, gleicht er mit einem stark um Authentizität bemühten Augenmerk aus. Zudem ist das mitreißende Sozialdrama durchweg fabelhaft besetzt. Vor allem glänzen die Darsteller des Protagonisten-Trios, Viola Davis und Octavia Spencer als Dienstmädchen Aibileen und Minny sowie Emma Stone als junge weiße Journalistin Skeeter, die sich aufrichtig für sie interessiert und die Geschichten der Hausmädchen in Buchform bringt.
1962, kurz vor dem Beginn der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, kehrt die junge Skeeter von ihrem Collegestudium zurück in ihre Südstaaten-Heimatstadt. Ihre alten Freundinnen sind hauptsächlich damit beschäftigt, Bridge zu spielen, ihre Babys und Haushalte werden von einheitlich uniformierten farbigen Hausangestellten versorgt. Als Galionsfigur bissig verbohrten Rassismus fungiert Bryce Dallas Howard in ihrer Rolle als junge Societydame Hilly, die ein demütigendes neues Gesetz einbringen will, das Schwarze separate Toiletten benutzen müssen. Skeeter ist davon dermaßen abgestoßen, dass sie beschließt die Angestellten der Umgebung zu interviewen, um ihre Seite zu dokumentieren. Zunächst fällt es ihr schwer, das Eis zu brechen. Letztlich erhält sie jedoch volle Unterstützung und eine Sammlung von Anekdoten, die von herzzerreißend bis urkomisch reichen.
Auch wenn es sich um ein Kapitel (beschämender) amerikanischer Geschichte handelt, hat der Film wie bereits das Buch gute Chancen bei einem breit gefächerten (weiblichen) Publikum zu landen mit seiner gewinnenden Mischung aus übergreifender Sozialkritik und feinfühligem persönlichen Drama, das mit Witz und Charme aufgelockert wird. ara.
| Darsteller: | Emma Stone | als Eugenia 'Skeeter' Phelan | |
|---|---|---|---|
| Viola Davis | als Aibileen Clark | ||
| Bryce Dallas Howard | als Hilly Holbrook | ||
| Octavia Spencer | als Minny Jackson | ||
| Jessica Chastain | als Celia Foote | ||
| Ahna O'Reilly | als Elizabeth Leefolt | ||
| Allison Janney | als Charlotte Phelan | ||
| Sissy Spacek | als Missus Walters | ||
| Chris Lowell | als Stuart Whitworth | ||
| Mike Vogel | als Johnny Foote | ||
| Aunjanue Ellis | als Yule Mae Davis | ||
| Cicely Tyson | als Constantine Jefferson | ||
| Anna Camp | als Jolene French | ||
| Mary Steenburgen | als Elaine Stein | ||
| Regie: | Tate Taylor | ||
| Drehbuch: | Tate Taylor | ||
| Produzent: | Michael Barnathan | ||
| Chris Columbus | |||
| Brunson Green | |||
| Koproduzent: | Sonya Lunsford | ||
| Ausf. Produzent: | Mohamed Khalaf Al-Mazrouei | ||
| Nate Berkus | |||
| Mark Radcliffe | |||
| Jennifer Blum | |||
| John Norris | |||
| Jeff Skoll | |||
| Tate Taylor | |||
| Buchvorlage: | Kathryn Stockett | ||
| Kamera: | Stephen Goldblatt | ||
| Schnitt: | Hughes Winborne | ||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Produktionsdesign: | Mark Ricker | ||
| Kostüme: | Sharen Davis | ||
| Casting: | Kerry Barden | ||
| Paul Schnee | |||
Völlig überraschend ist der Kritikerliebling "The Artist" bei den Oscar-Nominierungen von Martin Scorseses "Hugo Cabret" um einen Waisen im Pariser Bahnhof überholt worden.
Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)
Hollywood hatte schon die Revolution des Kinos ausgerufen. Schließlich galt - und das in den Zeiten der Megaerfolge von Spektakeln wie "Avatar" & Co. - mit "The Artist" ein kleiner, feiner Stummfilm in Schwarzweiß über die Liebe zweier Schauspieler am Ende der Stummfilmära als Favorit bei den Oscar-Nominierungen.
Nachdem Jungstar Jennifer Lawrence und Academy-Präsident Tom Sherak nun die Nominierungen bekannt gegeben haben, steht das belgisch-französische Kunstwerk mit insgesamt zehn Nominierungen zwar auch ordentlich da, doch ein Altmeister hat den Kritikerliebling noch überholt:
Martin Scorseses in prächtigen Bildern schwelgende 3D-Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen, der im Pariser Bahnhof Montparnasse Gare lebt, heimste insgesamt elf Oscar-Nominierungen ein. Die leidlich bekannte Vorliebe der Academy für US-Produktionen gegenüber europäischen mag dabei eine Rolle gespielt haben.
Allerdings ist "Hugo Cabret" zwar in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie nominiert, ansonsten gab's die Award-Chancen aber eher in den technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera, Schnitt, Ausstattung, Ton, Tonschnitt, Musik und Drehbuchadaption. Dagegen sind mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in "The Artist" auch der Haupt- und die Nebendarstellerin nominiert. Die beiden Filme werden wohl den Oscar für den besten Film unter sich ausmachen.
Dujardin wird sich allerdings sehr wahrscheinlich George Clooney beugen müssen, der als überforderter Vater, der in "The Descendants" erfährt, dass ihn seine im Koma liegende Frau betrogen hat, als Favorit für den Hauptrollen-Oscar gilt. Auch Clooneys Regisseur Alexander Payne ("Sideways") ist nominiert und darf sich darüberhinaus über eine Berücksichtigung als bester Film und insgesamt 5 Oscar-Chancen freuen.
Clooneys Kumpel Brad Pitt ist als Coach, der erstmals Computerstatistiken benutzt, im Baseballdrama "Moneyball" für den Hauptrollenoscar nominiert. Das Sportspektakel gehört mit insgesamt 5 Nominierungen, darunter als bester Film, ebenfalls zu den meistberücksichtigten Werken. Gefährlich könnte George Clooney vermutlich eher noch Gary Oldman werden, der in "Dame, König, As, Spion" einen Maulfwurf im Secret Service aufspüren soll. Lediglich Außenseiterchancen hat Demián Bichir, dessen Nominierung für "A Better Life" bereits eine Riesenüberraschung und -ehre darstellt.
Absolut gesetzt ist Meryl Streep für den weiblichen Hauptrollenoscar. Ihre gespenstisch gute Verkörperung der britischen Permierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bereits die 17. Oscar-Nominierung ein. Da wird es höchste Zeit für den dritten Sieg nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung", wie ganz Hollywood meint.
Ansonsten wäre Rooney Mara als Lisbeth Salander in der US-Neuverfilmung des ersten Teils der schwedischen Kultkrimi-Trilogie "Millennium", "Verblendung", eine starke Herausforderin, ebenso Michelle Williams als Leinwand-Legende Marilyn Monroe in "My Week with Marilyn" und Glenn Close, die sich in "Albert Nobbs" im Dublin des 19. Jahrhundert als Mann verkleidet, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Auch Viola Davis glänzte im Südstaatendrama um die ersten afroamerikanischen Haushaltsgehilfinnen in "The Help", das insgesamt sechs Nominierungen erhielt, darunter als bester Film und für Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin.
In jener Kategorie gilt wiederum Bérénice Bejo aus "The Artist" als leichte Favoritin. Sie glänzt als eine der ersten Tonfilm-Diven, die ausgerechnet einen alten Stummfilm-Star (Jean Dujardin) liebt, dessen Stern nun am Sinken ist. Octavia Spencer und Jessica Chastain, beide für "The Help" nominiert, werden als starke Herausforderinnen gesehen. Janet McTeer, die in "Albert Nobbs" ebenfalls einen Mann spielt, und Melissa McCarthy in der Komödie "Brautalarm" dürften eher geringe Chancen haben.
Einen glasklaren Favoriten gibt es bei den männlichen Nebendarstellern: Albert Brooks mutet in "Beginners" seinem Filmsohn Ewan McGregor ein spätes schwules Coming out zu - beeindruckend und herzerweichend. Das Nachsehen haben werden daher Max von Sydow als Holocaust-Opfer im 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier in "My Week with Marilyn", Jonah Hill als Sidekick von Coach Brad Pitt in "Moneyball" und Nick Nolte als versoffener Rabenvater in "Warrior".
Unter den Regisseuren dürfte es dagegen extrem spannend werden. Von den fünf Nominierten Michel Hazanavicius ("The Artist"), Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"), Woody Allen ("Midnight in Paris"), Terrence Malick ("The Tree of Life") und Martin Scorsese ("Hugo Cabret") kann eigentlich jeder gewinnen. Nachdem die Filme der fünf Macher auch allesamt in der Kategorie Bester Film ins Rennen gehen, könnte der gewinnen, dessen Werk auch den Königspreis abräumt. Denn die Regie wird dafür von der Academy traditionell als Schlüsselkategorie angesehen.
Aus deutscher Sicht gab es zwar nicht wie erhofft eine Chance auf den Auslandsoscar für Wim Wenders' "Pina", hier gilt der iranische Beitrag "Nader und Simin - Eine Trennung" als Favorit, der auch für das Drehbuch nominiert wurde. Dafür wurde der bildstarke deutsche Beitrag über die Choreographen-Legende Pina Bausch als beste Doku nominiert und hat hier auch berechtigte Sieg-Chancen.
Mit dem Kurzfilm "Raju" von Max Zähle und Stefan Gieren geht ein weiterer deutscher Kandidat ins Oscarrennen. Der Film wurde im Vorjahr bereits mit dem Studentenoscar ausgezeichnet. Außerdem wurde die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl nominiert für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Historiendrama "Anonymus".
Bei den für die Academy immer wichtiger werdenden Animationsfilmen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen "Rango", "Der gestiefelte Kater" und "Kung Fu Panda 2" ab. Den Spezialeffekte-Oscar dürften entweder "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" oder "Planet der Affen: PRevolution" einheimsen.
Wer dann tatsächlich alles einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf, das entscheidet sich in der Nacht von Sonntag, den 26.2., auf Montag, den 27.2., im Kodak Theatre von Los Angeles. Moderieren darf den wichtigsten Abend der Traumfabrik dabei Comedy-Superstar Billy Crystal - und das bereits zum neunten Mal!
Doch Crystal ist nur ein Notnagel, denn eigentlich sollte ein anderer die Filmschaffenden mit coolen Sprüchen begeistern: Eddie Murphy! Aber der sagte ab, weil der als Regisseur der Zeremonie geplante Brett Ratner, mit dem Murphy zuletzt den Komödienhit "Aushilfsgangster" gedreht hat, abgesetzt wurde: Er hatte sich im Vorfeld zu schwulenfeindlichen Witzen hinreißen lassen.
Nun freut sich also Billy Crystal auf die Goldjungs-Gala. Und auch wenn natürlich selbst er noch keine Preisträger kennt und auch wenn sein gespannt erwarteter Eröffnungs-Monolog ebenfalls streng geheim bleibt, so hat er zumindest soviel über seine Pläne für die Verleihung verraten: "Mein großes Thema für den Abend lautet: 'Wie habt Ihr Euch eigentlich ins Kino verliebt?' Schließlich verbindet uns das alle und das müssen wir mal so richtig feiern!"
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