Originaltitel: The Grey
USA 2011
Liam Neeson
Frank Grillo
Dermot Mulroney
Regie: Joe Carnahan
Verleih: Universum (Walt Disney)
Acht Männer, alles Mitarbeiter einer Erdölraffinerie, überleben den Absturz ihres Flugzeugs, das sie in den verdienten Urlaub bringen sollte. Doch in der gottverlassenen Wildnis von Alaska bleibt der Tod weiterhin in Lauerstellung. Er kommt durch eisige Kälte, Hunger und Erschöpfung, vor allem aber durch ein großes Rudel hungriger Wölfe, die in ihrem Revier keine Eindringlinge dulden. Auf der Flucht vor den Tieren kämpfen die Männer gegen die Elemente und die furchterregenden Jäger, die unerbittlich Beute machen.

In Joe Carnahans packendem Überlebensdrama machen hungrige Wölfe in der eisigen Natur Alaskas unerbittlich Jagd auf den Menschen.
Nach "Das A-Team - Der Film" inszeniert Joe Carnahan ein weiteres Gruppenerlebnis. Nun allerdings nicht mehr als aufwendigen Actionzirkus, sondern als existentialistisches Duell mit dem Tod, der unterschiedliche Gestalt annimmt, vor allem aber durch Wölfe, unheimlich in Furchtlosigkeit, Intelligenz und Konsequenz, allgegenwärtig ist. Der erste Schwenk über eine verschneite, wolkenverhangene Bergkulisse mit spärlichem Tageslicht etabliert das titelgebende endlose Grau - eine lebensfeindliche Natur, in der nur Blut farbliche Akzente setzt.
In diese Wildnis hat es Mitarbeiter einer Erdölraffinerie und auch den Scharfschützen Ottway (Liam Neeson) verschlagen, der die Männer vor Wölfen und Bären beschützen soll. Ausgerechnet dieser seelisch angezählte Schweiger, der im Grunde längst tot ist und sich an Erinnerungen an seine verlorene Liebe klammert, wird zum Turm in einem Kampf, der selbst die härtesten Typen auf die Essenz ihrer Persönlichkeit, frei von Fassaden, zurückführt. Nach einem Flugzeugabsturz stemmen sich acht Überlebende, fern von jeglicher Zivilisation, gegen das schier unüberwindbare Problempaket, das die Natur ihnen entgegenschleudert: eisige Kälte, peitschender Wind, tiefer Schnee, endlose Weiten, großer Hunger und Wölfe, die in ihrem Revier keine anderen Jäger dulden. Mehrere Tage und Nächte folgt der Film diesen Männern auf ihrer Flucht vor den Tieren, deren Leitwolf seine Entsprechung in Neesons Alphamann hat.
Ottway ist neben Henrick (stark: Dallas Roberts) auch das moralische Zentrum des Films, der seine Actionsequenzen als Blitzangriffe kurz hält, dabei nie auf Spektakel, sondern Intensität setzt. Viele der Attacken sind nah oder halbnah mit Handkamera gedreht, was dem Realismus zugutekommt, aber auch das limitierte Budget des Films spiegelt, der mit echten Wölfen, animatronischen Puppen, aber nur wenigen, nicht immer überzeugenden Digitaleffekten arbeitet. Ein Defizit, das für den Wirkungsgrad des Films bedeutungslos bleibt. Denn Carnahan hält den Bedrohungsfaktor hoch - über den Sound, über simple visuelle Boten wie leuchtende Augen oder der Atem der Tiere im nachtschwarzen Wald. In Momenten des Innehaltens stellt "The Grey" Fragen zur Entscheidungsfreiheit des Menschen, zu Gott oder zu Lebensinhalten und bleibt dem realistischen Ansatz auch im couragierten Finale kompromisslos treu. kob.
| Darsteller: | Liam Neeson | als Ottway | |
|---|---|---|---|
| Frank Grillo | als Diaz | ||
| Dermot Mulroney | als Talget | ||
| Dallas Roberts | als Hendrick | ||
| Joe Anderson | als Flannery | ||
| Nonso Anozie | als Burke | ||
| Ben Bray | als Hernandez | ||
| James Badge Dale | als Lewenden | ||
| Regie: | Joe Carnahan | ||
| Drehbuch: | Joe Carnahan | ||
| Ian Mackenzie Jeffers | |||
| Produzent: | Joe Carnahan | ||
| Jules Daly | |||
| Mickey Liddell | |||
| Ridley Scott | |||
| Ausf. Produzent: | Jim Seibel | ||
| Tony Scott | |||
| Jennifer Hilton Monroe | |||
| Spencer Silna | |||
| Adi Shankar | |||
| Ross Fanger | |||
| Buchvorlage: | Ian Mackenzie Jeffers | ||
| Kamera: | Masanobu Takayanagi | ||
| Schnitt: | Roger Barton | ||
| Jason Hellmann | |||
| Musik: | Marc Streitenfeld | ||
| Produktionsdesign: | John Willett | ||
| Kostüme: | Courtney Daniel | ||
| Casting: | John Papsidera | ||
Wenn Christopher Nolan seine Filme besetzt, dann wäre wohl jeder Schauspieler gerne dabei. Manchmal scheitert eine Beteiligung aber auch daran, dass man einfach zu jung ist.
Guy Pearce und Liam Neeson können sich beide nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Neeson ist seit dem 29. März mit "Zorn der Titanen" und seit dieser Woche mit "The Grey - Unter Wölfen" und "Battleship" omnipräsent auf den Leinwänden vertreten. Pearce zieht dann seinerseits mit den Science Fiction-Spekakeln "Lockout" (10. Mai) und "Prometheus - Dunkle Zeichen" (8. August) nach. Man teilt das Kinojahr also scheinbar friedlich unter sich auf.
Wenn Liam Neeson aber ab dem 20. Juli in "The Dark Knight Rises" wieder in seiner Rolle als Ra's al Ghul aus "Batman Begins" zu sehen ist, dann dürfte Guy Pearce das auch mit einem weinenden Auge sehen. In einem Interview verriet er jetzt, dass Regisseur Christopher Nolan, mit dem Pearce "Memento" drehte, auch mit ihm über den Part gesprochen hatte. Auf die Frage, ob er für die Rolle von Batmans Mentor nicht sowieso zu jung sei, antwortete der Australier: "Viel zu jung. Zu hübsch, zu jung, zu talentiert. Sie brauchten diesen alten Typ abgehalfterter Jedermann."
Doch natürlich stellte Pearce seinen Kommentar sogleich lachend richtig: "Sorry, Liam, das ist nicht wahr. Du weißt, dass ich dich liebe." Und auch wenn diese Zusammenarbeit mit Nolan an seiner "Jugend" scheiterte, so würde Pearce jederzeit gerne wieder mit dem Regisseur drehen: "Er ist offensichtlich ein brillanter Kerl, also wäre das großartig."
Für Action-Filme ist Pearce durch den von Luc Besson produzierten "Lockout" auf jeden Fall bestens gewappnet. Denn in seiner Rolle als Ex-Agent hat er schon mal Bekanntschaft mit den Strapazen des Genres gemacht und gewaltig an Muskelmasse zugelegt. Wie der athletische Guy Pearce sich schlägt, dass können die Zuschauer dann ab dem 10. Mai selbst beurteilen.
133707Top-Mime und Jedi-Ritter: Der hoch gewachsene (1,90 m) Schauspieler aus Nordirland ist zwar durch seine Rolle des über tausend Juden rettenden...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.