Nach dem gefeierten "Maria voll der Gnade" widmet sich Regisseur Joshua Marston erneut einer Coming-of-Age-Geschichte, dieses Mal angesiedelt in der archaischen Welt albanischer Blutrache-Traditionen. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg The Forgiveness of Blood

Filmdetails

The Forgiveness of Blood

Nach dem gefeierten "Maria voll der Gnade" widmet sich Regisseur Joshua Marston erneut einer Coming-of-Age-Geschichte, dieses Mal angesiedelt in der archaischen Welt albanischer Blutrache-Traditionen.


ohne Abbildung

Drama

USA/Albanien/Dänemark/Italien 2011

Tristan Halilaj
Sindi Laçej
Refet Abazi

Regie: Joshua Marston

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Inhalt

Nik und Rudina sind Geschwister, zwei normale Teenager, die mit ihren Familien auf dem Land ein beschauliches, wenn auch hartes Leben führen. Als ihr Vater jedoch nach einem Streit einen Nachbarn im Affekt tötet und vor der Polizei flieht, ändert sich auf einen Schlag alles. Sohn Nik muss sich, dem jahrhundertealten Brauch der Blutrache gehorchend, im Haus verborgen halten, während seiner 14- jährigen Schwester Rudina die Aufgabe zufällt, die Existenz der Familie zu sichern.


Kritik

Ein Highlight im Berlinale-Wettbewerb 2011: Gut erzähltes und nachvollziehbares Drama um eine albanische Familie, die vom Gesetz der Blutrache zum Hausarrest verurteilt wird.

Im ländlichen Albanien fahren die Jungs mit dem Moped, smsen den Mädchen, für die sie schwärmen, wird Brot aber noch mit dem Pferdewagen verteilt und gilt althergebrachtes Gesetz. Das bekommt die Familie von Nik (hervorragend: Tristan Halilaj) und Rudina bitter zu spüren, als ihr Vater der Mord an einem Nachbarn angelastet wird. Keiner darf das Haus verlassen, um die Trauer der Familie des Getöteten zu ehren - sonst sind sie zum Abschuss freigegeben. Die jüngeren ebenso wie die beiden älteren Kinder dürfen nicht mehr zu Schule gehen. Um den Unterhalt für die Familie zu sichern, übernimmt die junge Rudina die tägliche Brottour vom Vater. Nik darf sich als männliches Mitglied der Familie überhaupt nicht draußen blicken lassen.

Joshua Marston, der bereits in "Maria voll der Gnade" (bei der Berlinale 2004 mit dem Silbernen Bären und dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet) einfühlsam von den Nöten und Stärken junger Leute in einer armen Gegend erzählt, gelingt auch hier ein packendes Sozial- und Coming-of-Age-Drama, das weder larmoyant noch didaktisch ist. Marston, der mit Andamion Murataj auch das mit einem Silbernen Bären prämierte Drehbuch schrieb, schildert das Geschehen aus der Perspektive seiner jungen Hauptfiguren und macht ihren Alltag, der sie manchmal verzweifeln lässt, in dem es aber auch Momente der Freude gibt, für den Zuschauer emotional erfahrbar, ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Die beiden Hauptfiguren, insbesondere Nik, sind junge Helden klassischen Erzählkinos, lassen nicht passiv alles über sich ergehen, sondern ergreifen die Initiative, versuchen den Gesetzen der Alten zu trotzen und sorgen dafür, dass nicht weiteres Blut fließt. Hier treffen die Jungen reifere Entscheidungen als die alten.

hai.

The Forgiveness of Blood

Darsteller:  Tristan Halilaj   als Nik
  Sindi Laçej   als Rudina
  Refet Abazi   als Mark
  Ilire Vinca Çelaj   als Drita
  Çun Lajçi   als Ded
  Zana Hasaj   als Bardha
  Erjon Mani   als Tom
  Luan Jaha   als Zef
  Veton Osmani   als Sokol
 
Regie:  Joshua Marston  
Drehbuch:  Joshua Marston  
  Andamion Murataj  
Produzent:  Paul S. Mezey  
Koproduzent:  Andamion Murataj  
Ausf. Produzent:  Janine Gold  
  Eric Abraham  
  Domenico Procacci  
  Tyler Brodie  
  Hunter Gray  
Kamera:  Rob Hardy  
Schnitt:  Malcolm Jamieson  
Musik:  Jacobo Lieberman  
  Leonardo Heiblum  
Produktionsdesign:  Tommaso Ortino  
Kostüme:  Emira Turkeshi  
Ton:  Judy Karp  
Casting:  Andamion Murataj  

Berlinale setzt auf deutsche Produktionen

Auch wenn's mitunter schwer zu verstehen ist: Berlin spricht Deutsch!

Großansicht Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)

Der Titel ist Programm: "Almanya - Willkommen in Deutschland" wurde in den Berlinale-Wettbewerb eingeladen (Foto: Concorde)

Die Berlinale (10. bis 20. Februar) hat nun die verbliebenen Titel des 22 Filme umfassenden Wettbewerbsprogramms bekannt gegeben, von denen 16 als Weltpremieren gezeigt werden. Erstmals werden auch 3D-Filme gezeigt, neben Wim Wenders' "Pina" kommen zwei weitere künstlerische 3D-Filme zur Aufführung: der Animationsfilm "Les contes de la nuit" von Michel Ocelot als Weltpremiere sowie als Sondervorführung außer Konkurrenz Werner Herzogs 3D-Dokumentarfilm "Cave of Forgotten Dreams".

"Almanya - Willkommen in Deutschland" (außer Konkurrenz) ist das Spielfilmdebüt von Yasemin Samdereli, eine Einwandererkomödie, die die Roxy Film GmbH produziert hat. Ein Held der sogenannten "Berliner Schule" ist Ulrich Köhler, er stellt seinen neuen Film "Die Schlafkrankheit" (Produzent: Komplizen Film auf der Berlinale vor. Wolfgang Murnberger ist mit seinem neuen Film "Mein bester Feind" (Aichholzer Filmproduktion) als Weltpremiere außer Konkurrenz dabei, eine im durch die Nazis besetzten Wien angesiedelte Tragikomödie mit Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich.

Um den Goldenen Bären konkurriert der ungarische Filmemacher Béla Tarr mit "A Torinói ló", der in Koproduktion mit Vega Film AG in Zürich und der Berliner zero fiction film entstanden ist. Frisch aus Sundance kommt J.C. Chandors Debütfilm "Margin Call", in der Kevin Spacey, Jeremy Irons und Stanley Tucci mit der Finanzkrise ringen. Joshua Marston("Maria voll der Gnade") zeigt seinen zweiten Spielfilm "The Forgiveness Of Blood".

Bilder zu "Almanya - Willkommen in Deutschland"

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Aus Argentinien kommt "Un Mundo Misterioso" von Rodrigo Moreno, an dem Rohfilm als deutscher Koproduzent beteiligt ist. Auch das mexikanische Spielfilmdebüt "El premio" von Paula Markovitch, die das Drehbuch zu "Lake Tahoe" schrieb, entstand mit deutscher Beteiligung. In Studio Babelsberg gedreht und mit dem Berliner Studio als Koproduzent realisiert wurde der Thriller "Unknown Identity" von Jaume Collet-Serra mit Liam Neeson und Diane Kruger, der außer Konkurrenz läuft. Bavaria Pictures ist bei Alexander Mindadzes "Innocent Saturday" an Bord, einer russisch-deutsch-ukrainischen Koproduktion.

"Jodaeiye Nader az Simin" von Asghar Farhadi ("Darbareye Elly") aus dem Iran, "Saranghanda, Saranghaji Anneunda" (Kommt Regen, kommt Sonnenschein) von Lee Yoon-ki aus Südkorea, sowie "Les femmes du 6ème étage" von Philippe Le Guay (mit Sandrine Kiberlain und Carmen Maura) aus Frankreich (außer Konkurrenz) runden den Wettbewerb ab.

Als Sondervorvorführung zeigt die Berlinale "Offside" von Jafar Panahi- eine Solidaritätsbekundung für den verurteilten iranischen Regisseur. Als Abschlussfilm der 61. Berlinale wird am 19. Februar im Anschluss an die Preisverleihungsgala der Gewinnerfilm des Goldenen Bären gezeigt.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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