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The Crow - Die Rache der Krähe

The Crow - Die Rache der Krähe

(The Crow: City of Angels)
Action/Fantasy - USA 1996
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren - 86 Min. - Verleih: Kinowelt
Start: 30.01.1997
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Erneut hat die Krähe eine ruhelose Seele in die Realität zurückgebracht. Diesmal ist es der Mechaniker Ashe, der gemeinsam mit seinem Sohn vor laufenden Videokameras von dem sadistischen Drogenboss Judah auf bestialische Weise umgebracht worden war. Dank der Krähe wieder zum Leben erweckt, nimmt Ashe nun systematisch Rache an den Killern, bis zuletzt nur noch der Boss übrig bleibt. Doch dieser hat inzwischen von einer Seherin erfahren, wie er seinen Gegner stoppen kann...

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KRITIK
The Crow - Die Rache der Krähe
Brandon Lees tragischer Unfalltod am Set des ersten Teiles der geplanten "The Crow"-Trilogie verlieh dem dunklen Okkult-Thriller vor zwei Jahren eine makaber-prophetische Note. Die ebenso düstere Fortsetzung, in der der Part des untoten Rächers von dem Schweizer Vincent Perez ("Die Bartholomäusnacht") bekleidet wird, konnte vom Kultstatus des Originals zehren und legte das beste Labor-Day-Opening aller Zeiten hin.

Die Inszenierung der James-O'Barr-Comic-Adaption wurde diesmal von Tim Pope ausgeführt, der bisher vor allem im Bereich der Musikvideos tätig war. Er gilt als "Visualist" der Gothic-Band The Cure, deren sämtliche Clips und ein Konzertfilm auf sein Konto gehen. Pope benutzt auch in seinem Filmdebüt einen starken visuellen Stil, wobei die atmosphärisch dichten, oftmals jedoch aneinandergereiht wirkenden Bildfragmente mit einer Vielzahl härterer Alternativ-Rock-Songs unterlegt wurden (der Soundtrack tummelte sich bereits einige Wochen in der Top-Ten der US-Charts) und so insgesamt den Eindruck eines ästhetisch ansprechenden, jedoch überlangen Musikvideos vermitteln. Am neogotischen, urbanen Look des Originals hat sich kaum etwas verändert, nur daß anstatt Detroit diesmal Los Angeles als marode postapokalyptische Kulisse dient. Die S&M-angelehnten Kostüme mit viel Leder, Lack und strategisch verteilten Löchern fügen sich entsprechend nahtlos ein. Auch bei der von David S. Goyer geskripteten Story sind keine drastischen Unterschiede zum ersten Teil der Rachevision auszumachen. Goyer läßt viel Symbolismus einfließen, indem er Themen der griechischen Mythologie und Dantes Inferno zitiert. Das Bindeglied zum ersten Teil ist die inzwischen erwachsene Figur der Sarah, die vom ätherisch wirkenden "Exotica"-Star Mia Kirshner adäquat verkörpert wird. Ashe (Perez) und sein kleiner Sohn werden von der Gang des Drogenbaron Judah (Richard Brooks) grausam ermordet. Unter den Fittichen der Krähe kehrt Ashe am Tag der Toten zurück, um das himmelschreiende Unrecht zu rächen, wobei ihn eine übersinnliche Seelenverwandtschaft mit der Tätowierkünstlerin Sarah (Kirshner) verbindet. Angetan mit dem selben Harlequin-meets-Joker-Makeup wie die erste Crow-Inkarnation eliminiert er unerbittlich und systematisch die Schergen Judahs, von denen Punkrock-Urvater Iggy Pop als Curve einen besonders diabolischen Übeltäter abgibt. Interessanterweise nennt James O'Barr, der Schöpfer des Comics, Iggy Pop als maßgebende Inspiration für das Modell seines tragisch-traurigen Titelhelden. Das mystische Finale findet während eines frenetischen Kostümfests unter freiem Himmel statt. Dort liefern sich Ashe und Judah das letzte Duell...Erwartungsgemäß sind etliche grafisch gewaltvolle Szenen zu sehen, die geschickt in den traumartigen Gesamtkontext eingewoben werden. Ob dem optisch stilvollen, dramaturgisch allerdings unrunden Gothic-Thriller, der mit einer Laufzeit von 84 Minuten auffallend kurz ausgefallen ist, ein ebensolcher Erfolg wie sein Vorgänger beschieden sein wird, bleibt abzuwarten. ara.

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