Drama http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg The Boys

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The Boys


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Kritik

Der australische Berlinale-Wettbewerbsbeitrag stieß auf kontroverse Reaktionen. Rowan Woods krudes Erstlingswerk über drei Typen, die sich den Tag mit Alkohol, Fernsehen und Prügeleien vertreiben und am Ende über eine junge Frau herfallen, die zufällig ihren Weg kreuzt, zeigt Gewalt ohne Motiv in schockierender Form.

In der Aussage erinnert die Leinwandadaption des umstrittenen und preisgekrönten Theaterstücks von Graham Gordon an Michael Hanekes "Funny Games". Nur gehören Woods Protagonisten dem "White Trash" an, können sich kaum verbal ausdrücken und es fehlt die psychologische Ebene. Die Mutter, die mit einem Aborigine zusammenlebt, nennt ihre drei erwachsenen Söhne immer noch liebevoll "The Boys". Aber diese Typen haben nichts kindliches mehr an sich. Als der älteste Sohn Brett nach 12 Monaten aus dem Knast kommt, besteht er nur noch aus Haß und Wut, die sich gegen jegliche Bürgerlichkeit richtet und noch steigert, weil er merkt, daß sein Einfluß auf die Familie schwindet. Er fühlt sich nicht mehr als "Familienoberhaupt", sein Bruder Glen hat geheiratet, der jüngere Steve hängt mit einer schwangeren Kellnerin herum und Brett ist der Überzeugung, daß seine Freundin ihn in seiner langen Abwesenheit betrogen hat. Das dumpfe Trio heizt sich gegenseitig auf, säuft und stopft sich mit Drogen voll, redet primär in Four-Letter-Words und kennt in seiner Sprachlosigkeit nur eins, zuschlagen. Von den Frauen und der Mutter fallengelassen, suchen sie Zoff und Randale, fahren ziellos umher, bis sie ein unbekanntes Mädchen an der Bushaltestelle sehen, "Die holen wir uns" sagt Brett. Und dieser Satz reicht, sich das Furchtbarste vorzustellen. Rowan Woods komprimiert das Geschehen auf 24 Stunden. Brett, der morgens aus dem Knast kommt, sitzt in der Nacht samt seiner Brüder wieder hinter Gittern. Dazwischen wechseln sich der Handlungsverlauf mit sogenannten Vorausblenden ab, die sich aber erst nach und nach erschließen und mehr verwirren als zur Erhellung beitragen. Hat man das System dann verstanden, fehlt die Spannung. Akribisch zeichnet der Regisseur die Vorgeschichte eines Verbrechens, läßt aber für keine der Figuren Sympathie aufkommen, was die Publikums-Akzeptanz erschwert. Er wertet nicht, verzichtet auf jegliche moralische Position oder plausible Erklärung der Gewaltspirale. In dichter und klaustrophobischer Atmosphäre laufen die Schauspieler, von denen bei uns nur Toni Collette ("Muriels Hochzeit") und David Wenham ("Cosi") bekannt sind, zur Hochform auf. "The Boys", teilweise mit Handkamera gedreht um den dokumentarischen Charakter zu verstärken, verstört und hinterläßt Irritationen. Der Thriller mit naturalistischem Touch, wie das Theaterstück auch von Robert Conolly produziert, ist wegen seiner nihilistischen Hoffnungslosigkeit wohl nur einem kleinen, interessierten Publikum zu vermitteln. mk.

The Boys

Darsteller:  David Wenham   als Brett Sprague
  Toni Collette   als Michelle
  Lynette Curran   als Sandra Sprague
  John Polson   als Glenn Sprague
  Anthony Hayes   als Stevie Sprague
  Jeanette Cronin   als Jackie
  Anna Lise   als Nola
  Pete Smith   als George (Abo)
 
Regie:  Rowan Woods  
Drehbuch:  Stephen Sewell  
Produzent:  Robert Connolly  
  John Maynard  
Ausf. Produzent:  Doug Cummins  
Buchvorlage:  Gordon Graham  
Kamera:  Tristan Milani  
Schnitt:  Nick Meyers  
Musik:  The Necks  
Produktionsdesign:  Luigi Pittorino  
Kostüme:  Annie Marshall  
Ton:  Sam Petty  

Star

Toni Collette

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