Leonardo DiCaprio
Tilda Swinton
Virginie Ledoyen
Regie: Danny Boyle
Verleih: Fox
Rucksacktourist Richard ist mit einer geheimnisvollen Karte auf der Suche nach dem letzten Stückchen unberührter Natur und findet in einem französischen Pärchen seine Verbündeten. Auf einer einsamen Insel angelangt, stoßen sie auf eine eingeschworene Gruppe, die wie die drei Harmonie in der Einsamkeit gesucht hat. Doch unter der idyllischen Oberfläche brodelt es, und Gewalt bricht sich ihre Bahn.

"Lebe lieber ungewöhnlich" lautet erneut das Motto Danny Boyles. Nach der gemischten, kommerziell unbefriedigenden Resonanz der Verfilmung des gleichnamigen Originalstoffs seiner loyalen Feder John Hodge adaptiert der "Trainspotting"-Regisseur wieder einen Bestseller. Eine Mischung aus Abenteuerfilm und Zivilisationsutopie, die Alex Garland 1996 mit Presse- und Publikumsecho zu Papier brachte und sich nun über das Charisma von Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio hinaus vor allem als Augenreiz mit beträchtlichen Schauwerten empfiehlt.
Sieht man vom Gastauftritt in "Celebrity" ab, ist "The Beach" DiCaprios erster Film seit "Titanic" und "Der Mann in der eisernen Maske" - und dank Sujet, Zugänglichkeit, Schauplatz und Bilderzauber prädestiniert für einen weiteren Hit. "Sich für alles offenhalten und Erfahrungen einsaugen" ist das Motto des Erzählers, das gerade ein jugendliches Publikum ohne Widerstände für ihn einnehmen dürfte. Auch das in "Titanic" aufgebaute, vor allem von weiblichen Fans angenommene Image als romantischer Liebhaber kann DiCaprio in der ersten Hälfte pflegen, bevor seine Figur egoistische, zunehmend archaische Züge zeigt und sich in den Kontaktbereich zum Wahnsinn begibt. Wie es dazu kommt, entfaltet sich in Rückblenden. Auf der Suche nach neuen, realen Erfahrungen, Ergänzungen zum stellvertretenden Leben in der ermüdenden Chip-Kultur stößt Rucksacktourist Richard in Bangkok auf eine Karte, die die Lage eines verborgen gebliebenen Traumstrandes beschreibt, an dem eine Handvoll Aussteiger eine tropische Kommune des gepflegten Müßiggangs errichtet haben. Die Exklusivität dieses Paradieses wird mit strenger Geheimhaltung, striktem Kontaktverbot mit dem Festland und Missachtung moralischer Gebote gewahrt, so dass man in "Hotel-California"-Tradition zwar vielleicht ein-, aber nicht mehr auschecken kann. Den Wunsch nach Flucht lässt das von Kameramann Darius Khondji in süffigen Tropenbildern eingefangene Eiland anfangs allerdings gar nicht zu, als es DiCaprio und dem ihn begleitenden Franzosenpärchen (Virginie Ledoyen, Guillaume Canet) gelingt, die von Tilda Swinton geführte Kommune zu finden und von ihr aufgenommen zu werden. Die Erschütterung des Paradieses wähnt man in destruktiven menschlichen Eigenschaften wie Neid und Eifersucht, oder in der Aufgabe der Individualität, die wie schon bei Herman Melville ("Typee") in der uniformen Tätowierung angedeutet ist. DiCaprios Eroberung der sinnlichen Olivier-Assayas-Entdeckung Ledoyen bleibt aber weitgehend folgenlos. Die gravierenderen Konfikte kommen abseits vom moralischen Verfall vor allem von außen - von Drogenfarmern oder Touristen. Dass das Glück schwer erkauft ist, verdeutlicht Boyle an den Verletzten einer Hai-Attacke, deren Leid die Perfektion trübt, was in einem konkreten Fall zur Abschiebung führt. In dieser Phase mutiert Richard, zum Wachdienst in der Wildnis bestraft, zum animalischen Individualisten, der sich zum Herrn des Dschungels berufen fühlt und von Boyle in einer cleveren und witzigen Sequenz zum Helden eines Action-Videogames gemacht wird. Richards Persönlichkeitssprünge sind symptomatisch für Doyles Probleme mit der Charakterisierung seiner Figuren, die nur in der Theorie über das Oberflächliche deutlich hinausgeht. Wo Zeit für Introspektion verloren wurde, zeigt "The Beach" auf den ersten Blick nicht. Überflüssig wirkt im Grunde nichts, und Kunstpausen erlaubt sich dieser visuell mitunter magnetische Abenteuerfilm auch nicht. So gewinnt man den Eindruck eines fesselnden Unterhaltungsfilms, der von mehr Zeit und damit vielleicht auch mehr Komplexität wohl profitiert hätte, aber ungeachtet dessen international zu Boyles erfolgreichstem Film werden könnte. kob.
| Darsteller: | Leonardo DiCaprio | als Richard | |
|---|---|---|---|
| Tilda Swinton | als Sal | ||
| Virginie Ledoyen | als Francoise | ||
| Guillaume Canet | als Etienne | ||
| Paterson Joseph | als Keaty | ||
| Robert Carlyle | als Daffy | ||
| Peter Youngblood Hills | als Zeph | ||
| Jerry Swindall | als Sammy | ||
| Lars Arentz-Hansen | als Bugs | ||
| Staffan Kihlbom | als Christo | ||
| Magnus Lindgren | als Sten | ||
| Regie: | Danny Boyle | ||
| Drehbuch: | John Hodge | ||
| Produzent: | Andrew Macdonald | ||
| John Hodge | |||
| Koproduzent: | Callum McDougall | ||
| Buchvorlage: | Alex Garland | ||
| Kamera: | Darius Khondji | ||
| Giles Nuttgens | |||
| Mike Valentine | |||
| Schnitt: | Masahiro Hirakubo | ||
| Musik: | Angelo Badalamenti | ||
| Produktionsdesign: | Andrew McAlpine | ||
| Rod McLean | |||
| Kuladee Suchatanun | |||
| Ben Scott | |||
| Ricky Eyres | |||
| Kostüme: | Rachael Fleming | ||
| Ton: | Peter Lindsay | ||
Sie schlurfen durch die Straßen der Stadt, rastlos auf der Suche nach Opfern. Einmal von einem Zombie gebissen, nimmt die eigene Verwandlung unabwendbar ihren Lauf. Jeder Untote schafft weitere und die Flut der Zombies breitet sich aus wie eine Seuche, der nichts entgegenzusetzen ist.
"28 Days Later", der Überraschungshit 2002 von Kultregisseur Danny Boyle ("Trainspotting"), löste ein wahres Zombie-Revival aus: Regisseur Rob Zombie jagte seine Darsteller durch das "Haus der 1000 Leichen". Und "Dawn of the Dead" lehrte uns im April diesen Jahres das Fürchten.
Jetzt wagt sich "Fox Searchlight" ebenfalls erneut ans Genre. Geplant ist eine Fortsetzung von "28 Days Later" - mit dem einfallsreichen Titel "28 Weeks Later".
Im ersten Teil verändert sich die Welt von Fahrradkurier Jim (Cillian Murphy) nach 28-tägigem Koma grundlegend. Er erwacht und findet sich alleine im verlassenen London wieder. Alleine? Verlassen? Weit gefehlt: Wildgewordene Untote jagen Jim und eine handvoll Überlebender durch die Low-Budget-Produktion und lassen ihnen keine Ruhe.
Keine Ruhe finden auch die Zombies, und genau das ist das Problem. 28 Wochen später sind sie immer noch da - wilder und gefrässiger als je zuvor. Welchen Plot das Sequel jedoch genau haben wird, weiß nur Drehbuchautor Rowan Joffe. Der Sohn von Regisseur Roland Joffe ("The Killing Fields - Schreiendes Land") hat bereits erfolgreich für die BBC als Co-Autor gearbeitet. Ob das neue Drehbuch vergleichbar mit Alex Garlands ("The Beach") Vision der unnahbaren Untoten sein wird, bleibt abzuwarten.
Apropos Visionen unnahbarer Untoter, die hatten auch schon andere: George A. Romero schuf mit die "Die Nacht der lebenden Toten" den wohl bekanntesten Zombie-Schocker. Der italienische Regisseur Lucio Fulci versetzte in "Ein Zombie hing am Glockenseil" ein kleines Dorf in Angst und Schrecken. Und bereits 1932 faszinierten die Kreaturen des Todes: "White Zombie" von Victor Halperin ist wohl die authentischste Umsetzung des Stoffes.
Authentisch und nervenaufreibend war Danny Boyles Regieleistung ebenfalls. Im zweiten Teil wird er wohl nur die Rolle des Co-Produzenten übernehmen, die Regie überlässt er jemand anderen.
Ob Hauptdarsteller Cillian Murphy wieder mit von der Partie sein wird, ist ebenso unklar. Derzeit steht er als Bösewicht Scarecrow für Christopher Nolans "Batman Begins" vor der Kamera.
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