Anjelica Huston
Raul Julia
Christopher Lloyd
Regie: Barry Sonnenfeld
Verleih: Columbia Tristar
Um an das Vermögen der Familie Addams zu gelangen, schleust der Anwalt Alford den Sohn der geldgierigen Abigail in den schrägen Familienclan ein. Er stellt sich als seit Jahren verschollener Onkel Fester vor. Zunächst sind ihm die Addams' und ihr bizarrer Lebensstil nicht geheuer, aber schon bald erkennt der passionierte Psychokiller in Gomez und Co. verwandte Geister. Trotz seiner Einwände gelingt es Alford und Abigail, die Familie von ihrem Anwesen zu vertreiben. Die Suche nach dem Schatz verläuft aber erfolglos. Als sie Morticia foltern wollen, um ihr das Geheimnis zu entlocken, eilt Gomez zu Hilfe. Der "falsche " Fester entpuppt sich als "echter" Fester", die Eindringlinge werden verjagt.

Regisseur Barry Sonnenfeld, als Kameramann der Coen Brüder bereits vertraut mit Schrägem und Abwegigem, brachte für sein umwerfendes Debüt die Abenteuer der nach ihrem Erfinder Chas Addams benannten Horror-Kultfamilie mit viel Sinn für skurrilen und pechschwarzen Humor auf die große Leinwand. Die hinreißende Anjelica Huston ("Hexen hexen"), Raul Julia ("Romero") und Christopher Lloyd ("Zurück in die Zukunft I-III") stellen ihr Talent in dieser gotisch-mondän ausgestatteten Superkomödie ganz in den Dienst bissig-treffsicherer Gags. In den USA wurden im Kino mehr als 100 Millionen Dollar eingespielt, bei uns ergötzten sich mehr als eine Million Zuschauer an dem schaurig-komischen Spektakel. Ein Volltreffer!
| Darsteller: | Anjelica Huston | als Morticia Addams | |
|---|---|---|---|
| Raul Julia | als Gomez Addams | ||
| Christopher Lloyd | als Fester Addams | ||
| Christina Ricci | als Wednesday Addams | ||
| Jimmy Workman | als Pugsley Addams | ||
| Dan Hedaya | |||
| Regie: | Barry Sonnenfeld | ||
| Drehbuch: | Caroline Thompson | ||
| Larry Wilson | |||
| Produzent: | Scott Rudin | ||
| Kamera: | Owen Roizman | ||
| Schnitt: | Dede Allen | ||
| Musik: | Marc Shaiman | ||
Kaum geht sein Hochglanzspektakel "Alice im Wunderland" in den Kinos wie geschnitten Brot, schon plant Tim Burton das nächste Projekt - typischerweise in eine komplett andere Richtung.
Passt zur Addams Family wie hineingeboren: Tim Burton (re.) (Foto: Columbia Tristar/Kurt Krieger)
Der Regisseur mit dem Händchen fürs gepflegte Kuriosum will offenbar die Addams Family reanimieren - und dabei innovative Technik mit Oldschool-Filmemachen kombinieren. Seine Vision der dysfunktionalen Kultfamilie spielt komplett in 3D - aber nichts desto weniger im nostalgischen Stop-Motion-Style. Dieser erlebt zur Zeit per se eine Renaissance - nicht umsonst waren das Parallelwelt-Abenteuer "Coraline" und Wes Andersons "fantastischer Mr. Fox" für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert.
Hinzu kommt, dass Burton ja bereits zwei Mal erfolgreich die Puppen hat tanzen lassen: Bei "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" saß er im Regiestuhl und produzierte Henry Selicks Stop-Motion-Klassiker "The Nightmare Before Christmas".
"They're creepy and their kooky..."
Bei seiner geplanten Familiengeschichte der monströsen Art will sich Burton aber weniger an der Verfilmung von Barry Sonnenfeld aus dem Jahr 1991 orientieren, sondern eher den Original-Cartoons von Charles Addams folgen. Düsteres Setting, morbider Humor, schräge Vorlage - eigentlich alle Zutaten für einen echten Burton.
Bleibt nur noch die Frage, wie er Johnny Depp und Helena Bonham Carter in der Puppenstube unterbringt, die seine Werke ja anscheinend erst komplettieren. Und ob er wenigstens die legendäre Titelmusik wieder aufnimmt - Sie wissen: vier aufsteigende Töne, doppeltes Fingerschnippsen - ohne die eine Verfilmung der "Addams Family" an Blasphemie grenzen würde. Welche andererseits ja wieder in bester Tradition von Gomez, Morticia, Fester & Co. stünde.
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