Arnold Schwarzenegger
Tony Goldwyn
Michael Rapaport
Regie: Roger Spottiswoode
Verleih: Columbia Tristar
Der einfache Familienvater Adam Gibson kommt von der Arbeit nach Hause und muss feststellen, dass ein Klon seinen Platz bei Frau und Kind eingenommen hat. Doch so leicht lässt er sich nicht aus seinem ehemals perfekten Leben verjagen und er beginnt Nachforschungen anzustellen, die ihn zu einer mächtigen Firma führen, die zwei Killer auf ihn ansetzt, die, da ebenso klonbar, praktisch unsterblich sind...

Auch im Jahr 2000 bleibt das Rezept für Arnold-Action unverändert. Verfolgungsjagden, Waffendemos, Stunts, visuelle Effekte und coole Sprüche in hitzigen Situationen bilden auch das Fundament des von Schwarzenegger koproduzierten Thrillers "The 6th Day", in dem der Superstar als Familienmensch illegal geklont und damit als lebender Beweis für die Gesetzesverletzung zum Kandidaten für eine Sofortentsorgung wird. Wie schon im letzten Jahr mit "End of Days" geschehen, wird auch dieses Spektakel als vorweihnachtliche Kino-Alternative angeboten. Die von Bond-Regisseur Roger Spottiswoode ("Der Morgen stirbt nie") bereitete Bescherung sollte sich auch im Rahmen des Vorgängers, der etwa 2,1 Millionen Zuschauer anlockte, bewegen.
Mit futuristischen Thrillern wie "Predator", den "Terminator"-Filmen und "Totale Erinnerung - Totall Recall", der deutlichsten Folie für "The 6th Day", hat der 53-jährige seine Karriere begründet und konsolidiert. Aus kommerzieller Sicht scheint eine Veränderung des Konzepts nicht geboten, auch wenn Abnutzungserscheinungen zumindest für Kenner des Schwarzeneggerkatalogs nicht zu übersehen sind. Visuell wirklich innovative Elemente mit Ereignischarakter, die manche dieser Genrevorgänger auszeichneten, weist "The 6th Day" kaum auf, auch wenn es virtuelle Freundinnen, ferngesteuerte Hi-Tech-Hubschrauber, Autos mit vollautomatischen Navigationssystemen oder riesige Hologramme in Einkaufszentren gibt. Die Zukunft soll erkennbar bleiben, bereits bestehende Technik nur etwas weitergedacht werden. Das Resultat ist eine Welt, in der Nahrungsmittel oder Haustiere in beliebiger Menge und Variation reproduziert werden können, das Klonen von Menschen aber unter strengster Strafe steht. Drucker (Tony Goldwyn), der mächtige Multimilliardär und Herr über Replacement Technologies, glaubt aber unerschütterlich an die kommerzielle Zukunft dieses moralisch massiv umstrittenen Geschäfts, das er im Geheimen und im kleinen Rahmen längst betreibt. Eine unvorhersehbare Situation, die mehrere Leben kostet, zwingt ihn, Schwarzeneggers Familienvater Adam Gibson zu klonen. Denn er glaubt, Hubschrauberpilot Gibson sei bei diesem Vorfall getötet worden, der unbedingt vertuscht werden muss, womit eine perfekte Kopie zurück ins traute Gibson-Heim geschickt wird. Das Dilemma ist nur, dass Gibson überhaupt nicht war, wo ihn Drucker vermutete und quicklebendig erkennen muss, dass ihn ein Klon bei Frau und Kind ersetzt hat. Bevor er seinen Erstanspruch anmelden kann, beginnt ein Todeskommando Druckers die Jagd auf den Ahnungslosen, der nach Erklärungen für seine Situation sucht, damit das Imperium Druckers gefährdet und unaufhörlich von den unzerstörbaren Killern durch verschiedene Actionszenarien gehetzt wird, die in klassischer Schwarzenegger-Manier einen coolen Spruch als witzigen Ausklang zu setzen versuchen. Als besinnliche Atempause und moralische Fragestellung dient der Gewissenskampf von Druckers Chefwissenschaftler, der seine todkranke und des Lebens überdrüssige Frau nicht verlieren will und von Robert Duvall solide, aber ohne große Ausrufezeichen gespielt wird. Die schauspielerische Leistung Schwarzeneggers befindet sich traditionell in einer ganz eigenen Kategorie und wird von der Synchronisation mit Sicherheit aufgewertet werden. Weil der Plot im Grunde auf ein geradliniges, relativ seelenloses Jagdszenario aufbaut, das auch durch eine Pointe im letzten Akt keine wesentliche Veränderung erfährt, wird der Zuschauer nicht vor Verständnisprobleme gestellt. Was zählt, sind Action, Tempo, ein lockerer Umgangston und das Image Schwarzeneggers, was auch im neuen Jahrtausend seinen Fans genug sein sollte. kob.
| Darsteller: | Arnold Schwarzenegger | als Adam Gibson | |
|---|---|---|---|
| Tony Goldwyn | als Michael Drucker | ||
| Michael Rapaport | als Hank Morgan | ||
| Michael Rooker | als Robert Marshall | ||
| Robert Duvall | als Dr. Weir | ||
| Sarah Wynter | als Talia Elsworth | ||
| Rodney Rowland | als Wiley | ||
| Wendy Crewson | als Natalie Gibson | ||
| Terry Crews | als Vincent | ||
| Ken Pogue | als Sprecher Day | ||
| Colin Cunningham | als Tripp | ||
| Robert Duvall | als Dr. Griffin Weir | ||
| Wanda Cannon | als Katherine Weir | ||
| Anne Reid | als Clara Gibson | ||
| Jennifer Gareis | als Virtuelle Freundin | ||
| Don McManus | als RePet Verkäufer | ||
| Steve Bacic | als Johnny Phoenix | ||
| Christopher Lawford | als Police Lieutenant | ||
| Regie: | Roger Spottiswoode | ||
| Drehbuch: | Cormac Wibberley | ||
| Marianne Wibberley | |||
| Produzent: | Mike Medavoy | ||
| Arnold Schwarzenegger | |||
| Jon Davison | |||
| Ausf. Produzent: | Daniel Petrie jr. | ||
| David Coatsworth | |||
| Kamera: | Pierre Mignot | ||
| Schnitt: | Mark Conte | ||
| Dominique Fortin | |||
| Michel Arcand | |||
| Musik: | Trevor Rabin | ||
| Produktionsdesign: | James Bissell | ||
| John Willett | |||
| Patrick Banister | |||
| Chris Burian-Mohr | |||
| Douglas Hardwick | |||
| Kostüme: | Trish Keating | ||
| Ton: | David Husby | ||
Sie war die taffe Mutter des kleinen John Connor, dem die Terminatoren nach dem jungen Leben trachteten. Doch in "T3" wird Linda Hamilton nicht wieder als Sarah Connor zu sehen sein - ein guter Grund, so richtig über das Projekt herzuziehen.
Dabei setzt die Aktrice den Hebel nicht etwa bei Arnies Greisentum an: Der österreichische Muskelberg versucht nach Flops wie "Collateral Damage" und "The 6th Day" verzweifelt sein angekratztes Image als Äkschn-Held zu retten - scharfzüngige Kritiker nennen ihn schon "Äkschn-Opa".
Nein, in dem Fall ist das Drehbuch Stein des Anstoßes: "Das Skript, das ich gelesen habe, ist völlig seelenlos. Obwohl die früheren Terminator-Filme schon actionlastig waren, hatten sie aber gleichzeitig eine recht hochherzige Message: Es ging um den Zustand der Menschheit. Aber "Terminator 3" zeigt nicht den geringsten Respekt vor dem menschlichen Leben."
Da kann man eigentlich nur zustimmen: Auch wenn Arnie die Gegner reihenweise ummähte, in Wirklichkeit waren die ersten beiden Filme echte Kunstwerke mit einer epischen Bilderwelt voller lyrischer Momente, nachdenklicher Bilder und feinfühliger Charaktere. Auch Dialoge wie "Hasta la vista, Baby" - "Arrgh! Bummm! Röchel!" sind Musterbeispiele tiefsinniger zwischenmenschlicher Kommunikation.
Eine Erklärung für die Misere um "T3" hat Hamilton auch: "Sie haben das Drehbuch so umgeschrieben, dass meine Figur nicht mehr vorkommt", sagt sie schmollend, obwohl die Entscheidung im vielzitierten "beiderseitigen Einvernehmen" erfolgte.
Dafür gibt's zwei mögliche Gründe: Erstens ist Linda inzwischen von Terminator-Regisseur James Cameron, den sie 1997 geheiratet hatte, geschieden. Möglicherweise wäre ein weiterer Terminator-Dreh mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden - auch Cameron ist nicht in "T3" involviert.
Der wahrscheinlichere Grund ist aber schlichtweg der, dass Linda nach dem noch halbwegs erfolgreichen "Dante's Peak" von 1996 (immerhin mit Pierce Brosnan) einen Flop nach dem anderen geliefert hat: Von ihren letzten fünf Filmen schaffte es kein einziger in die deutschen Kinos. Bei Titeln wie "Skeletons in the Closet" (frei übersetzt: "Leichen im Keller") oder "The Secret Life of Girls" ("Das geheime Leben von Mädchen") verwundert das allerdings kaum.
Das mit dem "I'll be back" kann Linda also abhaken.
Arnold Schwarzenegger (geb. 1947 in der Steiermark) wurde dank seiner enormen Physis zum erfolgreichsten Action-Darsteller...
Amerikanischer Schauspieler und Regisseur. Als Schauspieler machte sich Tony Goldwyn seit 1986 in mehr als 50 Filmen vornehmlich als Bösewicht...
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