Craig Bierko
Armin Mueller-Stahl
Gretchen Mol
Regie: Josef Rusnak
Verleih: Jugendfilm (Fox)
Fuller, Besitzer einer revolutionären Softwarefirma, wird ermordet aufgefunden. Um seine Unschuld zu beweisen, läßt sich sein Partner Hall an einen Supercomputer anschließen und sich mit neuer Identität in ein virtuelles L.A. der Vergangenheit downloaden. Dort sucht er nach Anhaltspunkten für die Aufklärung des Mordes - und stößt an die Grenzen der Welt.

Aktuelle Cyberthriller wie "Matrix" und "Existenz", die sich philosophisch mit fließenden Grenzen zwischen virtuellen Welten und Realität beschäftigen, sind zum Jahrtausendwechsel der letzte Schrei. Wer hätte gedacht, daß sich ausgerechnet Querdenker Rainer-Werner Fassbinder schon 1973 mit diesem Thema auseinander setzte? Sein Sci-fi-Krimi "Welt am Draht" diente jetzt als lose Vorlage für eine Neuverfilmung bei dem Centropolis-Indie-Ableger Streamline, der mit "The 13th Floor" sein vielversprechendes Debüt gibt.
Das ebenfalls auf dem Roman "Simulacron 3" von Daniel Galouye basierende Drehbuch von Regisseur Josef Rusnak und Ravel Centono-Rodriguez entwickelt einen vertrackt-vielschichtigen Plot, in dem Elemente des klassischen Film noir mit gängigen Zukunftsvisionen gepaart werden. Der Prolog zeigt ein sepiagetränktes Los Angeles anno 1937, in dem der Tycoon Fuller (Armin Mueller-Stahl) im Grand Hotel buchstäblich die Puppen tanzen läßt. Der scheinbar selbe Mann unternimmt kurz darauf einen Trip zurück in die Zukunft, wo er sich als Besitzer einer revolutionären Softwarefirma entpuppt. Als er bestialisch ermordet wird, deuten alle Zeichen darauf hin, daß sein Partner Douglas Hall (Craig Bierko) der Täter ist. Um seine Unschuld zu beweisen, läßt sich Hall nun ebenfalls an den Supercomputer anschließen und sein Bewußtsein in eine Wesenseinheit - ein identisch aussehender Bankangestellter - im L.A. der Vergangenheit herunterladen. Er sucht nach einer alles erklärenden Nachricht, die Fuller für ihn bei einem dieser artifiziellen Figuren hinterlassen hat. Kompliziert wird die Angelegenheit, als plötzlich einige der elektrischen Lebensformen in der Gegenwart auftauchen.
Mehrere der Schauspieler haben Doppel- bzw. Dreifachrollen inne. So spielt Vincent D'Onofrio einerseits einen hilfsbereiten Computerfreak, während sein Cybergegenstück ein gestriegelter, gemeingefährlicher Barkeeper ist. Gretchen Mol mimt gleichzeitig eine Femme Fatale und eine vulgäre Supermarktkassiererin. Eine Hauptrolle spielen natürlich auch die computergenerierten Spezialeffekte, die vor allem in der detaillierten Wiederauferstehung eines Los Angeles vergangener Tage positiv zum Tragen kommen. Auf humorvolle Vignetten wurde verzichtet, stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf Spannung und Atmosphäre. Gegen den Boxoffice-Armageddon von "Star Wars" konnte diese stimmige Science-fiction-Story jedoch wenig ausrichten und mußte sich somit mit dem bescheidenen Startwochenendeinspiel von 4,3 Mio. Dollar zufriedengeben. ara.
| Darsteller: | Craig Bierko | als Douglas Hall | |
|---|---|---|---|
| Armin Mueller-Stahl | als Hannon Fuller | ||
| Gretchen Mol | als Jane Fuller | ||
| Vincent D'Onofrio | als Whitney/Ashton | ||
| Dennis Haysbert | als Detective Larry McBain | ||
| Steven Schub | als Detective Zev Bernstein | ||
| Jeremy Roberts | als Tom Jones | ||
| Regie: | Josef Rusnak | ||
| Drehbuch: | Josef Rusnak | ||
| Ravel Centeno-Rodriguez | |||
| Produzent: | Roland Emmerich | ||
| Ute Emmerich | |||
| Marco Weber | |||
| Koproduzent: | Kelly van Horn | ||
| Ausf. Produzent: | Michael Ballhaus | ||
| Helga Ballhaus | |||
| Buchvorlage: | Daniel F. Galouye | ||
| Kamera: | Wedigo von Schultzendorff | ||
| Schnitt: | Henry Richardson | ||
| Musik: | Harald Kloser | ||
| Produktionsdesign: | Kirk M. Petruccelli | ||
| Kostüme: | Joseph Porro | ||
| Ton: | José Antonio García | ||
| Robert Anderson jr. | |||
Deutscher Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, Maler und Regisseur. In der DDR gehörte er zu den populärsten Schauspielern in...
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