Franz Dinda
Niklas Kohrt
Michael Ginsburg
Regie: Thomas Stuber
Verleih: Salzgeber
Seit ihre wohlhabenden Eltern sie in ein abgelegenes Elite-Internat gesteckt haben, wollen sie dem goldenen Käfig entkommen: Aus Langeweile treffen sich die Zöglinge Konstantin (Franz Dinda), Dyrbusch (Niklas Kohrt) und Bogatsch (Michael Ginsburg) nachts auf einem Landhaus, um sich Trink- und Gewaltexzessen hinzugeben. Ihre gefährlichen Spiele eskalieren, als sie den Außenseiter Leibnitz (Janusz Kocaj) foltern, der unbedingt dazugehören will.
Auf der Berlinale vorgestelltes Low-Budget-Drama von Debütant Thomas Stuber, der ein niederschmetterndes Bild der Jugend entwirft. Ähnlich wie "The Great Ecstasy of Robert Carmichael" oder "Das Experiment" schaukelt sich eine Situation aufgrund fataler Gruppendynamik hoch. Harte Kost.

Zwei Schüler quälen einen der ihren, ein weiterer ringt mit seinem Gewissen: verstörendes Psychodrama und ausgereifte Bestandsaufnahme einer Jugend ohne Gott.
Thomas Stubers nur knapp einstündiger Film war auf der Berlinale 2008 vertreten, weniger eine Erkundung jugendlichen Weltschmerzes, denn ein nihilistisches Sittenbild eines Clubs der tötenden Dichter. Vor dem nicht näher expositionierten Hintergrund eines Elite-Internats schwadronieren die beiden Alpha-Männchen Drybusch und Bogatsch von ihrer natürlichen Überlegenheit. In einer angemieteten Datsche entziehen sie sich den ahnungslosen Mentoren, deren Disziplinierungen längst ins Leere laufen. Zusammen mit dem arglosen Konstantin nehmen sie den verklemmten Adelsspross von Leibnitz auf - unter reichlicher Verwendung von Hochprozentigem, Drogen sowie absurder Mannbarkeits-Spielchen. Als der Neue die Beinahe-Vergewaltigung der Kellnerin Vaneska verhindert, foltert der sadistische Drybusch ihn zur Strafe über Tage. Während Bogatsch überzeugt mitmacht, klinkt sich Mitläufer Konstantin aus und ringt mit seinem Gewissen. Daraus entspringt eine Tragödie, die keiner Versuchsanordnung wie "Das Experiment" folgt, sondern dem Lebensgefühl einer jeunesse dorée nachspürt, in poetischen Bildern die soziale Konstitution von Opfer- und Täterrollen ausbreitet und von der Eigendynamik eines entfesselten Machttriebs kündet, der bei seinen Exzessen keine ethischen Grenzen beachtet. Die Lust an der Dominanz verbunden mit mangelnder Empathie gibt der Jugend in ihrem Sturm und Drang den präzise beobachteten, verstörenden Drive, mit dem derartige Konstellationen von Erwachsenen unbemerkt aus dem Ruder laufen und am Ende erschreckende Schlagzeilen produzieren. Stubers Spielfilmdebüt taucht künstlerisch überzeugend in diese hermetische Denkwelt ein und liefert eine Studie der Gewalt - in trügerisch schönem Look. tk.
| Darsteller: | Franz Dinda | als Konstantin Stürmer | |
|---|---|---|---|
| Niklas Kohrt | als Dyrbusch | ||
| Michael Ginsburg | als Bogatsch | ||
| Janusz Kocaj | als von Leipnitz | ||
| Michael Schweighöfer | als Mentor | ||
| Stephanie Schönfeld | als Vaneska | ||
| Regie: | Thomas Stuber | ||
| Drehbuch: | Holger Jäckle | ||
| Koproduzent: | Reza Bahar | ||
| Kamera: | Peter Matjasko | ||
| Schnitt: | Philipp Thomas | ||
| Musik: | Matthias Klein | ||
| Produktionsdesign: | Florian Kaposi | ||
| Kostüme: | Isabelle Baumgartner | ||
| Ton: | Eduard Flemmer | ||
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.