Ungewöhnlicher "Tatort", der nicht nur Krimi, sondern vor allem Gesellschaftsdrama ist. http://images.kino.de/flbilder/max07/auto07/auto40/07400338/b150x150.jpg Tatort: Unter uns

Filmdetails

Tatort: Unter uns

Ungewöhnlicher "Tatort", der nicht nur Krimi, sondern vor allem Gesellschaftsdrama ist.


So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Ein Mann läuft Amok, erschießt einen Mitarbeiter der Jobagentur und nimmt eine Frau als Geisel. Doch dieser Einstieg ist bloß der Rahmen für die eigentliche Geschichte: Ein Kind ist überzeugt, in Charlotte Sängers Nachbarschaft hinter einem Fenster ein Mädchen gesehen zu haben. Die Familie, die dort wohnt, hat aber nur zwei Jungs. Die Hartnäckigkeit des Kindes und Sängers Intuition führen dazu, dass ein grausames Geheimnis aufgedeckt wird.


Kritik

Tatort: Unter uns

Die Reihe "Tatort", schwärmen Regisseure und Autoren immer wieder, ist einer der letzten Sendeplätze im deutschen Fernsehen, auf dem man zur besten Sendezeit umstrittene, unbequeme Themen unterbringen kann. Dies war wohl auch der Hauptgrund, warum sich Margarethe von Trotta überreden ließ, ihren ersten "Tatort" zu inszenieren: die Möglichkeit, eine scheinbar alltägliche Geschichte erzählen zu können, die Zuschauer zu zwingen, einen Blick in ein erschreckendes Spiegelbild zu werfen.

Obwohl im Hochsommer gedreht, ist "Unter uns" (nach einem Drehbuch von Katrin Bühlig) ein fröstelnd kühler und düsterer Film geworden. Der Grundton ist zutiefst pessimistisch; außer einem sympathischen kleinen Mädchen gibt es praktisch keinen Grund zur Freude in dieser Geschichte. Die Menschen sind mürrisch, abweisend oder verschlossen. Treten sie paarweise auf, streiten sie sich bestenfalls noch; schlimmstenfalls haben sie sich gar nichts mehr zu sagen.

Ein Sittengemälde also; aber ganz sicher kein Krimi. Der Film beginnt zwar mit einem Mord, doch der geschieht eher beiläufig, beinahe aus Versehen: Ein Klempner (Michael Brandner), dessen Firma unverschuldet Konkurs anmelden musste, wird bei der Agentur für Arbeit vorstellig, weil er zum wiederholten Mal einen Job verloren hat. Die Warterei und die fehlende Perspektive haben ihn zermürbt, er zieht eine Waffe, bedroht die Jobvermittlerin (Lena Stolze), erschießt einen Kollegen, der ihr zur Hilfe eilen will, und nimmt die Frau dann als Geisel. Doch eine zweite Ebene der Geschichte, die mit der ersten allenfalls am Rande zu tun hat, ist ungleich emotionaler: Eine Mutter (Ulrike Krumbiegel) ist mit ihrer Tochter in die Nachbarschaft von Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) gezogen. Das Kind ist überzeugt, hinter einem Fenster ein Mädchen gesehen zu haben. Doch die Familie, die dort wohnt, hat nur zwei Jungs. Allein die Hartnäckigkeit des Kindes und Sängers Intuition führen dazu, dass ein seit Jahren sorgsam vor den Nachbarn verborgenes grausames Geheimnis aufgedeckt wird, doch das erschütternde Ende der Geschichte sorgt mitnichten für die übliche Erleichterung.

Auch sonst unterscheidet sich dieser Film ganz erheblich von der gewohnten Sonntagabend-Krimikost. Der eigentliche Fall erledigt sich ohnehin von selbst. Die mitunter etwas zu donnernde Musik und ein SEK-Auftritt wirken fast schon wie ein Tribut an die sonntägigen Sehgewohnheiten; der ruhig inszenierte Rest ist Gesellschaftsdrama. tpg.

Tatort: Unter uns

Darsteller:  Andrea Sawatzki   als Charlotte Sänger
  Jörg Schüttauf   als Fritz Dellwo
  Michael Brandner   als Wolfgang Kunert
  Franziska Walser   als Karin Kunert
  Lena Stolze   als Heidi Ganz
  Ulrike Krumbiegel   als Bea Kubitz
  Charlotte Lüder   als Ronja Kubitz
  Susanne-Marie Wrage   als Ines Winterberg
  Stefan Jürgens   als Andre Winterberg
  Peter Lerchbaumer   als Rudi Fromm
  Thomas Balou Martin   als Staatsanwalt Dr. Scheer
  Christiane Schulz   als Ina Springstub
  Iris Böhm   als Christiane von Basedow
  Therese Affolter   als Ärztin
  Maria Happel   als Wirtin
  Traute Hoess   als Gerlinde Nickel
  Martin Bross   als Servicetechniker
  Sascha Ö. Soydan   als Eva, Dellwos Freundin
  Pascal Ulli   als Filialleiter Bank
  Anna von Berg   als Bankangestellte
 
Regie:  Margarethe von Trotta  
Drehbuch:  Katrin Bühlig  
Kamera:  Axel Block  
Schnitt:  Elke Herbener  
Musik:  Christian Heyne  
Produktionsdesign:  Börries Hahn-Hoffmann  
Kostüme:  Katharina Schnelting  
Ton:  Michael Busch  

Star

Andrea Sawatzki

Deutsche Charakterschauspielerin. Rothaarig, schlank, mit schlichter Eleganz und unruhig neugierigen Augen, wirkt Andrea Sawatzki oft wie...

Star

Jörg Schüttauf

Jörg Schüttauf gilt als einer der vielseitigsten deutschen Theater- und Fernsehschauspieler. Einem breiten TV-Publikum wurde Schüttauf...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.