Kriminalfilm http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz50/z0550129/b150x150.jpg Tatort: Schneetreiben

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Tatort: Schneetreiben


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Inhalt

Eine junge Frau liegt tot im Schnee, wie vom Himmel gefallen. Es gibt keinerlei Hinweise auf mögliche Täter, keine Verdächtigen im Umfeld der Toten, nichts. Bis die Polizisten einen Glassplitter entdecken, der von einem Autoscheinwerfer stammen könnte. Die Spur führt zu einem jungen Broker, der ein Leben des luxuriösen Müßiggangs führt. Rasch ist den Münchener Kommissaren klar, dass er und sein Freund das Mädchen ermordet haben, doch sie können es nicht beweisen.


Kritik

Tatort: Schneetreiben

Im Jahr 2002 entstand in Hollywood der Film "Mord nach Plan" mit Sandra Bullock: Zwei Schüler töten eine junge Frau; sie wollten beweisen, dass sie selbst dann straffrei blieben, wenn die Polizei sie mit der Tat in Verbindung bringen würde.

Das Drehbuch basiert auf grausiger Realität: Ein Jahr zuvor hatten zwei römische Jura-Studenten willkürlich eine Kommilitonin erschossen. Es kam zu mehreren Prozessen, doch sie wurden nie verurteilt. Claus Cornelius Fischer ließ sich von diesem Verbrechen zu seinem Drehbuch inspirieren. Die Geschichte konfrontiert die Münchener Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr (Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl) mit einem Mord ohne Motiv: Eine junge Frau liegt tot im Schnee, wie vom Himmel gefallen. Es gibt keinerlei Hinweise auf mögliche Täter, keine Verdächtigen im Umfeld der Toten, nichts. Bis Leitmayr einen Glassplitter entdeckt, der von einem Autoscheinwerfer stammen könnte. Die Spur führt das Duo zu dem jungen Oliver Hufland (Wanja Mues), der sich großspurig als "Privatier" bezeichnet und ein Leben des luxuriösen Müßiggangs führt.

Die Figur des Brokers, der seinen Reichtum illegalen Insider-Geschäften verdankt, erinnert als Gegenentwurf an selige Zeiten des Freitags-"Kommissars" vom ZDF: Damals stammten die Mörder grundsätzlich aus Münchener Nobelvororten. Doch die Konstellation ist enorm reizvoll. Hier die hochmoralischen Ermittler, dort der amoralische Schnösel: Kein Wunder, dass sich Batic und Leitmayr provziert fühlen.

Eine Weile lang halten Fischer und Regisseur Tobias Ineichen die Ungewissheit aufrecht, doch dann geben sie auf: Allen Beteiligten ist klar, dass Hufland und sein etwas weniger großspuriger Freund Jasper (Jan Henrik Stahlberg) das Mädchen ermordet haben. Auch dem Vater der Toten (Michael Brandner), der das Gesetz schließlich selbst in die Hand nimmt.

Ineichen gelingt das Kunststück, den "Tatort" einerseits völlig unaufgeregt zu inszenieren, die Spannung andererseits auf kontinuierlich hohem Niveau zu halten; ohne Frage nicht zuletzt eine Leistung der Darsteller. Neben den beiden wie stets ungemein präsenten Hauptdarstellern imponiert vor allem Brandner, dessen Trauer sehr bewegend ist. Gemessen daran hat Mues die scheinbar einfachere Rolle, muss er doch bloß einen smarten, aalglatten Typen verkörpern, der seine soziopathischen Züge hinter einer freundlichen Fassade verbirgt. Den intensivsten Eindruck hinterlässt jedoch Katja Jerabek, eine Stunt-Frau, die bei 16 Grad minus weitgehend unbekleidet durch den Schnee taumeln musste, verfolgt von einem gleichgültigen Wagen, dessen Insassen auf den Tod warten; in all ihrer Wortlosigkeit und dank des titelgebenden nächtlichen Schneetreibens eine ungemein bedrückende Szene. tpg.

Tatort: Schneetreiben

Darsteller:  Miroslav Nemec   als Ivo Batic
  Udo Wachtveitl   als Franz Leitmayr
  Michael Fitz   als Carlo Menzinger
  Wanja Mues   als Oliver Hufland
  Jan Henrik Stahlberg   als Jasper Bruckner
  Michael Brandner   als Ludwig Thaller
  Katja Jerabek   als Stefanie Thaller
  Edita Malovcic   als Katja Weiss
  Nina Gnädig   als Hanna Senft
  Roeland Wiesnekker   als Kris Stanislas
  Henry van Lyck   als Dr. Xaver Loosen
  Nicole Belstler-Boettcher   als Sophie Berger
  Johannes Herrschmann   als Max Kanther
  Jenny Marie Muck   als Angelika Zabert
  Aloisius Landgraf   als Forstwirt
  Wanda Worch   als Punkerin Pinky
  Klaus Haderer   als Arzt
  Wolfgang Czeczor   als Pathologe
  Martin Falk   als Polizist
  Marion Freundorfer   als Beamtin der Spurensicherung
  Bernd Dechamps   als Martin Schott
 
Regie:  Tobias Ineichen  
Drehbuch:  Claus Cornelius Fischer  
Produzent:  Veith von Fürstenberg  
Kamera:  Thomas Hardmeier  
Schnitt:  Vera van Appeldorn  
Musik:  Fabian Römer  
Produktionsdesign:  Didi Richter  
Kostüme:  Birgitta Lohrer-Horres  
Ton:  Frank Hoyer  

Star

Miroslav Nemec

Seit Mitte der achtziger Jahre kennt das deutsche Fernsehpublikum Miroslav Nemec aus den unterschiedlichsten Fernsehproduktionen. Als "...

Star

Udo Wachtveitl

Udo Wachtveitl ist seit 1991 als Hauptkommissar Franz Leitmayr ein Teil des kultigen Ermittler-Duos im Münchner "Tatort".

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