Und wieder mal ist der Fall völlig klar. Eine tote junge Frau im Wald, um die zwanzig, die Kleider ordentlich neben ihr drapiert: Das ist die Handschrift eines Mörders, der vor kurzem als angeblich therapiert entlassen worden ist. Nach einer Krimi-Stunde ist der Mann dingfest gemacht, der Fall gelöst, die Geschichte erzählt; spätestens der Suizid in der Zelle ist besser als jedes Geständnis. Allerdings ahnt man schon die ganze Zeit, dass diese Lösung viel zu einfach ist, und in der Tat: Nach dem Freitod des vermeintlichen Mörders stehen Max Ballauf und Freddy Schenk (Klaus J,. Behrendt, Dietmar Bär) wieder ganz am Anfang. Die Autopsien von Opfer und Täter ergeben einwandfrei: Er kann's nicht gewesen sein.
Das ist beileibe nicht die einzige überraschende Handlungswende in diesem äußerst sorgfältig inszenierten "Tatort", der auf einem geschickten Drehbuch basiert (Regie: Routinier Peter Fratzscher, Buch: Jan Hinter, Stefan Cantz). Die widersprüchlichste und reizvollste Figur ist dabei eine Journalistin (Catherine Flemming), die sich in die Recherche der Kommissare einmischt und gerade dem armen Schenk kräftig auf die Nerven geht. Seine instinktive Ablehnung erweist sich als durchaus begründet, denn die Dame trägt ein düsteres Geheimnis mit sich herum, das sie mit Hilfe des Psychologen Seitz (Udo Samel) in den Griff zu bekommen versucht. Ein Kreis schließt sich: Seitz' Frau (Lena Stolze), gleichfalls Psychologin, war die Therapeutin des Mörders.
"Schlaf, Kindlein, schlaf" ist ein packender und kurzweiliger "Tatort" aus Köln, der nicht zuletzt aufgrund der exzellenten Kameraarbeit Jörg Schneiders in handwerklicher Hinsicht über dem Durchschnitt liegt. Außerdem liefert der Film auf angenehm unaufgeregte Weise einen Beitrag zur Diskussion über die Resozialisierung von psychisch kranken Straftätern. Und Freddy Schenk muss man wieder mal einfach mögen. tpg.
| Darsteller: | Klaus J. Behrendt | als Max Ballauf | |
|---|---|---|---|
| Dietmar Bär | als Freddy Schenk | ||
| Tessa Mittelstaedt | als Franziska | ||
| Catherine Flemming | als Barbara Stein | ||
| Udo Samel | als Dr. Seitz | ||
| Lena Stolze | als Frau Dr. Grünwald-Seitz | ||
| Ronnie Janot | als Willy Linnartz | ||
| Joe Bausch | als Dr. Roth | ||
| Hugo Egon Balder | als Journalist Doerr | ||
| Joachim Raaf | als Architekt Fründt | ||
| Regie: | Peter Fratzscher | ||
| Drehbuch: | Jan Hinter | ||
| Stefan Cantz | |||
| Produzent: | Sonja Goslicki | ||
| Kamera: | Jörg Schneider | ||
| Schnitt: | Vera van Appeldorn | ||
| Musik: | Martin Todsharow | ||
| Produktionsdesign: | Ulrich Bergfelder | ||
| Kostüme: | Elisabeth Kraus | ||
1988 feierte Klaus J. Behrendt in der Rolle des Jupp Kowalla in der Ruhrpott-Saga "Rote Erde II" seinen Durchbruch im TV-Geschäft....
Dietmar Bär wurde Anfang der 1990er-Jahre in TV-Serien wie "Kommissar Klefisch" oder "Sportarzt Conny Knipper" bekannt. Seine populärste Rolle...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.