Im elften Fall des Münsteraner Teams geht es um den Mord an einem Bestattungsunternehmer. http://images.kino.de/flbilder/max07/auto07/auto06/07060974/b150x150.jpg Tatort: Ruhe sanft

Filmdetails

Tatort: Ruhe sanft

Im elften Fall des Münsteraner Teams geht es um den Mord an einem Bestattungsunternehmer.


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Inhalt

Als ein Bestatter ermordet wird, fällt der Verdacht sofort auf seinen Bruder: Der hatte ein Verhältnis mit seiner Schwägerin und Streit mit dem Toten, aber auch ein Alibi. Die jugendlichen "Gruftis", die sich nachts auf Friedhöfen herumtreiben und im Internet an Leichenbildern ergötzen, hält Thiel jedoch für harmlos. Der Fall kommt erst wieder ins Rollen, als sich eine Rechtsmedizinerin ausgerechnet in Boernes Wohnung das Leben nehmen will.


Kritik

Tatort: Ruhe sanft

Wer braucht schon Comedy, wenn es solche Filme gibt! Die erste Hälfte des elften "Tatort"-Krimis aus Münster ist mit seiner Situationskomik, den pointensicheren Dialogen, dem fast übermütigen Auftritt von Jan Josef Liefers und dem konsequent reduzierten Spiel von Axel Prahl ein Höhepunkt der Sonntagabendunterhaltung.

Fast hat man den Eindruck, die Erfinder des schrägen Duos, Stefan Cantz und Jan Hinter, hätten sich in ihrem fünften gemeinsamen Münster-Drehbuch irgendwann dazu zwingen müssen, auch noch eine Krimigeschichte zu erzählen (Regie: Manfred Stelzer). Die verblasst prompt gegen den äußerst kurzweiligen Einstieg: Hauptkommissar Thiel (Prahl) muss zum Flughafen. Weil unterwegs das Taxi seines Vaters den Geist aufgibt, stoppt Boerne (Liefers) kurzerhand einen Leichenwagen, nicht ahnend, dass er Thiel, seine Lieblingszielscheibe für spitze Bemerkungen, in dem Bestattungsgefährt geradewegs auf dem nächsten Fall platziert. Thiel verpasst seinen Flug, und das ist auch gut so, denn kurz drauf wird der Bestatter ermordet. Verdächtiger Nummer eins ist sein Bruder (Michael Lott), ein unzuverlässiger Leichtfuß, der kurz zuvor Streit mit dem Toten hatte und außerdem ein Verhältnis mit seiner Schwägerin pflegt. Kaum ernsthaft in Verdacht geraten hingegen die jugendlichen "Gruftis", die sich wie wandelnde Untote kostümieren und nachts auf Friedhöfen rumtreiben; außerdem ergötzen sie sich im Internet an den Bildern von Leichen, die sie im Bestattungsinstitut fotografiert haben.

Die Geschichte ist also gar nicht schlecht, doch man hätte auch nichts dagegen gehabt, dem brummigen Thiel und dem blasierten Boerne weiter dabei zuzuschauen (und vor allem zuzuhören), wie sich mehr oder minder subtile Bosheiten an den Kopf werfen. Sogar Thiels immer ein bisschen untergebutterte Assistentin Nadeshda (Friederike Kempter) mischt munter mit. Thiel hat in dieser Geschichte ohnehin besonders wenig zu lachen, hat sich sein Vermieter doch bei ihm einquartiert, weil er das eigene Domizil einer Kollegin überlassen hat und dem armen Kommissar nun die Ohren vollschnarcht.

In seinen besten Momenten erinnert der Film daher an Neil Simons Klassiker "Ein verrücktes Paar". Klugerweise versuchen sich Liefers und Thiel nicht als Kopie von Jack Lemmon und Walther Matthau, sondern bleiben ihrem eigenen Stil treu. Das bewahrt sie nicht nur vor Übertreibung, sondern ermöglicht auch den sanften Übergang zum Krimi. Die entsprechende Routine ("Wo waren Sie...") bringt zwar einen unvermeidlichen Spannungsabfall mit sich, doch dafür nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung, als sich Boernes Untermieterin das Leben nehmen will und auf diese Weise unvermutet Licht in den Fall bringt. tpg.

Tatort: Ruhe sanft

Darsteller:  Axel Prahl   als Frank Thiel
  Jan Josef Liefers   als Prof. Karl-Friedrich Boerne
  Friederike Kempter   als Nadeshda Krusenstern
  ChrisTine Urspruch   als Silke "Alberich" Haller
  Mechthild Großmann   als Wilhelmine Klemm
  Claus-Dieter Clausnitzer   als Herbert Thiel
  Joe Bausch   als Dr. Joseph Roth
  Michael Lott   als Frank Hönninger
  Alice Dwyer   als Lucie Wulfes
  Hansa Czypionka   als Dr. Michael Wulfes
  Max Mauff   als Alexander Stoll
  Claudia Geisler   als Claudia Hönninger
  Marion Mitterhammer   als Professor Dr. Christine Arnold
  Maverick Quek   als Kongressteilnehmer
 
Regie:  Manfred Stelzer  
Drehbuch:  Stefan Cantz  
  Jan Hinter  
Produzent:  Sonja Goslicki  
Kamera:  Egon Werdin  
Schnitt:  Bernd Schriever  
Musik:  Lutz Kerschowski  
  Danny Dzuik  
Produktionsdesign:  Naomi Schenck  
Kostüme:  Elisabeth Kraus  

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