Sonderermittler Eisner muss den Mord an einer Enthüllungsjournalistin aufklären, die an einer brisanten Story über künstliche Befruchtungen recherchierte. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto17/09170388/b150x150.jpg Tatort: Kinderwunsch

Filmdetails

Tatort: Kinderwunsch

Sonderermittler Eisner muss den Mord an einer Enthüllungsjournalistin aufklären, die an einer brisanten Story über künstliche Befruchtungen recherchierte.


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Inhalt

Eine für ihre unbequemen Artikel bekannte Journalistin ist ermordet worden. Offenbar hat jemand gründlich dafür gesorgt, dass ein Skandal unterm Teppich bleibt. Sonderermittler Eisner muss herauszufinden, woran die Reporterin zuletzt gearbeitet hat. Das ist gar nicht so einfach, weil sämtliche Aufzeichnungen verschwunden sind. Die Ermittlungen führen ihn zu einer Klinik für künstliche Befruchtung. Die Einrichtung hat eine sagenhafte Erfolgsquote.


Kritik

Tatort: Kinderwunsch

Auf den ersten Blick ist künstliche Befruchtung vor allem Stoff für ein Drama. Ungewollt kinderlose Eltern, zermürbend viele Fehlversuche, Beziehungsbelastung ohne Ende: Das gab's in der Tat schon öfter. Für einen Krimi scheint das Thema zu komplex, zu sperrig und zu emotional. Andererseits liegt in genau diesen Einwände die Chance, den Spielraum des Genres zu erweitern; ganz abgesehen davon, dass sich der "Tatort" ja gern in relevante Bereiche vorwagt. Thomas Braun (Buch) und Walter Bannert (Buch und Regie) enthalten sich allerdings derart konsequent jeder Botschaft, dass man eine Weile lang fürchtet, die Auflösung des Mordes laufe womöglich auf die übliche Beziehungstat hinaus.

Der Film beginnt mit dem obligaten Fund einer Leiche. Auf der Donau bei Linz treibt eine tote Frau, und da es sich um eine für ihre unbequemen Artikel bekannte Journalistin handelt, liegt die Vermutung nahe: Hier hat jemand nachhaltig dafür gesorgt, dass ein Skandal hübsch unterm Teppich bleibt. Sonderermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) aus Wien versucht daher herauszufinden, woran die Reporterin zuletzt gearbeitet hat; das ist gar nicht so einfach, weil sämtliche Aufzeichnungen verschwunden sind. Die Ermittlungen führen ihn in ein Fitness-Studio, das wiederum eng mit einer Klinik für künstliche Befruchtung zusammenarbeitet. Die Einrichtung hat eine sagenhafte Erfolgsquote, und schon hat Eisner sein Wespennest gefunden: Um die Befruchtungsbilanzen zu frisieren, sind den Müttern offenbar auch schon mal fremde Eizellen eingesetzt worden, die zuvor womöglich auch noch mit gleichfalls fremdem Samen befruchtet wurden; "Kuckuckseier" gewissermaßen. Aber die Journalistin hat auf die Veröffentlichung ihrer Rechercheergebnisse verzichtet, um die betroffenen Familien nicht ins Unglück zu stürzen.

Zum Glück nur ganz kurz lassen Braun und Bannert ihren Ermittler einen Mord aus Eifersucht erwägen: Die Frau war lesbisch und früher mit einer Kollegin liiert, hat diese zugunsten einer anderen verlassen und mit der neuen nun ein gemeinsames Kind; aber man hat das Gefühl, dass die Autoren selbst nicht so recht überzeugt von diesem Ablenkungsmanöver waren. Da birgt die Liaison zwischen Eisner und einer mysteriösen Musikerin (Dorka Gryllus) ungleich größeres Potenzial; mehr sogar, als dem Chefinspektor lieb ist. Am Ende wird aus dem zwar durchaus fesselnd, aber nicht übermäßig spannend inszenierten Krimi fast ein Action-Film: Erst wird Eisner niedergestochen, und im Verlauf des bleihaltigen Finales erwischt es auch noch seine beiden einheimischen Kollegen. Eine sorgfältige Bildgestaltung und der komplexe Erzählansatz, der am Rand der Handlung auch Raum für angedeutete Tragödien lässt, machen "Wunschkind" zu einem sehenswerten "Tatort". tpg.

Tatort: Kinderwunsch

Darsteller:  Harald Krassnitzer   als Moritz Eisner
  Franziska Stavjanik   als Karin Brandstätter
  Michael Menzel   als Wolfgang Rohrmoser
  Martina Theresia Stilp   als Astrid Heidegger
  Arthur Klemt   als Max Biro
  Ursula Strauss   als Gerlinde Biro
  Dorka Gryllus   als Maria Drenkow
  Sabine Haupt   als Melanie Kubicek
  Daniel Keberle   als Stefan Weber
  Tamara Metelka   als Julia Weber
  Calvin Claus   als Philipp Weber
  Serge Falck   als Dr. Ziegler
  Johannes Zeiler   als Dr. Beck
  Gerhard Naujoks   als Chefredakteur
  Manuel Rubey   als Katlovski
  Julian Sharp   als Josef Koltay
  Gerti Drassl   als Adelheid Hausner
  Holger Schober   als Gebhard Hausner
 
Regie:  Walter Bannert  
Drehbuch:  Thomas Braun  
  Walter Bannert  
Produzent:  Helmut Grasser  
Kamera:  Georg Diemannsberger  
Schnitt:  Michou Hutter  
Musik:  Ludwig Eckmann  
Produktionsdesign:  German Pizzinini  
Kostüme:  Michaela Kovacs  
Ton:  Tomas Szabolcs  
Casting:  Nicole Schmied  

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