Nacheinander werden der Personalchef einer Sicherheitsfirma und ein Psychotherapeut getötet. Die Morde wurden mit derselben Waffe begangen, doch es scheint keinerlei Verbindung zwischen den Opfern zu geben. Dann aber entdecken Hauptkommissar Casstorff und sein Team, dass sich die Lebenswege der Toten schon einmal gekreuzt haben: Vor Jahren waren beide an einem Bundeswehreinsatz im Kosovo beteiligt.

Traumatisierung durch Kampfeinsätze: Das Thema war bislang dem Hollywood-Film vorbehalten.
Der "Tatort" aus Hamburg packt also ein durchaus heißes Eisen an: Die Bundeswehr, heißt es, verliere mehr Männer durch Selbstmord als bei Kampfhandlungen. Allerdings nähert sich die Geschichte ihrem Ziel auf verschlungenen Pfaden. Die immer wieder eingestreuten Rückblenden legen ohnehin eine falsche Fährte: Bei den Soldaten, die einer jungen Frau nachstellen und sie der Reihe nach vergewaltigen, handelt es sich keineswegs, wie man zunächst vermutet, um Angehörige der Bundeswehr; die kommen erst später ins Spiel.
Auch sonst wirft die Handlung mehr Fragen auf, als das Ermittler-Team beantworten kann. Ein Ablenkungsmanöver mit einem früheren Zeitsoldaten, der nach eindringlicher Befragung Amok läuft, ist ebenso durchsichtig wie die Bemühungen von Autor Rainer Butt, dem mürrischen Jan Casstorff (Robert Atzorn) mit ein bisschen fernöstlicher Kampfkunst und entsprechenden Weisheiten eine faszinierende Aura zu verpassen. Immerhin verzichtet Regisseur Richard Huber auf jene Manierismen, mit denen zuletzt die Folge "Glücksgefühl" zur Krimikunst aufgemotzt werden sollte: Von der Rückblende abgesehen inszeniert Huber den Film solide, routiniert und unauffällig. Da auch Butt die Ermittler konventionell vorgehen lässt, ist der Krimi zwangsläufig äußerst dialoglastig: Die Kommissare betätigen sich vor allem als "Klinkenputzer". Immerhin bleibt bei allem Stress noch Zeit für ein klärendes Männergespräch an der Theke. tpg.
| Darsteller: | Robert Atzorn | als Jan Casstorff | |
|---|---|---|---|
| Tilo Prückner | als Eduard Holicek | ||
| Julia Schmidt | als Jenny Graf | ||
| Saskia Fischer | als Patricia Funck | ||
| Harald Weiler | als Haustein | ||
| Ursula Karven | als Wanda Wilhelmi | ||
| Rita Feldmeier | als Hanna Eckermann | ||
| Ludwig Blochberger | als Lukas Eckermann | ||
| Rolf Kanies | als Heiko Eckermann | ||
| Joachim Kappl | als Peter Spranger | ||
| Thomas Bestvater | als Reinhardt Mackenrodt | ||
| Devid Striesow | als Martin Schröder | ||
| Geno Lechner | |||
| Florian Brückner | |||
| Oliver Bröcker | |||
| Wiebke Bachmann | |||
| Bernhard Piesk | |||
| Christiane Filla | |||
| Regie: | Richard Huber | ||
| Drehbuch: | Rainer Butt | ||
| Produzent: | Kerstin Ramcke | ||
| Kamera: | Diethard Prengel | ||
| Schnitt: | Knut Hake | ||
| Musik: | Ali N. Askin | ||
| Produktionsdesign: | Thorwald Kiefel-Kuhls | ||
| Kostüme: | Rautgundis Beutel | ||
| Ton: | Frank Ahrens | ||
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