
Der zweite Film des neuen, frisch Grimme-Preis gekürten Hamburger Tatorts mit Mehmet Kurtulus führt den verdeckten Ermittler Cenk Batu in das Reich der SEK und auf einer Schnitzeljagd durch Hamburg.
Mit den Worten "Ich bin doch keine Ratte", lehnt Cenk Batu entrüstet den Auftrag ab, gegen Kollegen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) zu ermitteln. Doch die kriminellen Machenschaften einiger Beamter, die verdächtigt werden, Wissen und Waffen ins Ausland zu verkaufen, müssen bewiesen werden, deshalb lässt ihm sein Vorgesetzter Uwe Kohnau (Peter Jordan) keine Wahl. Zähneknirschend lässt sich Batu beim SEK einschleusen und gewinnt schnell das Vertrauen des Hauptverdächtigen Lars Jansen (Matthias Koeberlin). Ihre Freundschaft geht so weit, dass Jansen Batu bittet, als Pate für seine Tochter einzustehen und ihn schließlich auch für das illegale Geschäft mit dem Ausland anwirbt. Cenk Batu scheint fast am Ziel, da nimmt der Fall durch eine Geiselnahme eine überraschende Wendung, die zu einem dramatischen Countdown und einer Art tödlichen Schnitzeljagd durch die Hansestadt führt.
Völlig zu Recht wurde der neue "Tatort" aus Hamburg beim Adolf-Grimme-Preis mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die Hauptfiguren bestachen durch ungewöhnliche Charakterzeichnungen, die Erzählweise war originell, die Inszenierung stimmig. Gerade die Hauptfigur Cenk Batu, die zeitweise an der erzwungenen Geheimniskrämerei leidet, sowie das zuweilen skurril gezeichnete Verhältnis zu seinem Chef, überzeugten.
Auch der zweite Film der neuen Reihe beeindruckt durch hohe Qualität, gute Schauspieler und einen komplexen Fall. Bei aller dramaturgischen und technischen Perfektion, die Johannes W. Betz und Peter Braun (Drehbuch) und Florian Baxmeyer (Regie) liefern, scheint es jedoch manchmal, als ob das Herz für die Figuren fehlt. Batu und Kohnau werden durch den Countdown angetrieben, was dem Film zeitweise etwas Gehetztes statt Spannendes gibt. Erst ganz am Schluss kommt der etwas atemlose Erzählfluss zur Ruhe und schafft in der Figur Batus und in dem Widerspruch zwischen Mensch und Ermittler einen bewegenden, prägnanten Moment. sw.
| Darsteller: | Mehmet Kurtulus | als Cenk Batu | |
|---|---|---|---|
| Peter Jordan | als Uwe Kohnau | ||
| Patrycia Ziolkowska | als Anja | ||
| Stipe Erceg | als Zoltan Didic | ||
| Matthias Koeberlin | als Lars Jansen | ||
| Victor Choulman | als Stephan Istjevic | ||
| Paula Paul | als Maike Jansen | ||
| Thomas Lawinky | als SEK-Einsatzleiter Strelsky | ||
| Regie: | Florian Baxmeyer | ||
| Drehbuch: | Johannes W. Betz | ||
| Peter Braun | |||
| Produzent: | Kerstin Ramcke | ||
| Kamera: | Marcus Kanter | ||
| Musik: | Jakob Grunert | ||
| Produktionsdesign: | Zazie Knepper | ||
| Kostüme: | Rautgundis Beutel | ||
| Ton: | Siegfried Sellentin | ||
Mehmet Kurtulus schaffte als Gabriel in Fatih Akins Gangsterfilm "Kurz und schmerzlos" (1998) den Durchbruch. Millionen Fernsehzuschauer...
Peter Jordan begann seine Schauspiel-Karriere Mitte der 1990er-Jahre am Theater. Neun Jahre lang war er einer der Stars des Hamburger Thalia...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.